Mythen und Phantasie Aliens unter uns

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Schaut man sich die seit über hundert Jahren erscheinenden Filme und Bücher zum Thema Außerirdische, UFOs an, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass außerirdisches Leben längst unter uns weilt und ein jeder von uns früher oder später "geblitzdingst" wurde, wie es in dem Film "Men in Black" zu sehen ist. Wann aber hat die Geschichte der Aliens überhaupt begonnen? Woraus entsprang die Idee einer fremden, die Menschheit angreifenden Lebensform? Angst? Begehren? Eskapismus?

Aliens sind seit über einem Jahrhundert fester Bestandteil der Literatur. Wo kommt die Phantasie einer uns unbekannten Lebensform, die die Erde angreift? Woraus wird Science-Fiktion gemacht? Ängste? Begehren?Eskapismus? Bild: Pixabay (Symbolbild)

Die literarische Welt der Außerirdischen bietet unzählige Möglichkeiten, tief in unbekannte Welten abzutauchen und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Einer der ersten Autoren, die mit gewaltigen, beängstigenden Science-Fiction-Welten aufwarteten, war der englische Schriftsteller H.G. Wells, der sich mit seinem im Jahre 1897 veröffentlichten Roman "Krieg der Welten" in die Literaturgeschichte einschrieb. Bis heute gilt das Buch - neben Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde" - als ein Meilenstein der Science-Fiction-Literatur. Breiteren Kreisen wurde "Krieg der Welten" zunächst als Hörspiel, später dann aufgrund diverser Verfilmungen bekannt. Das täuschend echt wirkende Landen eines UFOs in den USA versetzte damals viele US-Amerikaner in Angst und Schrecken. Der Stoff aber hat sich bewährt. Seit 125 Jahren erscheint jährlich eine Neuausgabe des Werkes.

Außerirdisches Leben hat in der Literatur eine lange Tradition. Die aus Phantasie, Angst und Begehren geborenen Wesen sind als Manifestationen unserer Ängste längst fester Bestandteil unserer Kultur. Die stetige Bedrohung von Außen, der wir, ein verschwindend kleiner Punkt im Universum, sekündlich ausgesetzt sind - in diesem Gleichnis finden sich auch alltägliche Existenzangst wieder. Die Angst vor Verlust, vor Ohnmacht, vor dem Tod letztlich. Ob die kopernikanische Wende schuld an den Aliens ist? Vielleicht realisierten die Menschen, als sie festgestellten, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, dass sie wohlmöglich auch nicht alleine im All sind.

Gleichzeitig sind Aliens auch immer Metapher für Unbekanntes und Fremdes; Mythen, die uns in Abenteuer stürzen lassen. Gerade dort, wo es in der realen Welt an Abenteuern fehlt, feiert die Science-Fiction große Erfolge. In einer globalen Welt, in der in vielen Ländern dieselben Fastfood-Ketten vertreten sind, die gleichen Klamottenmarken und andere übereinstimmende Produkte, endet die Suche nach Abenteuern eben oft in Phantasiewelten. Unter Umständen in verschwörerischen...

Der inspirierende Roswell-Zwischenfall

Im Sommer 1947 ist in der Nähe der Kleinstadt Roswell im Bundesstaat New Mexico ein angeblich außerirdisches, unbekanntes Flugobjekt abgestürzt. Die Regierung und das Militär haben nicht alle Informationen offen gelegt. Erst war von einem Wetter-Ballon die Rede, dann sprach man plötzlich von einem Militärflugzeug. Der mysteriöse Absturz bot Stoff zur Spekulation, und es dauerte nicht lang, bis es Aliens waren, die auf die Erde herabgestürzt kamen. Ein UFO, vom Militär geborgen. Je stärker der Verdacht einer womöglich Verschleierung wurde, desto populärer und ausgeschmückter wurde das Narrativ einer Alienlandung. Das Phänomen von Roswell 1947 ist bis heut nicht ausdiskutiert. Fast jedes Jahr erscheinen neue Bücher, die bisher zurückgehaltene Erkenntnisse offenlegen und neue Theorien aufstellen. Zuletzt erschien das Buch "Roswell 1947" von Zachary Fry, welches im Januar 2021 publiziert wurde. Auch das Buch "Roswell 1947 und der Alien Autopsie Film" von Philip Mantel ist eine interessante Analyse zu dem Vorfall in Roswell. Mantel analysiert darin nicht nur den Absturz des Flugobjekts sondern auch den 1995 aufgetauchten UFO Film sowie die dazugehörigen Alien Autopsie des Londoner Geschäftsmannes Ray Santilli.

"Die drei Sonnen"

Doch warum greifen Aliens eigentlich immer die westliche Hemisphäre an und nicht zum Beispiel Indonesian oder Neuseeland? Der Autor Cixin Liu zeigt uns in seinem Roman "Die drei Sonnen" wie eine Alien-Invasion in China aussehen würde. Denn die Chinesen haben schon zur Kulturrevolution damit begonnen, Signale ins All zu senden, um als erste Nation der Erde Kontakt mit Aliens herzustellen. "Die drei Sonnen" spielt in den 60er Jahren. Eine kleine Spezialisten-Gruppe - bestehend aus Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren - startet ein streng geheimes Forschungsprojekt. Man sendet Signale ins All. Fünfzig Jahre später kommt die Antwort, und was einst Vision war, wird zur schrecklichen Wirklichkeit. Die Invasion der Aliens wird das Schicksal der Menschen für immer verändern.

Vielleicht öffnen sich mit Blick auf eventuelle außerirdische Lebensformen bald völlig neue Perspektiven, denn der menschliche technische Fortschritt erweitert stetig den Raum des Sicht- und Erkennbaren. Erst am Dienstag wurden die mit Spannung erwarteten Bilder des James-Webb-Weltraumteleskops veröffentlicht, die nie dagewesene Einblicke in die Vergangenheit des Universums präsentierten. Auch potenzielle Lebensspuren wurden dabei entdeckt.






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