Der Gründer und bisherige Direktor des Internationalen Literaturfestivals Berlin tritt von seinem Posten zurück. Im vergangenen Jahr hatten sich Mitarbeiter über ein "toxisches Arbeitsklima" beklagt.
Der Kulturmanager Ulrich Schreiber tritt nach 22-jähriger Tätigkeit als Direktor des Internationalen Literaturfestivals Berlin (ILB) zurück. Wie das ILB am Montag bekannt gab, wird Schreiber die Leitung bereits zum 31. März dieses Jahres abgeben. In einer Stellungnahme des Festival-Gründers heißt es, er werde dem ILB weiterhin verbunden bleiben und es über dessen Trägerin, die Peter-Weiss-Stiftung, weiter begleiten. Schreiber bedankte sich bei den Mitarbeitern und Gästen. Mit Blick auf die vergangenen Jahre schreibt er: "Das ILB ist zu einem der renommiertesten Literaturfestivals weltweit geworden." Einen expliziten Grund für seinen Rücktritt nannte er nicht.
Vorwürfe: Zu hohes Arbeitspensum, "toxisches Arbeitsklima"
Im vergangenen Jahr hatte es vermehrt Kritik an Schreibers Führungsstil gegeben. Mitarbeiter beklagten sich über einen von "Aggressivität, Respektlosigkeit, Misstrauen und Unprofessionalität" geprägten Umgang. Auch war von einem "toxischen Arbeitsklima" die Rede, sowie von einem dauerhaft zu hohen, bis zum äußersten ausgereizten Arbeitspensum. Einige ILB-Mitarbeiter beklagten sich daraufhin schriftlich bei Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Kultursenator Klaus Lederer und der Peter-Weiss-Stiftung.
Schreiber wies die Vorwürfe in der geäußerten Härte zurück, räumte allerdings ein, dass es innerhalb des Teams zu Konfliktsituationen gekommen und er hie und da "etwas ungehalten gewesen" sei. Er stellte darüber hinaus Veränderungen in Aussicht, unter anderem eine Verschlankung des Festival-Programmes.
Auch der Berliner Kultursenat und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hatten bereits Gespräche über "Strukturen und Abläufe" des Festivals geplant. Die nächste Ausgabe beginnt am 6. September.
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