Die Interessenvertretung der Deutschlehrkräfte hat heute (19. Dezember) ein Schreiben veröffentlicht, in dem sie "die Verpflichtung auf eine Beschäftigung mit Holocaustliteratur in den Kerncurricula und Lehrplänen für das Fach Deutsch" fordert. Dringlichkeit und Eile seien geboten, heißt es in der "Paderborner Erklärung". Jüngste Ereignisse zeigten die "Gefahren von Verdrängen und Vergessen" in bedrohlicher Deutlichkeit.
Die Interessenvertretung der Deutschlehrkräfte fordert in einem heute veröffentlichten Schreiben, Holocaust-Literatur zur Pflichtlektüre an Schulen zu machen. "Nicht zuletzt jüngere Studien zum Wissen um den Holocaust bei jüngeren Menschen müssen in diesem Zusammenhang tief besorgen", heißt es im Schreiben. Die Beschäftigung mit dem Holocaust müsse breiter und anders aufgestellt werden. Als Ansatz nennt die Interessenvertretung in ihrer Initiative die Verknüpfung von historisch-politischen Lernprozessen mit Formen der ästhetischen Bildung.
"In der Kombination von Erinnern und Erzählen, von multidirektionaler Erinnerung und der Auseinandersetzung mit literarischen Inszenierungsmustern liegen große Chancen für sprachlich-literarische, zugleich für persönlichkeits- und entwicklungsfördernde Lernprozesse." Im Fach Deutsch könnten beispielsweise multiperspektivische Zugänge eröffnen werden. "Daneben ist an Comics, Graphic Novels, Filme und digitale Angebote zu denken; zudem sollte die Beschäftigung mit „Zeitzeugen-Interviews“ (gerade in ihrer digitalen Form) im Deutschunterricht endlich gestärkt werden."
Ende der Zeitzeugenschaft
Als Grund für die Erklärung nennen die Initiatorin um Prof. Dr. Sascha Feuchert auch das "Ende der Zeitzeugenschaft", also das Sterben der Überlebenden des Holocaust. Daneben dokumentierten auch die zahlreichen erschreckenden "Ereignisse und Geschehnisse" in jüngerer Zeit, wie groß die Gefahren von Verdrängen und Vergessen sind.
Die Deutschlehrervereinigung betont, dass die Schule der einzige Sozialraum sei, den alle Menschen durchlaufen. Daher sei es wichtig, dieses Ort für eine moderne Erinnerungskultur zu nutzen.
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