Freiburg, den 22. Januar 2024 - Der renommierte Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wurde in diesem Jahr an die herausragende Lyrikerin Anja Utler verliehen. Die 1973 in Schwandorf geborene und in Leipzig lebende Dichterin erhielt die Auszeichnung für ihren Gedichtband "Es beginnt. Trauerrefrain", der im Jahr 2023 in der Edition Korrespondenzen erschien.
Die Jury, bestehend aus sieben Autoren, Literaturkritikern und -wissenschaftlern, traf ihre Entscheidung in einer Sitzung am 19. und 20. Januar 2024 und würdigte Anja Utlers Werk als eine herausragende Neuerscheinung des Jahres 2023. Der mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis wird traditionsgemäß am 3. April, dem Geburtstag des Namensgebers Peter Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen. Die Preisstifter sind der Südwestrundfunk (SWR) und das Land Baden-Württemberg.
Der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wurde erstmals im Jahr 1984 ins Leben gerufen und würdigt seitdem jedes Jahr ein außergewöhnliches lyrisches Werk aus dem vergangenen Jahr. Benannt ist der Preis nach Peter Huchel, einem bedeutenden Lyriker und langjährigen Chefredakteur der Literaturzeitschrift "Sinn und Form". Peter Huchel wurde im Jahr 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin geboren und verstarb am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau.
Die Jury begründete ihre Wahl mit den Worten: "Anja Utlers Trauerrefrain beginnt mit einer Zäsur: dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, der für die Dichterin jede politische, existenzielle und poetische Sicherheit infrage stellt. Von zwei Einsatzpunkten aus findet sie zur Sprache: in einer Folge von 209 kleinsten Gedichten und in einem luziden Essay. Die Vierzeiler, deren erster Vers durchweg lautet, 'Es beginnt der Tag', sind tastende Sprachkonzentrate am Rande des Sagbaren. In ihrer Abfolge bilden sie eine Litanei von größter Intensität." Die Jury würdigt die intellektuell brillante wie poetisch umsichtige Suche, die von der Hoffnung getragen ist (so Utler mit Václav Havel), "dass etwas Sinn hat, ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht."
Anja Utler reiht sich mit dieser Auszeichnung in die Liste bedeutender Preisträger:innen des Peter-Huchel-Preises ein, zu denen unter anderem Elke Erb, Thomas Kling, Friederike Mayröcker, Dinçer Güçyeter und Judith Zander gehören.
Die Verleihung des Peter-Huchel-Preises an Anja Utler wird am 3. April 2024 in Staufen im Breisgau stattfinden. Die Auszeichnung würdigt nicht nur das herausragende Talent der Lyrikerin, sondern auch die wichtige Rolle, die zeitgenössische Lyrik in der deutschen Literaturlandschaft spielt. Der Preis unterstreicht die Bedeutung von Lyrik als Ausdrucksform für aktuelle gesellschaftliche und politische Themen.
Topnews
Erich Lejeune: „Lebe ehrlich, werde frei!“ – Ein Leben sucht seine Ordnung
H. G. Wells zum 160. Geburtstag: Mit der Zeitmaschine zurück zu ihrem Erfinder
Unser Geburtstagskind im August: Mary Shelley
Unser Geburtstagskind im Juli: Franz Kafka und die Kunst, sich nicht zurechtzufinden
Unser Geburtstagskind im Juni: Thomas Mann und die brüchige Ordnung der Welt
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Jan Kuhlbrodt erhält den Klopstock-Preis 2026: Literatur als Schule des Zweifels
Warum «Schlich ein Puma in den Tag» zu den außergewöhnlichsten Kinderbüchern des Jahres gehört
Peter-Huchel-Preis 2026 für Nadja Küchenmeister: „Der Große Wagen“ als lyrisches Sternbild der Übergänge
Literarische Spannung in Leipzig: Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2025
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geht an Maria Stepanova
Preis der Leipziger Buchmesse startet mit 359 Büchern
403 Bücher im Rennen um den Preis der Leipziger Buchmesse 2018
neobooks ruft den Indie Autor Preis im Genre Romance aus
Preis der Leipziger Buchmesse 2017
Aktuelles
Wenn die Tage kürzer werden und die alten Märchen zu uns zurückkehren
„Asterix erobert Rom“ wird 50: Warum der Passierschein A 38 noch immer funktioniert
Maxim Biller: Schwarze Samstage – Die Vergangenheit, die niemals aufgehört hat
Weißer Rausch von Anu Ojala – Verbrechen im Schatten der arktischen Kälte
„Die Pflege trägt viele Kasacks“: Wenn die Angst vor dem Altwerden aus dem Pflegealltag kommt
Die Sphären des Schicksals: Wenn die Vergangenheit ihre Geheimnisse zurückfordert
Die Ballade von Ronan McCoy von Colin Morgan – Wenn eine Freundschaft das Erwachsenwerden verändert
Der Nachtzug von Sebastian Fitzek – Wenn Spannung wichtiger wird als Glaubwürdigkeit
Elbstürme von Miriam Georg – Liebe, Verrat und der Preis der Freiheit
Elbleuchten von Miriam Georg – Verbotene Liebe und die dunkle Seite des Hamburger Wohlstands
Die Regenschwimmerin von Romy Fölck – Rezension: Drei Frauen, eine alte Freundschaft und der Mut, neu anzufangen
Jede Seite an dir von Jana Crämer – Zwischen Buchliebe, Social Media und der Angst, sichtbar zu werden
Druckfrisch: Denis Scheck spricht mit Andrea Wulf und Lutz Seiler über ihre neuen Bücher
Played by the Piper – Die Unbeugsame von Raven Kennedy: Rezension über eine Welt voller Plagen und eine Liebe, die zur Gefahr wird
Richard David Precht: „Auserzählt?“ – Über die Kultur und die Freiheit, selbst zu denken
Rezensionen
Friedrich Nicolais „Sebaldus Nothanker“ – Was eine freie Überzeugung zum Leben braucht
Altes Land von Dörte Hansen – Rezension: Von Heimat, Flucht und Menschen, die nirgendwo dazugehören
Die Kate-Linville-Reihe von Charlotte Link: Alle Bücher in der richtigen Reihenfolge – mit Rezensionen
Was, wenn alles gut wird? von Lia Morgenstern – Rezension: Über die Angst vor dem Glück
Aprikosenkind von Judith Merchant: Wenn Mutterliebe zur gefährlichen Gewissheit wird
Salzwind von Miriam Georg: Wenn Freiheit einen Preis bekommt
Sturmland von Miriam Georg: Eine Liebe zwischen Freiheit, Geheimnissen und der rauen Nordsee
Alexander Puschkin: Eugen Onegin – Von der Liebe und der merkwürdigen Unfähigkeit, das Richtige zu tun
Herders „Fragmente“ zur deutschen Literatur – Eine Sprache sucht ihre eigene Bewegung
Hippels „Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber“ – Wenn Ausschluss sich Natur nennt