Kinderbücher aus Österreich: Mission Guggurruz Die Jagd auf den Erd-Bären

Die zehnjährige Eli lernt bei ihren Sommerabenteuern, sich auf ihr Bauchgefühl zu verlassen. Um Erdbeeren, Erd-Bären und einen Sommer voller spannender Erlebnisse geht es in dem neuen Kinderbuch der österreichischen Autorin Elisabeth Pfeifer-Pögler. Foto: Claudia Diana Gerlach

Wunderschöne Kieselsteine glitzern im flachen Wasser des Flusses Ill, durch den die zehnjährige Eli watet, als plötzlich ihr Freund Paul das Mädchen packt und zur Seite reißt. In dem neuen Kinderbuch „Mission Gugguruz (Elis Welt, Band 2) von Elisabeth Pfeifer-Pögler rettet Paul Eli damit das Leben, denn eine Flutwelle aus dem nahegelegenen Stausee rast durch den ansonsten immer so ruhigen Fluss. Damit beginnt eine Reihe von abenteuerlichen Sommererlebnissen, die Eli und ihre zwei Freunde nur gemeinsam bewältigen können. Das Buch ist der dritte Beitrag in unserer Sommerferien-Serie „Kinderbücher aus Österreich und Südtirol“.

 

Ein Sommer voller Möglichkeiten

Im Montafon lockt das schönste Sonnenwetter alle ins Freie, und Eli, die mit ihren Eltern und der Großmutter auf einem kleinen Bauernhof lebt, freut sich auf entspannte Tage voller Spaß und Freizeit. Eli ist anfangs ein wenig traurig, denn bisher hat die Familie jeden Sommer mit den Tieren auf der Alm verbracht. Als dem Mädchen jedoch einfällt, dass es nun jeden Tag mit seinen beiden Freunden Luisa und Paul spielen kann, steigt die Laune schlagartig.

Doch nach dem dramatischen Baden im Fluss - bei dem durch Pauls beherztes Eingreifen Schlimmes verhindert werden konnte, und die Kinder von der erhöhten Flussböschung aus entsetzt den plötzlich herandonnernden Wassermassen zusahen - freut sich Eli auf einen ruhigen Nachmittag zu Hause.

Ein Birnendieb

Aber daraus wird nichts, denn die ansonsten stets ruhige und besonnene Großmutter Ahna stürmt völlig entrüstet in die Küche, kaum dass Eli ihren Eltern von der Beinahe-Katastrophe erzählt hat. Fassungslos berichtet die Ahna der erstaunten Familie, dass die schönste Birne an dem sorgfältig gehegten Birnbaum plötzlich von einem Unbekannten geraubt worden ist. Die Familie lacht über diese Angelegenheit, und als Ahnas Schwester, die für ein paar Tage zu Besuch gekommen ist, nachmittags an der gedeckten Kaffeetafel sitzt, kann die Großmutter trotz des Diebstahls ihre berühmte Birnentorte servieren. Ende gut, alles gut?

Gibt es Bären im Montafon?

Mitnichten, denn kurze Zeit später schlägt der unsichtbare Dieb wieder zu: Als Eli und ihre Freunde in den Familiengarten gehen, um sich ein paar frische Erdbeeren zu pflücken, finden sie das Gartenidyll zertrampelt und verwüstet vor. Zudem hat das unbekannte Wesen alle reifen Erdbeeren verschwinden lassen. Plötzlich entdeckt Luisa ein paar riesige Pfotenabdrücke: ein Ballen mit fünf Krallenabdrücken. Könnte ein erdbeerenfressender Bär – ein „Erdbär“ – im Montafon unterwegs sein?

Auf der Erd-Bären-Pirsch

Die Kinder beschließen, sich auf die Lauer zu legen, um den räuberischen Übeltäter auf frischer Tat zu ertappen. Neben dem Garten gibt es ein Feld mit „Gugguruz“ – das ist der ortsüblich traditionelle Name für Mais. Gleich nach Schulschluss verstecken sich die drei Freunde - ausgerüstet mit Feldstecher und grüner Tarnkleidung - im Maisfeld und warten mehr oder weniger geduldig auf das Erscheinen des Erdbären. Die streng geheime „Mission Gugguruz“ hat begonnen. Doch wie fängt man eigentlich einen Erdbären?

Kleine Kinder, große Lebensthemen

Elisabeth Pfeifer-Pögler ist mit diesem zweiten Band ihrer Kinderbuch-Reihe „Elis Welt“ wieder ein Buch geglückt, dass spannende Kinderabenteuer auf dem Land mit großen Lebensthemen kombiniert. Während das erste Buch von der Kraft Positiven Denkens erzählt, widmet sich die Autorin diesmal dem Thema „Intuition“, denn die kleine Protagonistin Eli macht während ihrer Sommerabenteuer einige merkwürdige Beobachtungen, bei denen sie ein ungutes Gefühl hat. Doch sie lässt sich beschwichtigen und nimmt ihr Bauchgefühl nicht ernst. Dass dies ein großer Fehler ist, merken Familie und Freude leider erst zu spät....

Miterleben erwünscht!.

Durch ihre abwechslungsreiche Erzählweise, die spielerisch zwischen poetischen Naturbeschreibungen, dramatischen Aktionsschilderungen und lustigen Familienszenen wechselt, gelingt es Elisabeth Pfeifer-Pögler, die jungen Leser:innen die Geschichte richtig miterleben zu lassen.

Fazit: Ein wundervolles Ferienbuch, das einen abenteuerlichen, sonnigen Sommer im Montafon verewigt, und Kinder – egal ob beim Vorlesen oder Selberlesen – dazu sensibilisiert, ihre eigenen Gefühle ernst zu nehmen.

Die Autorin

Elisabeth Pfeifer-Pögler wurde 1982 in Bludenz (Österreich) geboren. Sie hat ein Lehramtsstudium absolviert, und lebt als freie Autorin mit ihrer Familie in Vorarlberg. Auf Lesering erscheint am Sonntag ein Interview mit der Autorin; passend zu unseren Sommerferien-Buchtipps aus Österreich und Südtirol.

Elisabeth Pfeifer-Pögler: Mission Gugguruz: Elis Welt (2. Band), erschienen 2021 bei BoD (Books on Demand), empfohlen für Kinder von 5-8 Jahren, 102 Seiten, 14,10 Euro (gebundenes Buch)

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