Mit einer Videobotschaft auf Youtube äussert Katrin Göring-Eckardt mit deutlichen Worten ihren Unmut zu den Hasstiraden auf Facebook. Die Fraktionscheffin von Bündnis 90/Die Grünen steht als engagierte Unterstützerin der Flüchtlingswelle auf Facebook in scharfer teils unter die Gürtellinie gehender Kritik.
Ein ungeschickte Äusserung führte zu einem Shitstorm
Mit einem Satz auf der Generaldebatte im deutschen Bundestag am Mittwoch löste Katrin Göring-Eckhardt eine Welle von Kommentaren im Netz aus. Sie sagte: „30 Prozent der Kinder und Jugendlichen heute haben bereits einen Migrationshintergrund und dabei hab ich die Ossis jetzt noch nicht mitgerechnet.“ Ein Satz, den sie momentan sicher bereut. Kurz darauf entstand auf Facebook die Seite „Strafantrag gegen Katrin Göring-Eckardt - GRÜNE“. Die Facebook-Seite zählt mittlerweile mehr als 2400 Likes.
Die Flüchtlingswelle teilt Deutschland
Die Flüchtlingswelle ist für Deutschland nicht nur organisatiisch eine Herausforderung. Die Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen spaltet das Land. Da gibt es die einen, die ihren privaten Frieden in einem abgeschotteten Deutschland gefärdert sehen, und auf der anderen Seite stehen diejenigen, die den Flüchtlingen bedingungslose Hilfe leisten wollen. Die aktuelle Diskussion lässt dabei viele Rassisten und Nazis wieder laut werden. Auch wenn die letzten Tage gezeigt haben, dass die Gegner der Flüchtlinge eine Minderheit sind, so lassen deren Kommentare in den sozialen Netzwerken in Abgründe blicken, die man eigentlich mit dem Ende des Nazi-Herschafft in Deutschland im letzten Jahrhundert endgültig beerdigt glaubte.
Rassisten und Gegner der Einwanderung schreiben im Internet ungehindert Hass-Kommentare
Katrin Göring-Eckard wird momentan von Rassisten und Gegnern der Flüchtlinge aufs übelste beschimpft. In einem Video liest sie einige der Kommentare vor und fordert zu einer neuen Netzkultur auf. Die Beschimpfungen reichen von „Grünes Dreckspack und Ami-Schlampe“ bis zu echten Drohungen wie "Verbrennen sollte man euch“ und "Ich schlage keine Frauen. Aber bei dir würde ich eine Ausnahme machen“. Einige Texte gehen soweit, das sie Frau Göring-Eckard nicht vorlesen will. Teilweise sind die Kommentare auch deutlich aus der rechten Ecke wie "Frau Gehring Eckhardt, oder wie immer sie heissen wollen, keiner hat sie gewählt, oder mit Aufgaben die nicht zum Wohle des Volks sind beauftragt. Ich kann nur raten das Land zu verlassen, denn schon bald stehen wir vor ihnen “. Es gibt auch Drohungen wie „Ihr gehört alle am nächsten Baum aufgehangen“. Bei vielen Kommentaren bleibt die Frage offen, warum diese nicht von Facebook unterbunden werden.
Euer Dreck spornt mich und an
Für die primitiven Kommentare findet Katrin Göring-Eckard eine ebenso klare Antwort „Es ist das allerletzte, .. es ist Dreck, er gehört in die Mülltonne“ und „Euer Dreck spornt mich und an“. Und für Facebook hat sich ebenfalls eine einfache Botschaft: „Sorgt endlich dafür dass solche Hasstiraden nicht im Internet stehen“. In einer Sendung der ARD forderte Katrin Göring-Eckardt, dass es ein Lösch-Gremium von Facebook in Deutschland geben muss. Nutzer können bei Facebook unpassende Inhalte melden. Diese werden in der Facebook-Zentrale geprüft. Momentan sitzen dafür Teams in Dublin, Hyderabad, Austin und Menlo Park.
Hashtag auf Twitter
Unter dem im Video angezeigten Hashtag #NoHateSpeech äußerten sich bei Twitter bereits viele hundert Menschen. #NoHateSpeech gehört momentan zu den «Trending Topics» des Netzwerkes. Leider finden sind darunter auch wieder die Hass-Kommentare wie auf Facebook.
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