"Wir haben uns an wirklich allerhand gewöhnt" Briefwechsel zwischen Sarah Kirsch und Christa Wolf

Vor Kurzem veröffentlichte der Suhrkamp Verlag den über Jahrzehnte lang anhaltenden Briefwechsel zwischen Sarah Kirsch und Christa Wolf. Die Schriftstellerinnen zählen zu den bedeutendsten deutschen Nachkriegsautorinnen. Ein Teil des Buches "Wir haben uns an wirklich allerhand gewöhnt" präsentieren Marion Poschmann und Judith Schalansky in einer Lesung. (Video im Beitrag enthalten)

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  	  	ISBN 978-3518428863
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Foto: Suhrkamp Das Buch "Wir haben uns an wirklich allerhand gewöhnt" zeigt den über drei Jahrzehnte lang andauernden Briefwechsel zwischen Sarah Kirsch und Christa Wolf.

Die Werke dieser beiden Autorinnen wurden in viele Sprachen übersetzt, feierten internationale Erfolge und führten zu der ein oder anderen Debatte. Wie aber sah es hinter den Kulissen aus? Der Suhrkamp Verlag veröffentlichte Ende des Jahres 2019 einen Briefwechsel zwischen Sarah Kirsch und Christa Wolf. Hier werden wir mit Alltagserfahrungen konfrontiert, mit Beobachtungen und Gedanken am Rande der jeweiligen Werke.

 

Voraussetzung des Schreibens

Fast drei Jahrzehnte lang - von 1962 bis 1990 - stehen diese beiden Autorinnen in Korrespondenz, schreiben über die Unterschiede des Literaturbetriebs in Ost- und Westdeutschland, über die Männer, über die Kinder und über das politische System. Hier schaut der Leser / die Leserin den Autorinnen über die Schulter und erhält gewissermaßen Einblicke in die Schreib-Werkstätten. Denn gerade die herrschenden, politischen Strukturen waren Grundvoraussetzung des jeweiligen Werkes.

Einen kurzen Einblick in den - wie Suhrkamp ankündigt - mal strengen mal verspielten, mal heiteren mal verzweifelten, mal schnoddrigen und mal ehrlichen Tonus dieser Korrespondenzen, gibt eine Lesung auf Youtube. Die Autorinnen Marion Poschmann und Judith Schalansky lesen aus dem Briefwechsel und demonstrieren dabei, wie tief und wertvoll einmal das war, was heut längst von WhatsApp-Nachrichten abgelöst wurde.


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Zu den Autorinnen



Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg an der Warthe geboren. Sie zählt zu bedeutendsten Schriftstellerinnen der DDR. Ihre Werke wurden von der Literaturkritik kontrovers diskutiert, insbesondere nach 1989. Kritiker wie Frank Schirmmacher (ehemaliger Mitherausgeber der FAZ) kritisierten die über das politische System Schreibende darin, eine zu einseitige Position eingenommen zu haben. Befürworter Wolfs halten sie hingegen für eine wichtige Stimme und Repräsentantin der literarischen Entwicklung Ostdeutschlands. Christa Wolf erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 1980 den Georg-Büchner-Preis.

Sarah Kirsch wurde 1935 in Limlingerode, im Kreis Nordhausen geboren. Der erste Gedichtsband der Lyrikerin erschien 1965 und trägt den Titel "Gespräche mit Saurier". Kirsch setzte sich in ihren formal offenen Gedichten zunächst mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander, später überwiegten Naturbetrachtungen und darin enthaltene Reflexionen des lyrischen Ichs. Damit zählt Kirsch bis heut zu einer der wichtigsten lyrischen Stimmen in deutscher Sprache.


 

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