Leipzig liest: Von Alltäglichkeiten, Umbrüchen und der Arbeit am Erzählen

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Leipzig liest verteilt sich vom 19. bis 22. März 2026 über mehr als 300 Orte in der Stadt und auf dem Messegelände. Rund 2.000 Veranstaltungen sind angekündigt. Autor:innen, Übersetzer:innen und Verlage stellen die Neuerscheinungen des Frühjahrs vor – Romane, Sachbücher, Kinder- und Jugendtitel.

cms.klmts Leipziger Buchmesse

Unter dem Motto „Wo Geschichten uns verbinden“ versammelt das Lesefestival der Leipziger Buchmesse bekannte Namen ebenso wie neue Stimmen. Das vollständige Programm mit allen Terminen wird am 19. Februar 2026 online veröffentlicht. Bereits jetzt zeichnet sich ein Programm ab, das unterschiedliche literarische Felder nebeneinanderstellt, ohne sie zu hierarchisieren.

Alltag als Material

Mehrere angekündigte Titel kreisen um Selbstbilder, Öffentlichkeit und die Routinen des Alltags. Daniela Katzenberger stellt ihr Buch „Katze goes Muskelkater“ (Südwest Verlag, 28.01.2026) vor. Alice Schwarzer präsentiert „Feminismus pur“ (Heyne, 11.02.2026), ein politisches Wörterbuch in 99 Begriffen.

Aurel Mertz ist mit „Alpha-Boys“ (Knaur, 02.02.2026) angekündigt. Lutz van der Horst stellt „Konfetti-Blues“ (Droemer, 03.11.2025) vor. Heinz Strunk liest aus „Kein Geld, kein Glück, kein Sprit“ (Rowohlt, 15.07.2025). Max Prosa bringt sein Werk „Wildwuchs“ mit nach Leipzig.

Die Bücher unterscheiden sich in Ton und Genre, verbinden sich aber über die Frage, wie sich Leben, Arbeit und Selbstentwurf unter gegenwärtigen Bedingungen erzählen lassen.

Debüts und erste Bücher

Ein Schwerpunkt liegt auf Debütromanen. Gesine Demes und Annika Prigge stellen gemeinsam „Zum ersten Mal“ (kiwi space, 12.03.2026) vor. Julia Bähr präsentiert ihren Roman „Hustle“ (pola, 26.09.2025).

Parshad Esmaeli liest aus „Papa weg. Mama müde. Ich laut.“ (Knaur, 02.03.2026). Joana June ist mit dem Debüt „Bestie“ (pola, 12.08.2025) vertreten.

Die Texte erzählen von Übergängen, unsicheren Arbeitsverhältnissen, familiären Konstellationen und der Suche nach Orientierung. Großstadt, Popkultur und soziale Erwartungen sind dabei feste Bezugspunkte.

Romane über Veränderung

Auch neue Werke etablierter Autor:innen sind angekündigt. Maxim Leo stellt „Einatmen. Ausatmen“ (Kiepenheuer & Witsch, 12.03.2026) vor. Norbert Gstrein präsentiert seinen Roman „Im ersten Licht“ (Hanser, 17.02.2026).

Lena Gorelik liest aus „Alle meine Mütter“ (Rowohlt, 13.03.2026). Peggy Mädler ist mit „Selbstregulierung des Herzens“ (Galiani Berlin, 12.02.2026) angekündigt. Elias Hirschl stellt „Schleifen“ (Zsolnay, 27.01.2026) vor.

Im Zentrum dieser Bücher stehen biografische Brüche, politische Hintergründe und langfristige Verschiebungen gesellschaftlicher Ordnung.

Politische Sachbücher

Das Sachbuchprogramm widmet sich aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen. Jörg Baberowski stellt „Am Volk vorbei“ (C.H. Beck, 20.02.2026) vor. Ruth Hoffmann präsentiert „Raubzug von rechts“ (Goldmann, 11.03.2026).

Marcel Hopp liest aus „Was geht mich das an?“ (S. Fischer, 25.02.2026). Sebastian 23 bringt „Zusammenhaltestelle“ (bene!, 02.03.2026) nach Leipzig. Eva von Redecker stellt „Dieser Drang nach Härte“ (S. Fischer, 11.03.2026) vor. Elisa Hoven ist mit „Das Ende der Wahrheit“ (DuMont, 16.09.2025) vertreten.

Die Bücher untersuchen Machtverschiebungen, politische Verantwortung und den Umgang mit öffentlicher Verunsicherung.

Kinder- und Jugendprogramm

Das Kinder- und Jugendprogramm ist Teil des regulären Festivalangebots. Katja Reider liest aus „Kommissar Pfote ermittelt“ (Loewe, 12.03.2026) am Samstag, 21. März 2026, um 15 Uhr im Neuen Schauspiel.

Sabine Bohlmann präsentiert „Willkommen bei den Grauses 3: Der Schulwahnsinn“ (Planet!, 25.02.2026) am Sonntag, 22. März 2026, um 10:30 Uhr im Theater der jungen Welt.

Rachel Bright und Jim Field gestalten gemeinsam mit Big Moe eine Bilderbuchparty zu „Der Löwe in dir“ (Magellan, 2016, Übersetzung: Pia Jüngert) am Freitag, 20. März 2026, um 10 Uhr im Leipziger Zoo.

Weitere angekündigte Autor:innen sind Ursula Poznanski mit „Erebos 3“, Ute Krause mit „Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?“ sowie Paul Maar mit „Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank“.

Offene Konstellationen

Leipzig liest bündelt unterschiedliche literarische Formate, Generationen und Themen. Das Festival stellt Texte nebeneinander und überlässt ihre Verbindung dem Publikum.

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