Die Literaturwissenschaftlerin und Journalistin Rachel Salamander erhält den mit 50.000 Euro dotierten Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Damit wird vor allem ihr Engagement bezüglich der Wiedereinführung und Aufarbeitung jüdischer Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg geehrt.
Rachel Salamander erhält den Heine-Preis. Die 71-Jährige habe „couragiert maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen“, hieß es in der Begründung der Jury. Über ihre Literaturhandlungen habe sie all jene Bücher jüdischer Autorinnen und Autoren, die von den Deutschen einst verbrannt wurden, zurück in den Kanon der deutschen Literatur geholt. Neben ihrer publizistischen Tätigkeit trat Rachel Salamander öffentlichkeitswirksam in diversen Diskussionen auf und setzte sich im Zuge dessen für die Völkerverständigung ein.
Der Heine-Preis
Der Heine-Preis wird seit 1972 an Personen vergeben, die sich, im Sinne des Namensgebers Heinrich Heine, für die Grundrechte der Menschen in politischer und sozialer Hinsicht einsetzten. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) begrüßte die Entscheidung der Jury und sagte, mit der Wahl von Rachel Salamander sei ein Zeichen dafür gesetzt worden, "...dass jüdisches Leben, Kultur und Literatur selbstverständlich zu Deutschland gehören.“
Rachel Salamander
Rachel Salamander kam 1949 in einem Camp für Holocaust-Überlebende in Deggendorf zur Welt. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Romanistik in München, eröffnete sie 1982 eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum, deren Konzept mittlerweile weit über München hinaus mehrere Schnittstellen in ganz Deutschland aufweist.
Weiterhin war sie unter anderem als Herausgeberin der "Welt"-Literaturbeilage "Literarische Welt", sowie als Leiterin des "F.A.Z.-Literaturforums" tätig. Außerdem führte sie, nach dem Tod von Marcel Reich Ranicki, die Frankfurter Anthologie in etwas abgewandelter Form weiter. Für ihr Wirken wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet.
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