Satire als Waffe Wie Autoren dem Postfaktischen begegnen

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Die satirische Neuerscheinung "T-RUMP-EL-PFAD - Moritat in 13 7/5 Bildern" von François Loeb liefert auf 124 Seiten ein skurril überhöhtes Abbild der gegenwärtigen politischen Weltlage. Die Realitäten treten dadurch um so deutlicher hervor.

François Loeb - Schriftsteller aus Passion!Zuvor Unternehmer und Politiker(Schweizer Nationalrat 1987-1999). Foto: Twitter @LoebFrancois

Wir leben in einem Zeitalter der Fakten. Der alternative Fakten. Von nicht anwesenden Menschenmengen bis zu nie stattgefunden Anschlägen, von Nazivorwürfen gegen Gegner des NS-Regimes bis zu manipulierten Referenden: Alternative Fakten umnebeln das Gehirn und machen es dem Bürger immer schwerer, zwischen Propaganda und der Wahrheit zu unterscheiden.

Gezielte Desinformation durch "Fake-News", vor allem in den sozialen Netzwerken, sorgen für wachsende Verunsicherung. Eine Verunsicherung, die von Agitatoren an den Rändern des politischen Spektrums mit "Lügenpresse!"-Rufen freudig zusätzlich befeuert wird. Je hysterischer die öffentliche Diskussion, desto reicher die Ernte für Extremisten an den Wahlurnen.

Für Journalisten, die sich von Berufswegen der Wahrheit verpflichtet fühlen, gibt es kaum einen härteren Vorwurf, als den der Lüge. Und obwohl Autoren heute weltweit mehr und schnellere Informationsquellen zur Verfügung haben, obwohl politische Whistleblower berühmt geworden sind, kann die Organisation "Reporter ohne Grenzen" nur erschreckend wenige Länder nennen, in denen die Pressefreiheit als "gut" bezeichnet werden darf. Dadurch ergibt sich für Journalisten eine Verpflichtung Michael Rediske (Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen) formuliert sie so: "Wenn sich selbstherrliche Präsidenten und Regierungen per Gesetz jeder Kritik entziehen, fördert das Selbstzensur und erstickt jede politische Diskussion. Dabei sind lebendige, debattierfreudige Medien gerade dort nötig, wo die Probleme am größten sind ..."

Den dringenderen Ruf, einen Beitrag zur politischen Debatte zu leisten, vernehmen aktuell auch Autoren außerhalb des journalistischen Genres. Wie Schauspieler Alec Baldwin, der zurzeit an einer Trump-Satire schreibt. Oder wie der Schweizer Autor François Loeb, dessen Polit-Egomanen-Satire jetzt veröffentlicht wurde.

Als ehemaliger Politiker kennt Loeb den Politikbetrieb und seine Notwendigkeiten nur zu gut. Umso mehr treibt es ihn als Schriftsteller an, nicht nur über das zu schreiben, was man für wünschenswert hält, sondern über das was ist. In seinem neuesten Werk T-RUMP-EL-PFAD bedient er sich dabei der politischen Groteske. T-RUMP-EL-PFAD ist die Antwort auf alle regierenden Egomanen, die die Pressefreiheit und weitere Freiheitsrechte mit Füßen treten und versuchen, unsere Welt in ein absurdes Theater zu verwandeln.

Während wir in der Realität gleich mit mehreren operettentauglichen Präsidenten und Staatenlenkern zu tun haben, gewinnt im Buch ein Theaterdirektor mit nie da gewesenen Methoden im Handstreich die Herrschaft über die Bevölkerung. Was hier Wählerbeeinflussung mittels Big-Data ist, ist in der Satire eine bewusst erzeugte Theater-Sucht. In François Loebs Groteske macht die entfesselte Gier nach immer mehr und mehr Theater das Volk gänzlich blind für den herrschenden Irrsinn.

Das E-Book T-RUMP-EL-PFAD ist jetzt für EUR 2,99 bei Amazon.de, buch.de und direkt beim Verlag Tredition erhältlich.

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