In der kommenden Ausgabe von "ttt - titel, thesen, temperamente" (Sonntag, 06.03.2022) wird es unter anderem um den Familienroman "Die Tage ohne dich" der Schriftstellerin Elvira Sastre gehen. Die 1992 in Segovia geborene Sastre ist Feministin, Lyrikern, Poetry Sammlerin und gilt als Spaniens neue literarische Stimme. In "Die Tage ohne dich" erzählt sie vor dem Hintergrund zweier Liebesgeschichten, wie der Bürgerkrieg der 1930er Jahre die spanische Gesellschaft bis heut prägt.
Elvira Sastre hat bereits fünf Gedichtbände veröffentlicht, diverse Poetry Slam-Auftritte hinter sich gebracht und nun ihr Romandebüt geschrieben. Sie glaubt fest, "dass Lyrik allen Menschen gefällt". Viele wüssten nur noch nichts von dieser geheimen Vorliebe. Mit "ttt" spricht die Bestsellerautorin über ihr aktuelles Buch "Die Tage ohne dich", in dem es um die Narben und Spuren geht, die kriegerische Auseinandersetzungen hinterlassen; Narben, die bis in die unmittelbare Gegenwart hineinwirken.
Dazu hat Sastre einen recht naheliegenden Plot gewählt. In ihrem Buch erzählt sie zwei Liebesgeschichten in unterschiedlichen Zeiten. Eine ereignet sich vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur, die andere spielt im Spanien der Gegenwart. So treffen zwei Erzählstränge aufeinander: Die von den vergangenen Ereignissen noch immer verwundete Gegenwart, und die Verbrechen des Franquismo, deren Opfer über viele Jahr lang verschwiegen wurden.
Wunden sind nie geheilt
Die Wunden, die dieser Krieg hinterließ, seien bis heut nicht ausgeheilt, so die Autorin. Jene Heilung voranzutreiben, sei nun ein wichtiger Anreiz gewesen, diese Geschichte zu erzählen. Mit ihrem Buch will sie gegen das Vergessen ankämpfen. Scheinbar mit Erfolg: "Nach einer Lesung in Madrid kam eine alte Frau und dankte mir. Sie habe immer nach einem Weg gesucht, ihrem Enkel vom Bürgerkrieg zu erzählen. Und durch meinen Roman gebe es nun etwas, das auch ihn daran interessiere und das sie nun beide verbinde und ins Gespräch bringe. Solche Reaktionen begeistern mich."
Außerdem in der kommenden Ausgabe "ttt - titel, thesen, temperamente"
Dokumentarfilm gegen Gewalten Frauenfeindlichkeit
Die mexikanische Millionenstadt Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA ist einer der gefährlichsten Orte der Welt. Berüchtigt ist Ciudad unter anderem für eine erschreckend hohe Zahl an Frauenmorden. Hier wurde der Begriff Femizid zum ersten Mal verwendet. Gegen den Femizid setzt sich eine Gruppe von Westlerinnen zur Wehr, die junge Frauen ermutigen und deren Selbstbewusstsein stärken wollen. Die Dokumentarfilmer Paola Calvo und Patrick Jasim haben die Wrestlerinnen mit der Kamera begleitet. Ihr vielfach preisgekrönter Dokumentarfilm "Luchadoras" kommt am 10. März in die deutschen Kinos.
Opernstar Golda Schultz widmet ihr Debüt-Album den Frauen
Für ihr erstes Album "This Be Her Verse" hat die Opernsängerin Golda Schultz fünf Komponistinnen zusammengestellt. Eine bewusste Wahl. Denn irgendwann fiel Schultz auf, dass all die Opern, in denen sie bisher brillierte, von Männern geschrieben wurden. Die weibliche Perspektive war ihr wichtig. Sie sagt: "Es sind die Worte von Frauen, die Ideen von Frauen. Es ist ihr Universum."
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