Glaube, Wissenschaft und Überangebot "Lesch sieht Schwartz": Hysterie ist auch keine Lösung

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Der Naturwissenschaftler Harald Lesch trifft den Theologen Thomas Schwartz. Gemeinsam diskutieren die beiden am Donnerstag (22. Juni) im ZDF über eine aufgeladene und aus den Fugen geratenen Zeit. In der ersten Ausgabe der vierteiligen Sendereihe "Lesch sieht Schwartz" geht es im Kern um die Fragen, wie wir mit der medialen Überflutung umgehen können, ob Wissenschaft und Glaube sich ausschließen und wie gefühlte von echten Bedrohungen abgegrenzt und unterschieden werden können.

Harald Lesch und Thomas Schwartz diskutieren in "Lesch sieht Schwartz" wie wir mit der medialen Informationsflut umgehen können, ob sich Wissenschaft und Glaube ausschließen und warum es wichtig ist, gefühlte und echte Bedrohungen voneinander zu unterscheiden. Bild: ZDF/Stefan Schneider

Wir leben in hysterischen Zeiten. Die insbesondere in hoch industrialisierten, westlichen Gesellschaften voranschreitende Sensibilisierung droht mancherorts in grenzenlose Erregtheit zu kippen. Rücksichtsvoller und emphatischer werden wir auf der einen, wütender, ungeduldiger und aggressiver auf der anderen Seite. Immer wieder ist dieser Sensibilisierungsprozess mit heftigen, emotionalen Entladungen verbunden. Hier protestieren sie lautstark und diskurs-scheu, dort fordern sie vehemente Verbote. Hier werden Journalistinnen und Journalisten brutal angegangen, dort werden Grenzüberschreitungen mit dem Ausschluss bestimmter Akteure bestraft. Ganz gleich aber um welche Form emotionaler Entladungen es sich im Einzelnen handelt, immer gibt es da die medialen Echokammern, in denen die eigene Meinung fortwährend reproduziert und bestätigt wird, in denen man sich des Applauses sicher, der Bestätigung gewiss sein kann. Hinzu kommt die tägliche mediale Berichterstattung, die uns mit Bildern und Schlagzeilen, mit Meinungen und Positionen überschütten. Der Ukraine-Krieg, die Klimakrise, die Corona-Gefahren. Täglich bringen uns die Nachrichten auf den neusten Stand, lassen dabei aber kaum die Möglichkeit, Geschehnisse einzuordnen, zu reflektieren. Lassen uns keine Ruhe.

In der ersten Ausgabe der vierteiligen Sendereihe "Lesch sieht Schwartz" spricht der Naturwissenschaftler Harald Lesch mit dem Theologen Thomas Schwartz unter anderem darüber, wie man angesichts dieser Überladung noch bei Sinnen bleiben kann. Welche Wege gibt es, der medialen Überforderung zu entkommen? Außerdem geht es um das Spannungsverhältnis zwischen Wissenschaft und Glaube. Lesch und Schwartz sind sich einig darin, dass es sich hier nicht um zwei sich ausschließende Gegensatzpaare handelt, dass Glaube und Wissenschaft parallele existieren können.

"Hysterie ist auch keine Lösung"

Kern ihrer Diskussion wird aber die Frage nach der Hysterie sein. Wie gehen die beiden persönlich mit dem oftmals erstickenden Informationsüberangebot um? Sie diskutieren die Unterscheide zwischen gefühlten und echten Bedrohungen, sprechen über die Ursprünge von Angst und Verzweiflung, um anschließend herauszuarbeiten, welche Kräfte und Methodiken dem ständigen Flirren der Medien entgegengesetzt werden können. Lesch und Schwartz bieten etwas, das wir mehr denn je brauchen, und allzu selten finden: Abstand, Ruhe, Unaufgeregtheit.

Harald Lesch

Harald Lesch ist Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator. Er moderiert die ZDF-Wissenschaftsreihe "Leschs Kosmos", die "Terra X"-Reihe "Faszination Universum" und zahlreiche andere "Terra X"-Sendungen sowie die YouTube-Kanäle "Terra X Lesch & Co." Harald Lesch erhielt zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Fernsehpreis 2018.

Thomas Schwartz

Thomas Schwartz ist römisch-katholischer Priester, Theologe, Honorarprofessor, Autor, Verleger und Fernsehmoderator. Zusammen mit Harald Lesch hat er mehrere Bücher veröffentlicht und die ARD-alpha-Reihe "Alpha bis Omega" moderiert. Thomas Schwartz ist außerdem Hauptgeschäftsführer der Hilfsorganisation Renovabis.

"Lesch sieht Schwartz" - Themen der kommenden Ausgaben

Drei weitere Folgen "Lesch sieht Schwartz" werden ausgestrahlt: zu Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen und Dreikönig.

In der zweiten Ausgabe von "Lesch sieht Schwartz" geht es um "Weniger ist das neue Mehr", um notwendige und positive Aspekte rund zum das Thema (Konsum-)Verzicht, um Verzicht als Kulturtechnik.

Auch das Thema "Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Hoffnung" ist eines für "Lesch sieht Schwartz".



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