Alkohol

Vorlesen

Was will denn dieser Jüngling hier,

bestellt auf einen Schlag vier Bier.

.

Drei Schnäpse will er noch dazu,

dann gibt er endlich seine Ruh'.

.

Setzt sich hin ins letzte Eck

und trinkt in Kürze alles weg.

.

Nun fängt er an zu diskutieren,

über Gott, die Welt und funktionieren.

.

Dann kommt Bestellung Nummer 2,

das gleiche noch einmal mit Brei.

.

Trinkt alles weg in knapper Zeit,

der Brei ist das was übrig bleibt.

.

Die Diskussion wird immer bunter,

nun sind sie schon beim Bommerlunder.

.

Was folgt ist Order Nummer drei,

diesmal ist kein Brei dabei.

.

Durch den Schnaps und das Bier,

überkommt den Jüngling eine Gier.

.

Die Bedienung hat ihn iritiert,

doch die ist mi'm Wirt liiert.

.

Dieser hatte schon gespannt,

dass die zwei von sich gebannt.

.

Spricht darauf den Jüngling an:

"Halt an Dir, sonst gibt's 'nen Fang".

.

Plötzlich fliegt der kalte Brei,

an dem dicken Wirt vorbei.

.

Trifft die Frau vom Kirchenleiter,

hat noch Schwung und dreht sich weiter.

.

Landet nah dem Kanapee,

trifft den Eitlen mit Toupet.

.

Der fängt den Teller sehr behend,

schickt ihn retour ganz vehement.

Frau Pfarrer dreht sich permanent,

der Wirt duckt sich ganz excellent,

so trifft er voll den Delinquent.

.

Nun die Mär von diesen Reimen,

lass den Brei und trink Dir einen.

Gefällt mir
1
 

Weitere Freie Texte

Freie Texte

Die Statue von Bernini

Patricia Vellard

...... Als sie die Kirche betrat, umspielte Paulines Nase sofort ein sanfter Hauch von Weihrauch. Die schwere Kirchentür fiel hinter ihr ins Schloss. Andächtig schaute sich Pauline um. Nur zwei dunkle Gestalten, zwei alte Frauen in langen schwarzen Gewändern, saßen in den Bänken. Das Licht der Sonne fiel durch die hohen Fenster in die Kirche und gab diesem Ort eine feierliche und geheimnisvolle Atmosphäre. Die hohen steinernen Wände und der Marmorboden waren glatt und kalt. Gelegentliches ...
Freie Texte

Sergej SIEGLE: Der Monolog

Sergej SIEGLE

O Jüngling – Verliebter, mit glühendem Blick, vom Pathos berauscht, von den Versen entzückt. Zerstreut und verloren, so trotzig, so fern, der Reimende „wieder“ mit „Widder“ so gern. Sag mir, wo bleibt wohl unbändiger Mai, wo Straßenbahn kreischte und rollte vorbei? Und wo jene Zelle, verrostet, ein Hohn – ein Hörer vereist – „Smartphone“-Vision … Die Haltestelle: „Zum Dichterduell!“* (hält nicht der Ikarus – das gelbe Modell.) Ein Anhalter – im Wagen, im Taxi, vorbei – „Zehn Rubel zum Zentrum?“ ...

Aktuelles