Der Bösewicht

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Stille.
Nicht die friedliche,
die dich aushöhlt.
Die Stille,
die bleibt,
wenn etwas geht,
ohne ein Wort,
ohne Abschied.

Du treibst wie ein Körper,
den das Meer nicht will.
Ohne Richtung.
Ohne Ziel.

Erinnerungen schlagen zusammen,
mal sanft,
mal brutal.

Nähe war einmal da
jetzt ist sie zu schwer,
zu eng,
zu leer.
Angst kriecht hinein,
ein Schatten,
der erst zögert,
dann nicht mehr weicht.

Du funktionierst.
Lächelst.
Nickst.

Innen rennst du
vor Fragen,
die zu groß sind,
um sie zu halten.
vor Fragen,
die dich zerlegen würden,
würdest du stehenbleiben.

Du baust Mauern,
Schichten,
Masken,
alles, um dich selbst nicht zu spüren.

Du hoffst,
dass jemand dich erkennt,
ohne dass du dich öffnest.

Dann bricht etwas.
Traurigkeit wird zu Wut.
Wut zu Selbsthass.
Worte werden scharf.
Gedanken gefährlich.

Du zerstörst nicht die Welt
du zerlegst dich selbst.
Langsam.
Präzise.
Fast methodisch.

Dein Körper wird fremd,
dein Kopf ein Lärm,
dein Herz ein dunkler Sog.

Du nennst dich den Fehler.
Den Makel.
Den Bösewicht.
Es ist leichter,
dich selbst zu richten,
als an Hoffnung festzuhalten.

Die Erkenntnis kommt:
Es liegt nicht nur an dir.
Die Welt nimmt mehr,
als sie trägt.
Systeme zerbrechen Menschen,
nennen es Stärke.
Menschen hinterlassen Narben,
nennen es Liebe.
Richtig,
fühlt sich falsch an.

Du lässt den Kampf fallen,
nicht aus Schwäche,
nicht weil du aufgibst,
deine Kräfte sind verbraucht.
Nichts ist mehr übrig.

Und genau dort,
im Stillstand,
regt sich etwas.
Leise.
Kaum spürbar.
Aber da.

Ein Gedanke,
ein Flüstern:
Vielleicht bleibt es nicht für immer.
Vielleicht nur ein einziger Atemzug.
Ein Moment,
der nicht wehtut.

Ein feiner Riss in der Nacht,
ein Funke,
der das Schwarz kurz unterbricht.
Fast unsichtbar,
aber unbestreitbar da.

Vielleicht beginnt dort etwas.
Kein Sieg.
Kein Licht.
Nur ein langsames Aufrichten.

Schwer,
aber möglich.
Ein Schritt,
unsicher,
wacklig,
der erste seit langem.

Nicht viel.
Nicht genug.
Trotzdem ein Anfang,
der sich gegen den Druck stemmt.

Leise,
aber hartnäckig.
Nicht als Lösung,
aber als Halt.
Ein Halt, brüchig und dünn,
aber stabil genug für diesen Moment.

Vielleicht wirst du wieder fallen.
Vielleicht hält dieser Schritt.
Niemand weiß es.

Du hast dich bewegt.
Mehr, als du dir zugetraut hast.
Das ist kein triumphales Ende.
Aber es ist ein Weiter.
Rau.
Ungeschönt.
Standhaft,
gerade so.

Vielleicht findest du morgen
einen neuen Schritt
nicht leichter,
aber möglich.

Das Gewicht bleibt,
du lernst, es zu tragen,
ohne zu zerbrechen.
Manchmal genügt das,
selbst wenn alles in dir schreit.
Nicht schön.
Nicht leicht.
Aber echt.

Und vielleicht reicht das.
Für jetzt.

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