Der US-amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen wurde in diesem Jahr mit dem renommierten Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Die Verleihung soll am 16. September in Lübeck stattfinden. Vor der Verleihung wird Franzen in deutscher Sprache aus seinem aktuellen Roman "Crossroads" lesen. Nach der Preisverleihung spricht der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Friedheld Marx mit dem Schriftsteller. Der Thomas-Mann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.
Jonathan Franzen zählt zu den bedeutendsten Romanciers der Gegenwart. Mit seinem 2001 erschienenen, dritten Roman "Die Korrekturen", in welchem er die Familie Lambert porträtiert, gelang ihm der internationale Durchbruch. Im Zentrum der Geschichte stehen die Bemühungen Enid Lamberts, die ihre Familie zu einem letzten gemeinsamen Weihnachtsfest zusammenzubringen versucht. Grund ist der körperliche und geistige Verfall ihres Mannes Alfred. Mit "Die Korrekturen" hat Franzen - 100 Jahre nachdem Thomas Manns großes Epos "Buddenbrooks" erschienen ist - die literarisch weitläufige Beschäftigung mit den maroden Strukturen einer Familie wieder auf den Plan gerufen. Dafür wurde der US-amerikanische Autor nun mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Franzen, so heißt es in der Begründung der Jury, habe die Tradition des großen Gesellschaft und Familienromans, verbunden mit Namen wie Tolstoi. Dostojewski und Thomas Mann, im 21. Jahrhundert wiederbelebt.
Verliehen wird der Preis am 16. September in der Hansestadt Lübeck. Jan Lindenau, Bürgermeister der Stadt, und der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Winfried Nerdinger, werden die Auszeichnung in den Lübecker Kammerspielen überreichen. Die Laudation wird der Schriftsteller und Essayist Michael Maar halten.
Jonathan Franzen liest in deutscher Sprache aus "Crooroads"
Bevor der Preis gegen 20 Uhr überreicht wird, liest Franzen ab 16:30 Uhr in deutscher Sprache - ebenfalls in den Kammerspielen - aus seinem aktuellen Roman "Crossroads". Im Anschluss spricht der Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Friedhelm Marx, mit dem Schriftsteller über seine Arbeit und die Literatur.
Der Thomas-Mann-Preis
Der Thomas-Mann-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 2010 verliehen. Er ging aus dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck sowie dem Großen Literaturpreis des Bayerischen Akademie der Schönen Künste hervor. Geehrt werden mit dem Preis SchriftstellerInnen, "die sich durch ihr literarisches Wirken ausgezeichnet haben im Geiste der Humanität, die das Werk von Thomas Mann prägte." Zu den Preisträgern des ursprünglichen Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck, gehören unter anderem Günter Grass (1996), Siegfried Lenz (1984), Marcel Reich-Ranicki (1987) und Daniel Kehlmann (2008). Zu den Preisträger des aktuellen Thomas-Mann-Preises gehören unter anderem Christa Wolf (2010), Juli Zeh (2013), Rüdiger Safranski (2014) und Nora Bossong (2020). Im vergangenen Jahr wurde Norbert Gstrein.
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