Am 31.August erschien der neue Roman „Gehen, ging, gegangen“ von Jenny Erpenbeck über Flüchtlinge, von Tod und Krieg und dem Wegsehen und Hinsehen. Ihr Werk ist mittlerweile auf der Longlist der nominierten Bücher für den Deutschen Buchpreis 2015, der im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.
Vorlage für Roman auch eigene Geschichte
Für das Buch führte Jenny Erpenbeck über eine lange Zeit intensieve Gespräche mit Flüchtlingen aus Afrika, die bis 2011 Gastarbeiter in Libyen und später, nach dem Fall Gaddafis, auf der Flucht nach Italien waren. Wie so viele Flüchtlinge aus Afrika, kamen sie über gefährliche Fahrten per Boot von Afrika nach Europa. In ihr Buch flossen aber auch Erfahrungen der eigenen Familie mit ein. Zum einen waren die Großeltern Erpenbecks als Antifaschisten in während Nazi-Diktkatur in der Emigration, der andere Teil musste später aus Ostpreußen flüchten. Sie selbst wuchs in der DDR auf, und fand sich mit Mauerfall auch in einem neuen Land wieder.
Hauptfigur Professor aus der DDR
Hauptfigur des Romans ist Richard, ein in der DDR aufgewachsener ehemaliger Professor. Er kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Jenny Erpenbeck will mit dem Buch keine Helden schaffen, sie will eher reflektieren, wie Menschen sich dem Thema stellen. Das Buch ist im Knaus Verlag als gebundene Ausgabe und als E-Book erschienen.
Jenny Erpenbeck
Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Berlin geboren. 1999 debütierte sie mit der Novelle »Geschichte vom alten Kind«, der weitere literarische Veröffentlichungen folgten, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Ihr zuletzt erschienener Roman »Aller Tage Abend« wurde von Lesern und Kritik gleichsam gefeiert und vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2013 mit dem Joseph-Breitbach-Preis und 2015 mit dem Independent Foreign Fiction Prize.
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