Literaturpreis Der ZDF-"Aspekte"-Literaturpreis: Diese vier Romane stehen im Finale

Bereits zum 42. Mal wird in diesem Jahr der ZDF-"Aspekte"-Literaturpreis für das beste literarische Debüt des Jahres vergeben. Jetzt stehen die vier Finalisten fest. Eines der Bücher, ist auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises vertreten.

Die vier Finalisten des ZDF-"Aspekte"-Literaturpreises: Timon Karl Kaleyta, Lisa Krusche, Ariane Koch und Mithu Sanyal. Bild: ZDF/Simone Brand

Die finalen Anwärter auf den diesjährigen ZDF-"Aspekte"-Literaturpreis stehen fest: Timon Karl Kaleyta mit "Die Geschichte eines einfachen Mannes" (Piper), Lisa Krusche mit "Unsere anarchistischen Herzen" (S. Fischer), Ariane Koch mit "Die Aufdrängung" (edition suhrkamp) und Mithu Sanyal mit "Identitti".

 

Timon Karl Kaleyta: "Die Geschichte eines einfachen Mannes" (Piper)

Timon Karl Kaleyta erzählt von einem jungen Menschen, der voller Euphorie in die Welt stürmt. Ungestüm und nur von wiederkehrenden Unterbrechungen gehalten, schwebt der Protagonist in diesem Buch ständig zwischen Aufschwung und Abgrund.

Unser Erzähler ist vom Glück geküsst. Er, der Junge aus einfachem Hause, spürt, dass das Schicksal Großes mit ihm vorhat. Erst als Helmut Kohl 1998 die Wahl verliert, zeigt seine Zuversicht Risse. Wird nun alles schlechter? Nach dem Abitur macht er sich voller Euphorie und dennoch maximal besorgt auf die Reise nach ganz oben. Um ein Haar erlebt er mit seiner Band den großen Erfolg, beginnt beinahe eine steile akademische Karriere, fast findet er das Glück in der Liebe und tänzelt dabei ständig am Abgrund. Doch wenn man ihm glauben will – und nichts wünscht er sich mehr –, wird am Ende alles gut für ihn. (Klappentext)

Lisa Krusche: "Unsere anarchistischen Herzen" (S. Fischer)

In ihrem Debütroman "Unsere anarchistischen Herzen" stellt Lisa Kusche die Frage, wie eine geeignete Rebellion heutzutage überhaupt aussehen könnte. Sie schickt zwei Protagonistinnen auf die Reise, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch selten gut zusammenpassen.

Zwei junge Frauen: Charles und Gwen. Charles muss mit ihren Post-Hippie-Eltern aufs Land ziehen und will da unter keinen Umständen hin. Auf einen Kiosk, eine Palme und das Internet ist zum Glück noch Verlass. Und Gwen? Sie wohnt ganz in der Nähe und führt dort unbemerkt ein wildes, schmutziges Leben, um dem Wohlstand ihrer Eltern zu entkommen. Das Geld, das sie den Jungs aus der Tasche zieht, während sie mit ihnen schläft, spendet sie. Dass die beiden sich kennenlernen, ist definitiv überfällig. (Klappentext)

Ariane Koch "Die Aufdrängung" (edition suhrkamp)

Die Ich-Erzählerin in Ariane Kochs Debüt sieht sich eines Tages mit einem merkwürdigen Gast konfrontiert. Schnell wird dieser zum persönlichen Gegner. Ein Roman, der von Machtphantasien und Verwandlungen geprägt ist.

Eine junge Frau fristet ihr Dasein in einem zu großen Haus in einer zu kleinen Stadt neben einem dreieckigen Berg. Als dort ein Gast auftaucht, nimmt sie ihn kurzerhand bei sich auf. Der Gast ist ihr so vielversprechend neu wie fremd und wird schnell zum einnehmenden Mittelpunkt, aber auch Opfer inquisitorischer Machtfantasien. Bis er den Fängen der Hausherrin schließlich entkommt und sie selbst, wieder allein, eine lang ersehnte Reise antritt und nun ihrerseits zur Gästin wird. (Klappentext)

Mithu Sanyal "Identitti" (Hanser)

In "Identitti" beschäftigt sich die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal mit einem gegenwärtig viel und heiß diskutierten Thema: Identitätspolitik. Dabei unternimmt sie nicht nur ungewohnte Wendungen, sondern bürstet gelegentlich auch schroff gegen den Strich.

Was für ein Skandal: Prof. Dr. Saraswati ist WEISS! Schlimmer geht es nicht. Denn die Professorin für Postcolonial Studies in Düsseldorf war eben noch die Übergöttin aller Debatten über Identität – und beschrieb sich als Person of Colour. Als würden Sally Rooney, Beyoncé und Frantz Fanon zusammen Sex Education gucken, beginnt damit eine Jagd nach „echter“ Zugehörigkeit. Während das Netz Saraswati hetzt und Demos ihre Entlassung fordern, stellt ihre Studentin Nivedita ihr intimste Fragen. Mithu Sanyal schreibt mit beglückender Selbstironie und befreiendem Wissen. Den Schleudergang dieses Romans verlässt niemand, wie er*sie ihn betrat. (Klappentext)

Zum ZDF-"Aspekte"-Literaturpreis

Die Preisverleihung des diesjährigen ZDF-"aspekte"-Literaturpreises findet am Donnerstag, 21. Oktober 2021 auf dem "Blauen Sofa" und also im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt. Die Preisträgerin oder der Preisträger wird in der "aspekte"-Sendung am Freitag, 22. Oktober 2021, 23.30 Uhr im ZDF, vorgestellt.

Jury-Mitglieder waren in diesem Jahr: Mara Delius (Die Welt) Daniel Fiedler (ZDF), David Hugendick (ZEIT Online), Ludwig Lohmann (Buchhändler) und Nicola Steiner (Literaturclub, SRF).

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, und wird seit 1979 für das beste deutschsprachige Prosa-Debüt vergeben. Mit ihm wurden Autoren und Autorinnen wie Deniz Ohde, Vea Kaiser, Katja Petrowskaja, Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Zoë Jenny, Stephan Thome, Eugen Ruge, Hanns-Josef Ortheil, die spätere Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe und die spätere Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ausgezeichnet..

 
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