Vom 26. bis 29. Juni 2025 richtet sich der Blick der literarischen Öffentlichkeit erneut nach Klagenfurt: Das traditionsreiche Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Gegenwartsliteratur, findet zum 49. Mal statt. Veranstaltungsort ist wie jedes Jahr das ORF-Theater in Klagenfurt, von dem aus 3sat alle Lesungen und Diskussionen live überträgt – ab Donnerstag, 26. Juni, 10:00 Uhr, sowie als Livestream in der 3sat-Mediathek.
49. Tage der deutschsprachigen Literatur – Ingeborg-Bachmann-Preis 2025
Die Preisverleihung folgt am Sonntag, 29. Juni, ab 11:00 Uhr – ebenfalls live bei 3sat.
Die Autorinnen und Autoren 2025
Für den Ingeborg-Bachmann-Preis 2025 lesen folgende vierzehn Autorinnen und Autoren, die eigens dafür verfasste, unveröffentlichte Prosatexte einreichen:
- Thomas Bissinger (Deutschland)
- Natascha Gangl (Österreich)
- Max Höfler (Österreich)
- Nefeli Kavouras (Deutschland)
- Fatima Khan (Deutschland)
- Laura Laabs (Deutschland)
- Kay Matter (Schweiz)
- Tara Meister (Österreich)
- Nora Osagiobare (Schweiz)
- Josefine Rieks (Deutschland/Österreich)
- Almut Tina Schmidt (Deutschland/Österreich)
- Boris Schumatsky (Deutschland)
- Verena Stauffer (Österreich)
- Sophie Sumburane (Deutschland)
Thematische oder stilistische Erwartungen lassen sich vorab kaum benennen, doch erfahrungsgemäß reicht das Spektrum von autobiografischer Prosa über literarische Experimente bis hin zu gesellschaftskritischen Erzählformen.
Die Lesereihenfolge wird am 25. Juni im Rahmen der Eröffnungsfeier ausgelost.
Die Jury: Diskussion als Kern des Formats
Den Vorsitz der siebenköpfigen Jury übernimmt Klaus Kastberger, Leiter des Literaturhauses Graz. Mit ihm diskutieren:
- Mara Delius
- Brigitte Schwens-Harrant
- Philipp Tingler
- Mithu Sanyal
- Laura de Weck
- Thomas Strässle
Die Zusammensetzung garantiert auch in diesem Jahr eine lebendige Debatte: Von feuilletonistischer Zuspitzung über wissenschaftliche Analyse bis hin zu ästhetisch-politischen Fragestellungen ist alles dabei. In gewohnt offener Form sprechen die Jurymitglieder direkt im Anschluss an jede Lesung – oft ebenso streitlustig wie präzise, gelegentlich auch unbeabsichtigt komisch.
Moderation und Rahmenprogramm
Durch die Tage der deutschsprachigen Literatur führen Peter Fässlacher und „Kulturzeit“-Moderatorin Cécile Schortmann. Letztere spricht am Eröffnungstag mit dem Juryvorsitzenden Kastberger über die diesjährigen Erwartungen. Im weiteren Verlauf liefert „Kulturzeit“ einen Zwischenbericht mit ersten Leseeindrücken, Reaktionen und vielleicht bereits absehbaren Favorit:innen.
Preise und Auszeichnungen
Neben dem mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis, dem Ingeborg-Bachmann-Preis, werden vier weitere Preise vergeben:
- 3sat-Preis (7.500 Euro)
- Weitere, traditionell durch Medienpartner oder Institutionen verliehene Auszeichnungen (z. B. Kelag-Preis, BKS-Bank-Publikumspreis) folgen in bewährter Form.
Die genauen Modalitäten der Preisvergabe werden wie üblich im Verlauf der Veranstaltung kommuniziert.
Donnerstag, 26. Juni 2025, 10:00 Uhr 3sat
Topnews
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
Die Nominierten für den Bachmannpreis 2025 stehen fest
Ausschreibung zum Ingeborg-Bachmann-Preis 2025 läuft
Bachmannpreis 2026: Diese 14 Autorinnen und Autoren lesen in Klagenfurt
Natascha Gangl gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis 2025 – Ein Text, der sich einhört
Laura Schätte gewinnt den Ingeborg-Bachmann-Preis 2026: Warum „Was wir tragen“ Jury und Publikum überzeugte
Almut Tina Schmidt mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet
Tag 3 beim Bachmannpreis 2025:
"Ingeborg-Bachmann-Preis" auf 3sat: Die wichtigsten Infos im Überblick
Der Bachmannpreis 2019 - Ein Einblick
Was der 50. Ingeborg-Bachmann-Preis über die deutschsprachige Literatur erzählt
Wenn Literatur vor laufender Kamera verwundet wird
Sven Regener wird Mainzer Stadtschreiber 2026
Tag 2 beim Bachmannpreis 2025:
Tag 1 beim Bachmannpreis 2025: „Wir nehmen uns die Freiheit, zu gestalten“ – Nava Ebrahimi
Annett Gröschner wird Mainzer Stadtschreiberin 2025
Aktuelles
Simone Buchholz: Über Söhne – Kleine Geschichten über das Großwerden
The Executioners von John D. MacDonald: Der Roman hinter Cape Fear
Laura Schätte gewinnt den Ingeborg-Bachmann-Preis 2026: Warum „Was wir tragen“ Jury und Publikum überzeugte
Was der 50. Ingeborg-Bachmann-Preis über die deutschsprachige Literatur erzählt
Fleur Jaeggy: Die letzten Tage von Ingeborg
Iwan Heilbut: Zugvögel – Bevor die Welt zerbricht
Inga Hankas Little Hollywood erzählt vom Erwachsenwerden zwischen Videothek, Familienlast und den Versprechen der Neunziger
Weil sie lügt von Caroline Seibt: Ein Psychothriller über Wahrheit, Manipulation und die dunklen Folgen einer einzigen Entscheidung
Jan Fleischhauer: Du bist nicht allein – Wenn die Mehrheit schweigt
Die Mitternachtsreise von Matt Haig: Eine berührende Geschichte über Reue, Liebe und die Frage, was ein gelungenes Leben ausmacht
Yesteryear von Caro Claire Burke: Der Roman, der den Tradwife-Trend auf den Prüfstand stellt
Mikhail Zygar: Die Zukunft, die nie kam – Rezension des Sachbuchs über den Zerfall der Sowjetunion und Putins Russland
Bernhard Kegel: Rettung durch schnelle Evolution. Warum Arten unerwartet überleben – Die Natur antwortet
Hurra, der Sommer ist da
Ulf Poschardt: Bückbürgertum – Die Republik im Rückzug
Rezensionen
Die gute Tochter von Karin Slaughter: Ein Thriller über Trauma, Familie und die Gewalt, die niemals verschwindet
Das Buch Henoch: Die zensierte Apokryphe der Bibel – Rezension: Zwischen religiösem Geheimwissen und populärer Geschichtserzählung
Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello von Melanie Pignitter: Eine Reise nach Italien – und zurück zu sich selbst
Die Kinder des Wüstenplaneten von Frank Herbert: Der Roman, in dem die Dune-Saga ihre wahre Dimension entfaltet
Dunkle Sühne von Karin Slaughter: Ein düsterer Thriller über Schuld, Gewalt und die Geheimnisse einer Kleinstadt
Der Herr des Wüstenplaneten von Frank Herbert: Die geniale Fortsetzung, die den Mythos des Helden zerstört
Dune von Frank Herbert: Warum dieser Science-Fiction-Klassiker bis heute das Genre prägt
John Fowles’ „Magus“: Der Roman, der seinen Lesern misstraut
Positive Psychologie von Johanna E. Kappel: Kann positives Denken das Leben wirklich verändern?
Die 4-Stunden-Woche von Tim Ferriss: Das Buch, das unsere Vorstellung von Arbeit und Freiheit verändert hat
Powerless – Die Flucht von Lauren Roberts: Die düstere Fortsetzung der BookTok-Sensation