Die MeToo-Debatte zeigt deutlich, wie spannungsreich das Verhältnis zwischen den Geschlechtern heute noch ist. Wie sieht die Zukunft von Mann und Frau aus? Wie steht es künftig um die Gleichberechtigung, und wie müssen sich Mann und Frau in Zukunft zueinander verhalten?
Das fragt Gastgeber Richard David Precht in der ZDF-Sendung "Precht" am Sonntag, 16. September 2018, 0.00 Uhr, die Philosophin und Chefredakteurin des "Philosophie Magazins" Svenja Flaßpöhler, die sich aktuell mit ihrem Buch "Die potente Frau. Für eine neue Weiblichkeit" kritisch mit der MeToo-Dabatte auseinandersetzt. Im Gespräch mit Precht verurteilt die Philosophin männlichen Machtmissbrauch und männliche Gewalt gegen Frauen scharf. Doch sieht sie in der MeToo-Debatte auch die Gefahr, dass ein respektabeler, interessanter Dialog zwischen Mann und Frau nachhaltig gestört werden könnte. Falßpöhler sagt provokant: "Wer eine Welt ohne Belästigung will, will in letzter Konsequenz eine Welt ohne Verführung."
Was unterscheidet Frau und Mann wirklich, fragt Precht. Welche Rolle spielen Kultur und Evolution für die Rollenverteilung? Muss die Körperlichkeit der Geschlechter überwunden werden, wie es die amerikanische Philosophin und Feministin Judith Butler ("Das Unbehagen der Geschlechter") propagiert hat? Oder sollte sie viel mehr noch bewusster gelebt werden? Und welche Funktion haben Zweierbeziehung, Ehe und Kleinfamilie heute noch?
Der Begriff Feminismus wurde anfang des 19. Jahrhunderts von dem französischen Philosophen und Sozialisten Charles Fourier entwickelt, der über die Begriffsentwicklung hinaus ein Konzept vorschlug, nach dem Frauen und Männer in größeren Kommunen zusammenleben sollten. Sexuelles Erleben, das Zeugen und Aufziehen von Nachwuchs oder ein rein geistiger Austausch sollte mit unterschiedlichen Partnern möglich sein und vor allem sollten dadurch unterdrückte Leidenschaften vermieden werden. Bestehen die Konflikte zwischen Frau und Mann möglicherweise nur deshalb, weil wir falsch zusammenleben, fragen sich Precht und seine Gesprächspartnerin Svenja Flaßpöhler.
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