In der kommenden Ausgabe "ttt: Titel, Thesen, tempermanente" geht es um die Frage, wie Frieden gelingen kann. Dazu kommen unter anderem der Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro, der Autor Jens Balzer und die Schweizer Juristin Carla Del Ponte zu Wort. Alle drei werfen mit ihren aktuellen Büchern einen kritischen Blick auf die Gegenwart, und kämpfen, aus unterschiedlichen Perspektiven, für ein menschlicheres Miteinander.
In der kommenden Ausgabe "ttt: titel, thesen, temperamente" geht es um die Frage, wie Frieden gelingen kann. Zu Wort kommen dabei die Schweizer Juristin und Diplomatin Carla Del Ponte, der Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro und der Autor Jens Balzer. Alle drei haben Bücher geschrieben, die aus sehr unterschiedlichen Weisen kritisch auf die Gegenwart blicken. Sendetermin ist der 06. Juni, um 23:05 (alternativ ist die Sendung in der ARD-Mediathek abrufbar).
Carla Del Ponte: "Ich bin keine Heldin"
"Ich bin keine Heldin" heißt das neue Buch von Carla Del Ponte, in dem sie minutiös wie in einem Schlussplädoyer darlegt, dass wir in Sachen internationaler Justiz schon einmal weiter waren. Sie selbst ermittelte als Chefanklägerin in den Tribunalen von Jugoslawien und Ruanda und hat Staatsoberhäupter wie Slobodan Milosevic vor den Strafgerichtshof gebracht. Damals dachte Carla Del Ponte, dieser Prozess sei der Beweis, dass niemand dem Gesetz entkommen könnte. Als Mitglied der UN-Untersuchungskommission in Syrien wurde sie dann eines Besseren belehrt. Trotz Beweisen auf allen Seiten der Kriegsparteien führten ihre über sechs Jahre andauernden Ermittlungen nicht zu einem Beschluss des UN-Sicherheitsrats. Dessen Zustimmung aber ist Voraussetzung für einen Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof. "Frustrierend ist das", sagt Del Ponte und warnt: "Wenn sich nichts ändert, wird das schlimme Folgen haben für die Weltgemeinschaft." Dabei nimmt sie nicht nur die USA in die Pflicht, die einst der Motor der internationalen Justiz waren, sondern auch Europa - das endlich außenpolitisch mit einer Stimme sprechen müsse.
"ttt" spricht mit Carla Del Ponte über die große Krise der internationalen Justiz und darüber, warum sie die Hoffnung nicht aufgibt - auch weil sie nicht ihr Leben lang umsonst gekämpft haben möchte.
Kazuo Ishiguro: "Klara und die Sonne"
Von Robotern und anderen Menschen - Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro über den Kern des Menschlichen: Klara ist aufgeweckt, wissbegierig, einfühlsam. Ein Mädchen im Teenageralter, scheinbar. In Wahrheit ist Klara eine künstliche Freundin, eine K.I. in menschlicher Gestalt, gebaut, um einsamen Kindern zur Seite zu stehen. Geschrieben hat Ishiguro seinen neuen Roman "Klara und die Sonne" aus der Perspektive der Künstlichen Intelligenz Klara. "ttt" hat mit dem Literaturnobelpreisträger über sein kluges wie hartes Buch gesprochen, das letztlich auch ein Werk über die Mechanismen der Macht ist.
Jens Balzer: "High Energy"
Die 80er und wie sie unsere Welt bis heute prägen - Jens Balzer schreibt in "High Energy" über ein entscheidendes Jahrzehnt: Die 80er, so Balzer in seinem Buch, waren ein Jahrzehnt der Angst - vor dem Atomkrieg, vor AIDS, vor Arbeitslosigkeit - und ein Jahrzehnt des Hedonismus und Individualismus. Das zeigte sich nachts in den Clubs, aber gerade auch am Tage, in den Büros einer neuen Arbeitswelt, denn damals nahm der Hyperkapitalismus, wie wir in heute kennen, so richtig an Fahrt auf. "ttt" hat Balzer in den Ruinen des alten Kreuzberger Postamts getroffen und mit ihm darüber gesprochen, was geblieben ist, von diesem folgenreichen Jahrzehnt.
Außerdem bei "ttt": Die Architekturbiennale in Venedig und der deutsche Pavillon
"ttt" ist in Venedig, spricht mit Kurator*innen des deutschen Pavillons, dem Schriftsteller Leif Randt, der das Drehbuch für die Filmfiktion "Interrail 2038" geschrieben hat, und mit dem Biennale-Kurator Hashim Sarkis darüber, wie eine Architektur, die sich weg vom Bauwerk und hin zu systemischen Aufgaben entwickelt, Lösungen finden kann für Klimakrise, Migrationskrise und Wirtschaftskrisen.
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