Hellmuth Karasek Die besten Sprüche vom Literatur-Papst

Mit Hellmuth Karasek ist eine der wichtigsten Stimmen der Literaturszene verstummt. Nicht nur im "Literarischen Quartett" war Karasek für seine markigen Sprüche bekannt. Ein Rückblick.

Hellmuth Karasek
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  	  	Aktuelles
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  	  	Das Literarische Quartett
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  	  	ISBN 978-3453412699
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  	  	ISBN 978-3869950754
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  	  	ISBN 978-3867178648
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Foto: Olivier Lefavre Hellmuth Karasek begeisterte durch viel Wortwitz.

Mit dem Tod von Hellmuth Karasek hat der Literaturbetrieb nicht nur einen ausgewiesenen Fachmann verloren, sondern eine Kapazität, die ebenso unterhaltsam wie Marcel Reich-Ranicki über Literatur debattieren konnte.

 

Lesering blickt zurück auf eine Auswahl von Karaseks amüsantesten Zitaten.

  • "Ich habe mir fest vorgenommen, mich nicht unter meinem Niveau zu ärgern."

  • "Das Literarische Quartett ist keine Schule für gutes Benehmen."

  • "Ich habe den Radebeuler Schwadroneur des Nahen Ostens und Wilden Westens nie so verschlungen wie die meisten anderen Jungs, mir waren seine 600-Seiten-Schwarten zu wenig lustig und zu wenig Liebe drin, kein Sex." (über Karl May)

  • "Immer wenn es um erotische Bücher ging, hat Frau Löffler leicht gouvernantenhaft reagiert, bei Autorinnen sogar stutenbissig. (...) Sie verachtet eben alles, was nicht schwer ist und Spaß macht. Für sie muss Kunst Nachsitzübung sein." (Karasek über Sigrid Löffler, die dann das literarische Quartett im Streit verlassen hatte.)

  • "Sie hatte bisher keine großen Auflagen, denn Rumänien ist für uns heute die vergessene Dunkelkammer Europas." (über Herta Müllers "Atemschaukel")

  • "Er hat, glaube ich, gemocht, dass ich damals ziemlich skrupellos bereit war, vor der Kamera zu sprechen." (Über die Motive von Marcel Reich-Ranickis, ihn zum "Literarischen Quartett" zu holen)

  • "Ulla Hahn hat etwas zu erzählen, aber sie kann es leider nicht erzählen." (Über Ulla Hahns "Das verborgene Wort")

  • "Sie wollte einen Eklat produzieren, um zu zeigen, wie schlecht man sie beim ZDF behandelt. Leider ist in den Tagen danach ein Amoklauf daraus geworden. Was sie etwa über Thomas Gottschalk gesagt hat, war höchst furienhaft." (2008 im Spiegel über Elke Heidenreichs Kritik am ZDF)

  • "Beziehungen sind zur Katastrophe verurteilt, wenn man sie nicht in etwas anderes überführt."

  • "Das Auto hat dem Menschen die Freiheit versprochen, aber durch die ungeheure Vermehrung hat es die Freiheit wieder genommen."

  • "In unserer Gesellschaft gilt die moralische Regel: In dubio Prosecco."

  • "Fellini war zunächst mal Busenfetischist!"

  • "Brecht war gut als Aushängeschild gegenüber dem Westen, aber er war unbeliebt. Zu links und zudem Formalist."

  • "Hamburg ist eine sehr tolerante Stadt. Man darf hier zu dick sein, ohne des Landes verwiesen zu werden."

  • "Fußball ist das erfolgreichste Theater der Neuzeit."
 

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