Der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie ist Gastredner auf der Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober. Rushdie war 1989 mit einer "Fatwa" belegt worden: Sein Roman "Die satanischen Verse" wurde als Kritik am Propheten Mohammed empfunden. Muslime in aller Welt waren aufgerufen, Rushdie zu töten.
Der Autor lebte jahrelang unter Polizeischutz an wechselnden geheimen Orten. Das Todesurteil wurde bis heute nicht aufgehoben, dennoch zeigt sich Rushdie inzwischen wieder in der Öffentlichkeit. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Literatur. Seine Erzählungen reichert er mit Elementen aus der Märchenwelt an. Dieses Vermischen von Mythos und Fantasie mit dem realen Leben wird als magischer Realismus bezeichnet.
Weltweiten Diskussion über Meinungsfreiheit im Publizieren
„Seine Biographie und sein literarisches Werk verleihen ihm eine gewichtige Stimme in der weltweiten Diskussion über Meinungsfreiheit im Publizieren “, sagt Buchmesse-Direktor Juergen Boos. Die Veröffentlichung streitbarer Literatur und die Konsequenzen daraus betreffen neben den Autoren die gesamte Verlagsbranche. Meinungsfreiheit und Grenzverläufe seien deshalb Schwerpunktthemen der diesjährigen Buchmesse.
Neues Buch - Ein modernes Märchen über den Kampf der Welten
Weiterer Anlass für den Auftritt des weltweit renommierten Autors ist zudem sein neues Werk „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ (C. Bertelsmann), ein modernes Märchen über den Kampf der Welten und das Spannungsfeld zwischen Glaube und Vernunft. Der Roman erhält bereits begeisterte Kritiken, mit am schönsten nachzulesen bei Anne Haeming auf Spiegel Online: „…gibt es neben Rushdie keinen, der so stringent und beneidenswert lässig Computerspiel-Strategien, Marvel-Comic-Zitate, griechische Mythologie, indischen HipHop-Slang und eben 1001 Nacht in schönstem postmodernen Chaos zusammenwebt. Hier passen René Magritte, Medusa, Yoruba-Göttinnen, ein super platziert abgedruckter Goya-Stich, "Terminator", Aristoteles zum wie Sinatra croonenden Präsidenten. Dazwischen düst eine Tequila saufende Dschinn herum, die Frauenverächter jagt, ihr Superheldenname: "Mutter". Endlich erfindet jemand so eine Figur! Nach diesem Buch fragt man sich mal wieder, wieso einer, der die humanitäre Kraft der Literatur postuliert und sie im Schreiben selbst reflektiert, keinen Nobelpreis hat. Er feiert die Kraft der Worte als Gift und Gegengift zugleich. Es ist eine einzige fantasietrunkene Party gegen den Irrsinn der Welt.“ (Quellen: dpa; FBM)
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