Die nach der Absage der Leipziger Buchmesse initiierte "buchmesse_popup" hat am vergangenen Wochenende viele Literaturfans angezogen und begeistert. An allen drei Veranstaltungstagen war das im Leipziger Stadtteil Connewitz angesiedelte Event bis zur vorgeschriebenen Besuchergrenze gefüllt; rund 10.000 Literaturbegeisterte hat man insgesamt zählen können. Auch andere Alternativveranstaltungen waren sehr gut besucht. Die Messestadt sprühte vor alternativem Charme und zeigte, wie an- und aufregend Literatur auch abseits gefestigter Rahmen offeriert werden kann.
Die Bücherschau in Leipzig hat sich in diesem Frühjahr aus ihrem institutionellen Käfig befreit. Nachdem man die coronabedingten Ausfälle der Buchmesse zwei Jahre in Folge mit Bedauern hat hinnehmen musste, wollte man in diesem Jahr nicht mehr verzichten. Der Groll, der auf die Absage folgte, speiste sich auch aus der Tatsache, dass eine Durchführung der Messe - anders als in den Vorjahren - durchaus möglich gewesen wäre. Schnell wurde diese Entrüstung produktiv. Unterschiedlichste Akteure organisierten Alternativveranstaltungen wie die "buchmesse_popup" im Leipziger Stadtteil Connewitz oder das Festival "weiter:lesen22" im Felsenkeller und in der Moritzbastei. Zahlreiche weitere Lesungen rundeten das Gesamtprogramm ab.
"buchmesse_popup" und "weiter:lesen22"
Die "buchmesse_popup" war dabei die zentrale Anlaufstelle für alle jene, die in vielfältige Verlagsprogramme blicken, in Neuerscheinungen blättern, Lesungen und Autorengespräche verfolgen wollten. Insgesamt waren 60 unabhängige Verlage im Werk 2 zugegen, darunter auch Schwergewichte wie Suhrkamp, Klett-Cotta, Matthes & Seitz, C.H. Beck und der Wallstein Verlag. Die Aussteller seien glücklich und die Leser euiphorisiert, sagte der Sprecher der "buchmesse_popup, Mathias Voigt, der DPA am Sonntag.
Auch das im Felsenkeller und in der Moritzbastei angesiedelte Festival "weiter:lesen22" war ein großer Erfolg gewesen. 60 Autorinnen und Autoren - unter anderem Dmitrij Kapitelman, Katerina Poladjan und Christian von Aster - hatten dort ein Leseprogramm organisiert. Die Sprecherin Suzanne Tenzler-Heusler berichtete von rund 2000 Besucherinnen und Besuchern. "Wir sind sehr zufrieden", resümiert sie.
Auch Länder-Auftritte waren an diesem Wochenende zu erleben. Lesungen und Gespräche mit AutorInnen wie Dulce Maria Cardoso, José Luís Peixoto und Margarida Vale de Gatowie lieferten beispielsweise Einblicke in die portugiesisch-sprachige Literatur. Portugal hätte im vergangenen Jahr Gastland auf der Leipziger Buchmesse sein sollen.
Eine Alternative zur "echten" Buchmesse?
Leipzig hat in diesem Frühjahr gezeigt, wie auf- und anregend Literatur auch abseits der großen Messehallen präsentieren werden kann. Vielleicht war dies eine der charmantesten und wärmsten Bücherschauen der vergangenen Jahre. Näher und energetischer als das Gedrängel der Vorcoronajahre. Eine echte Alternative zur Leipziger Buchmesse wird die kleinere Pop-Up-Variante allerdings nicht werden. Dies hat unter anderem Leif Greinus, Verlagsgründer von Voland & Quist und Mitinitiator der Alternativmesse, bereits von Beginn an immer wieder betont. Die Leipziger Buchmesse, so Greinus, werde mit der Alternativveranstaltung nicht in Frage gestellt.
Nach Angaben des Buchmesse-Direktors Oliver Zille soll die Literaturschau im kommenden Jahr auf jeden Fall stattfinden. Geplant ist sie dann vom 23. bis 26. März. Die letzt Großveranstaltung im Jahr 2019 hatte samt dem dazugehörigen Festival "Leipzig liest" rund 286.000 Gäste angelockt.
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