Der ehemalige russische Geheimagent Sergueï Jirnov hat ein Sachbuch geschrieben, in welchem er versucht, eine Erklärung für die russische Politik und den Krieg in der Ukraine zu finden. In dieser Woche steht "L’engrenage" (zu deutsch "Das Räderwerk") auf Platz 3 der französischen Bestsellerliste.
Wie der russische Präsident Wladimir Putin, begann auch Sergueï Jirnov seine Ausbildung zum Spion beim sowjetischen In- und Auslandsgeheimdienst KGB im Jahre 1984. Heute lebt Jirnov im französischen Exil. In Frankreich ist der ehemalige Geheimagent in letzter Zeit ein gefragter Gast. Sämtliche TV-Sendungen fragen den als Russland-Experten geltenden Jirnov an, fragen nach Erklärungen und Einschätzungen bezüglich des russischen Krieges in der Ukraine. Nun hat Jirnov ein Buch vorgelegt, dass innerhalb kürzester Zeit die französische Sachbuch-Bestsellerliste eroberte.
Nachdem Jirnov den KGB in den 1990er Jahren aufgrund eines nicht ausgestellten Spionagediplom verklagte, kam es zum Bruch. Daraufhin verfolgte Russland den Ex-Agenten wegen Offenlegung von Staatsgeheimnissen im Internet. Jirnov flüchtete ins französische Exil, wo er seit 2001 lebt.
"Ich hatte keine Ahnung, dass dieser unscheinbare Mann eines Tages die höchste Macht erlangen würde"
Im Klappentext seines Buch "L’engrenage" ("Das Räderwerk") heißt es: "Ich bin Wladimir Putin in meinem Leben mehrmals über den Weg gelaufen. Ich hatte keine Ahnung, dass dieser unscheinbare Mann eines Tages die höchste Macht erlangen würde." Jirnov weiß um die Machenschaften und Gepflogenheiten innerhalb des russischen Spionage-Apparats. Sein Buch könnte durchaus zu einem besseren Verständnis für die russischen Machtstrukturen und der Logik Putins beitragen. Der Verlag spricht von einem Blick "hinter die Kulissen der wahren Macht".
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