Endlich bringt auch der "kleine" tolino eine gestochen scharfe Bildschirmauflösung von 300 ppi. Ob der E-Reader damit gegen Kindle Paperwhite bestehen kann, zeigt unser Intensivtest.
Der Kampf um die E-Book-Kunden ist mittlerweile voll entbrannt: Nachdem die tolino E-Book-Reader ebenso wie Amazons größere Kindle-Modelle 300 ppi Bildschirmauflösung bieten, geht es den Preisen an den Kragen. Es gibt wohl aktuell keine Buchhandelskette, die im Weihnachtsgeschäft nicht zumindest Rabattpakete zusammen mit bestimmten E-Books anbietet.
Die unverbindliche Preisempfehlung des tolino shine 2 HD liegt aktuell bei 119 Euro und damit 40 Euro unter dem besser ausgestatteten tolino vision 3HD.
Die Hardware: Grundsolide Verarbeitung, wenig Firlefanz
Wie auch beim großen Modell orientierte sich das Design-Team am spartanischen Ausstattungsstil von Apple. Ein zentraler Home-Button am unteren Gehäuserand bringt den Nutzer stets zum Startbildschirm zurück. An der oberen Gehäusekante befindet sich links ein Ein-Aus-Schalter, rechts die Taste für die Beleuchtung. Alle Tasten reagieren präzise, und das Gehäuse scheint geradezu unverwüstlich: Während des Tests hat der tolino shine 2 HD einen unbeabsichtigten Sturz aus knapp 2 Metern schadlos überstanden.
Darüber hinaus verfügt der tolino shine 2 HD über einen Mini-USB-Slot, über das das Gerät aufgeladen wird und einen Warmstart-Pin, mit dem man den Reader im Notfall neu starten kann. Ein Speicherkartenslot, wie er früher üblich war, fehlt beim neuen tolino. Allerdings dürfte dies aufgrund des internen Gerätespeichers von 2 Gigabyte für rund 2000 E-Books und zusätzlichem Cloud-Speicher auch verschmerzbar sein.
Die Akkuleistung wird mit "bis zu" sieben Wochen angegeben. Diese Werte sind stets mit Vorsicht zugenießen. Bei entsprechender WLAN-Aktivität und intensivem Lesebetrieb gelang es im Test, den Akku des tolino auch in einer Woche in die Knie zu zwingen. Faktisch ist der Akku im Betrieb aber vollkommen ausreichend. Statt eines Netzteils wird ein Mini-USB-Kabel mitgeliefert. Auch bei der niedrigen Ladeleistung eines PCs oder Laptops ist der tolino shine 2 HD in Kürze wieder aufgeladen.
Der Bildschirm: Gestochen scharf
Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung überzeugt in vollem Umfang: Im Gegensatz zu älteren Readern sucht man Pixelfehler, Helligkeitsunterschiede und Schlieren vergebens. Von der Farbtemperatur ähnelt der tolino shine 2 HD dem Kindle Paperwhite 2: Das elektronische Papier wirkt leicht sepia-farben, während Kindle Paperwhite 3, Kindle Voyage und tolino vision 3 HD einen blütenweißen Hintergrund simulieren.
In den Einstellungen kann die Intensität der Bildschirmbeleuchtung geregelt und der Zeitraum festgelegt werden, nach dem bei Inaktivität der Bildschirmschoner anspringt.
Die Bedienung: Intuitive Grundfunktionen
Die Navigation folgt dem üblichen Touchscreen-Muster: Per Fingertipp rechts wird weiter- und, links zurückgeblättert. Über eine Fingergeste stellt man die Schriftgröße in sieben verfügbaren Stufen ein. an den oberen Seitenenden der E-Books erscheinen jeweils Schaltflächen, über die man Lesezeichen setzen und Notizen hinzufügen kann. Wer will, kann die Ansicht seines E-Books zudem von Hoch- auf Querformat umstellen.
Ein Fingertipp auf die Bildschirmmitte lässt eine Leiste erscheinen, mit der man den Überblick über das verbleibende Kapitel erhält und schnell ein paar Seiten vor- und zurückblättern kann. Diese Funktion ist allerdings noch nicht so ausgefeilt wie beim Betriebssystem des Kindle. Hier werden zusätzlich die entsprechenden Seiten eingeblendet, was das Querlesen vereinfacht.
Die Formatierungsfunktionen des Textes entsprechen dabei in etwa der Konkurrenz von Amazon: Neben der Verlagsschriftart können 5 weitere Schriftarten ausgewählt und Seitenränder, Ausrichtung und Zeilenabstand eingestellt werden.
Spezielle Funktionen wie etwa Amazons X-Ray oder Kindle FreeTime bietet der tolino shine 2 HD dagegen nicht.
Der Einkauf: Ein Klick in den Roman
Der Einkauf selbst funktioniert äußerst simpel. Der tolino-Besitzer meldet sich zunächst bei einem Partner der Buchhandelsallianz an. Auf der unteren Hälfte des Hauptbildschirms werden Buchempfehlungen und ein Link zum jeweiligen Shop eingeblendet. Im Shop können Leseproben geladen und die Titel schließlich innerhalb von wenigen Sekunden auf den Reader geladen werden. Außerdem dürfen tolino-Besitzer von unterwegs auch noch die Hot Spots der Telekom gratis nutzen. Eine Option für eine Gratis-3G-Verbindung gegen Aufpreis wie bei Kindle bietet der tolino nicht.
Fazit: Der tolino shine 2 HD ist ein hervorragender E-Reader, der mit seinen Leistungswerten die Ansprüche von Einsteigern fast schon übererfüllt. Der Bildschirm ist state of the art, die Bedienung intuitiv, die Hardware zäh gegen ruppige Behandlung.
Andererseits ist der tolino shine 2 HD insbesondere in Punkto Ausleuchtung und Bildschirmauflösung so viel besser als das Vorgängermodell für ca. 90 Euro oder auch der Einsteiger-Kindle für 69,99 Euro, dass sich der Aufpreis lohnt.
Qualitativ und von den Leistungwerten her liegt der tolino shine 2 HD in etwa gleichauf mit dem Kindle Paperwhite 3. Die Auswahl an E-Books wirkt bei Amazon auf den ersten Blick größer, während tolino die freie Wahl der Händler bietet. De facto erhalten Sie jedoch mittlerweile so gut wie jedes neue Buch in allen E-Book-Formaten. Damit ist der "kleine" tolino eine echte Alternative, wenn Sie nicht speziell auf englischsprachige US-Thriller stehen.
Topnews
Erich Lejeune: „Lebe ehrlich, werde frei!“ – Ein Leben sucht seine Ordnung
H. G. Wells zum 160. Geburtstag: Mit der Zeitmaschine zurück zu ihrem Erfinder
Unser Geburtstagskind im August: Mary Shelley
Unser Geburtstagskind im Juli: Franz Kafka und die Kunst, sich nicht zurechtzufinden
Unser Geburtstagskind im Juni: Thomas Mann und die brüchige Ordnung der Welt
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Tolino und Kindle: Die besten Preise zu Weihnachten
Braucht man einen Zweitreader?
tolino vision 3 HD: Der neue E-Reader im Test
Deutsche kaufen mehr tolino als Kindle
Hilfe, meinem E-Book geht der Akku aus!
Amazon kontert tolino: Niedrig-Preise für Kindle
tolino shine 2 HD und tolino vision 3 HD kommen am 26. Oktober
Thalia.de wird Tolino Vision 3 HD und Tolino Shine 2 HD vorstellen
Kindle Oasis: Das bringt der neue Luxus-Reader
tolino shine 2HD: 12 Prozent sparen mit Sebastian Fitzek
Stephen King: Jeden Montag kommt ein neues E-Book
Tolino: "Schweigepflicht" von Markus Heitz kommt exklusiv über Thalia
Nur noch heute: Amazon macht Kindle E-Reader billiger
Tolino vision 3 HD bei Dussmann zum Kampfpreis
Amazon senkt Preis für Kindle Paperwhite 2
Aktuelles
Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer werben für das Vorlesen – eine Geschichte, die weitergegeben wird
Von Mäusen und Menschen: John Steinbeck und die Grenzen menschlicher Verantwortung
Früchte des Zorns: John Steinbeck und die Frage, was vom Menschen bleibt, wenn er alles verliert
Narnia kehrt zurück: Greta Gerwig zeigt erste Bilder aus „Das Wunder von Narnia“
Hildebrandslied, Gutenberg-Bibel und Willehalm-Kodex: Kassels Bibliothek öffnet ihre Schatzkammer
Wenn die Tage kürzer werden und die alten Märchen zu uns zurückkehren
„Asterix erobert Rom“ wird 50: Warum der Passierschein A 38 noch immer funktioniert
Maxim Biller: Schwarze Samstage – Die Vergangenheit, die niemals aufgehört hat
Weißer Rausch von Anu Ojala – Verbrechen im Schatten der arktischen Kälte
„Die Pflege trägt viele Kasacks“: Wenn die Angst vor dem Altwerden aus dem Pflegealltag kommt
Die Sphären des Schicksals: Wenn die Vergangenheit ihre Geheimnisse zurückfordert
Die Ballade von Ronan McCoy von Colin Morgan – Wenn eine Freundschaft das Erwachsenwerden verändert
Der Nachtzug von Sebastian Fitzek – Wenn Spannung wichtiger wird als Glaubwürdigkeit
Elbstürme von Miriam Georg – Liebe, Verrat und der Preis der Freiheit
Elbleuchten von Miriam Georg – Verbotene Liebe und die dunkle Seite des Hamburger Wohlstands
Rezensionen
Die Regenschwimmerin von Romy Fölck – Rezension: Drei Frauen, eine alte Freundschaft und der Mut, neu anzufangen
Jede Seite an dir von Jana Crämer – Zwischen Buchliebe, Social Media und der Angst, sichtbar zu werden
Richard David Precht: „Auserzählt?“ – Über die Kultur und die Freiheit, selbst zu denken
Friedrich Nicolais „Sebaldus Nothanker“ – Was eine freie Überzeugung zum Leben braucht
Altes Land von Dörte Hansen – Rezension: Von Heimat, Flucht und Menschen, die nirgendwo dazugehören
Die Kate-Linville-Reihe von Charlotte Link: Alle Bücher in der richtigen Reihenfolge – mit Rezensionen
Was, wenn alles gut wird? von Lia Morgenstern – Rezension: Über die Angst vor dem Glück
Aprikosenkind von Judith Merchant: Wenn Mutterliebe zur gefährlichen Gewissheit wird
Salzwind von Miriam Georg: Wenn Freiheit einen Preis bekommt
Sturmland von Miriam Georg: Eine Liebe zwischen Freiheit, Geheimnissen und der rauen Nordsee
Alexander Puschkin: Eugen Onegin – Von der Liebe und der merkwürdigen Unfähigkeit, das Richtige zu tun
John Steinbeck: East of Eden – Wie viel Freiheit bleibt dem Menschen?
Herders „Fragmente“ zur deutschen Literatur – Eine Sprache sucht ihre eigene Bewegung
Hippels „Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber“ – Wenn Ausschluss sich Natur nennt

