Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ehrt die belarussiche Literaturnobelpreisträgerin und Oppositionskämpferin Swetlana Alexijewitsch mit dem Bundesverdienstkreuz. Damit würdigt er nicht nur die literarischen Leistung der Schriftstellerin, sondern auch ihr politisches Engagement.
Die Literaturnobelpreisträgerin und belarussische Oppositionelle Swetlana Alexijewitsch erhält das Bundesverdienstkreuz. Das Leid, das Deutschland während des Zweiten Weltkrieges über Belarus gebracht habe, sei "kaum je eindrücklicher erzählt worden" als in Alexijewitschs Buch "Die letzten Zeugen", sagte Bundespräsident Steinmeier bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuz an die Schriftstellerin.
Im Bezug auf die demokratischen Protestbewegungen in Belarus sagte Steinmeier: "Wir haben über Ihr Land in diesem vergangenen Jahr mehr gelernt als wir je zuvor wussten." Swetlana Alexijewitsch bedankte sich, sichtlich überrascht, für das "unerwartete Geschenk", und bezeichnete ihr Tun als eine eher bescheidene Arbeit. Es sei nicht möglich, das in der ehemaligen Sowjetunion erzeugte Leid und Blut mit Worten zu stemmen.
Was aus Menschen herauskriecht
Der Kommunismus, warnte Alexijewitsch außerdem, sei bereit zu einem letzten Kampf. "Viele sind bereit, Henker zu spielen. Das sind unsere Landsleute." Sie könne nicht begreifen, warum Monster aus Menschen hervorkriechen, die denunzieren und grausam gegen ihr eigenes Volk handeln.
Mit Blick auf die Proteste in Belarus sagte Alexijewitsch, dass jene Oppositionelle, die mittlerweile mittels Gewalt von den Straßen vertrieben wurden, nicht einfach "in den Stall zurückkehren" und sich der Versklavung beugen würden. "Sie werden nie wieder diejenigen sein, die sie vor dem Sommer 2020 waren."
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