Ob Ariadne und Theseus, Daidalos und Ikaros – die berühmtesten Gestalten aus der klassischen Mythologie werden in diesem fesselnden Roman zu echten, greifbaren Menschen. Während der weltbekannte griechische Schriftsteller Nikos Kazantzakis in seinem Roman „Im Palast von Knossos“, den er einst für ein Jugendmagazin geschrieben hat, griechische Mythologie neu interpretiert, führt er seine Leser mitten in das pralle Alltagsleben einer 3.500 Jahre alten Zivilisation.
Rechtzeitig zum 60. Todestag des großen Kreters im Jahre 2017 erscheint nun der im Jahr 1981 erstmals veröffentlichte Jugendroman „Im Palast von Knossos“ von Nikos Kazantzakis in der Übersetzung von Michaela Prinzinger im Verlag der Griechenland Zeitung (GZ).
Wer ist der Fremde? Ihren Anfang nimmt die Geschichte im Palast von Knossos auf Kreta, in dessen Hof schon seit drei Tagen ein junger Mann – schlank, 20 Jahre alt, kastanienbraunes Haar, am roten Gürtel ein Messer mit goldziseliertem Griff – herumstreift und auf König Minos wartet. Seine Kleidung lässt darauf schließen, dass der Mann nicht von hier ist. Als Prinzessin Ariadne ihn zu sich bittet und ihm das Lied von Minotauros, der jedes Jahr vierzehn Opfer verschlingt, die aus Athen anreisen, vorsingen lässt, wird ihr durch dessen Reaktion schnell klar: Der junge Mann ist Theseus, der Sohn des Königs von Athen – er ist gekommen, um Minotauros zu töten.
Indem Kazantzakis klassische Mythologie mit historischen Tatsachen verbindet, erzählt er von einem Wendepunkt der Geschichte, vom Untergang des minoischen Hofs und Aufstieg des Stadtstaats Athen. Dabei bietet die Lektüre des Romans mehrere Ebenen. Einerseits ist „Im Palast von Knossos“ eine spannende und lebendig erzählte Abenteuergeschichte, die eine neue Sicht auf die Figuren der griechischen Mythologie erlaubt. Andererseits ist der Roman auch eine historische Allegorie, in der ein im Zerfall begriffenes Herrschaftssystem von einer aufstrebenden Zivilisation abgelöst wird.
Ursprünglich geschrieben für ein junges Publikum, lässt die Nach und Neuerzählung der griechischen Mythologie und Geschichte durch einen der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts auch erwachsene Leser nicht mehr los.
Über Nikos Kazantzakis
Nikos Kazantzakis war einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1883 in Iraklio auf Kreta geboren, studierte er Rechtswissenschaften in Athen und Staatswissenschaften in Paris. Bereits 1907 wurde er mit dem Roman „Der Tag bricht an“ in Griechenland bekannt. Zusammen mit seinem Freund Georgios Sorbas, dem er in seinem berühmtesten Buch ein Denkmal setzte, versuchte er sich in den Jahren 1916/17 als Pächter eines Bergwerks auf dem Peloponnes. Nach dem Scheitern des Projekts engagierte er sich in der griechischen Politik. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane „Alexis Sorbas“ (1946), „Griechische Passion“ (1948) und „Die letzte Versuchung Christi“ (1951). Kazantzakis starb 1957 in Freiburg im Breisgau.
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