Mit seinem neuen Buch führt der Historiker Ralf Piorr uns in das Ruhrgebiet, nach Herne und Wanne-Eickel, in das Jahr 1933, in dem die Nazis die Macht ergriffen. Mit einem 12-köpfigen Rechercheteam hat Piorr akribisch Zeitungsartikel aus dieser Zeit studiert und nach einer Eklärung gesucht, wieso das damals kommunistisch dominierte Ruhrgebiet in nur einem Jahr von den Nazis erobert werden konnte.
Für Piorr stehen die persönlichen Geschichten im Mittelpunkt. Er betrachtet sowohl Opfer als auch die Täter und Profiteure. Von 19 Menschen hat er in kurzen Beiträgen geschildert, was mit ihnen nach 1933 geschah.
Herne und Wanne-Eickel, das waren zwei klassische Bergarbeiterstädte, fest in der Hand der Kommunisten. 1933 konnte sich niemand diesen gewaltigen Wandel vorstellen. Man träumte hier noch von einer kommunistischen Revolution, selbst dann noch, als am 30.Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Piorr hat bewusst die Tagebuchform in seinem Buch gewählt, um den Umwandlungsprozess in diesen beiden Orten nachvollziehbar zu erzählen.
Die Kommunisten wurden im Stillen entsorgt. Sie wurden von den Nazis zusammengeknüppelt und in Konzentrationslager gesperrt. Das öffentliche Leben nahm daran nur wenig Anteil. Es wurde weiter Fußball gespielt und Feste wurden gefeiert. Die Nazis verstanden es, die technische Entwicklungen wie Rundfunk und Film für sich zu nutzen. Mit dem Volksempfänger schlichen Sie sich in die Stuben der Arbeiter, die Filme spiegelten die Philosophie der Nazis wieder und mit der Wochenschau in den Kinos konnte die eigene Propaganda verbreitet werden.
In nur vier Monaten schafften es die Nazis aus einer Demokratie einen Diktatur zu errichten. Um die Geschehnisse in dieser kurzen Zeit nachzuvollziehen, wurden sechs verschiedene Tageszeitungen herangezogen. 1500 Zeitzungen wurden von der 12-köpfigen Recherchegruppe gesichtet. Unterstützt wurde das Projekt durch die DGB-Geschichtswerkstatt und das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und der Kulturinitiative Herne.
Das Buch ist im adhoc-Verlag erschienen und ab sofort im Buchhandel unter der ISBN 978-3-9814087-6-8
für 25 Euro erhältlich.
Topnews
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
100 Jahre „Der Zauberberg“ - Was Leser heute daraus mitnehmen können
Oschmann: Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“ – Umstrittene russische Übersetzung
Magie im Dritten Reich
Das Lachen und der Tod
Annett Gröschner: Schwebende Lasten
Tag der Deutschen Einheit: Ein Fest der Erfinder?
Der Verschollene
"Geschichte vergeht nicht. Sie wirkt fort."
Tag der Befreiung: "Kind, versprich mir, dass du dich erschießt..."
Die Hohenzollern und die Nazis: "Lieber Herr Hitler! ..."
Russland, China und der Westen
An allem sind die Juden schuld
Für eine humanistische Revolution
Die grüne Macht: Wie die Ökopartei das Land verändern will
Einer muss doch anfangen! Das Leben der Sophie Scholl
Streiten für die Demokratie!
Gewalt gegen Frauen in Deutschland
Aktuelles
Karussell der Gedanken
Jessica Ebenrecht
Das erwachsene Land von Holger Stark – Der Moment, in dem der große Bruder wegschaut
Goldstrand von Katerina Poladjan – Ein Ferienort als Versprechen, eine Couch als Beichtstuhl
Borcherts „Draußen vor der Tür“ als Protokoll einer Rückkehr, die keine ist
Die jüngste Tochter
Nele Seyfarth
Krieg
Franzi C.
Der Bösewicht
Paul