In diesem Jahr feiert die Leipziger Buchmesse ihr Comeback als Präsenzveranstaltung. Vom 27. bis 30. April - präventiv um einen Monat nach hinten verschoben - präsentiert die Bücherschau im Verbund mit der Manga-Comic-Con ein vielfältiges Programm mit spannenden AutorInnen, Neuerscheinungen und Diskussionen. Altbewährte Formate werden dabei mit neuen Ansätzen verknüpft. Die Geschäftsführung zeigt sich optimistisch.
"Die Verlagswelt blickt nach vorn und damit nach Leipzig", wird Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, auf der Leipziger Messe-Seite zitiert. "Zahlreiche namhafte Verlage – von den großen Gruppen bis hin zu den kleinen Ideengebern – haben sich für die Leipziger Buchmesse 2023 angemeldet. Sie möchten gemeinsam mit uns die Welt der Literatur feiern, Denkanstöße geben, aber auch Diskussionsräume schaffen, wie sie in jetzigen Zeiten so dringend gebraucht werden. Darauf freuen wir uns sehr!"
Das große Interesse wird nicht zuletzt auf die finanzielle Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zurückzuführen sein. Im Rahmen des Förderprogramms "Neustart Kultur" erhalten Aussteller in diesem Jahre Rabatt auf ihre Stadtmiete erhalten. Eine Förderung, die nicht gesondert beantragt werden muss, sondern bei der Rechnungsstellung direkt abgezogen wird.
Gastland Österreich "Meaoiswiamia" / "mehr als wir"
Unter dem Motto "Meaoiswiamia", sprich "mehr als wir", tritt das Gastland Österreich in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse auf. Man will gewohnte Denkweisen hinter sich lassen, voreiligen Schlüssen und Vorurteilen den Wind aus den Segeln nehmen und als Nachbarland bewusst mit Klischees brechen. Um einen ersten Einblick in das auf der Buchmesse zu erwartende Programm zu geben, findet derzeit eine Literaturhaus-Tour quer durch den deutschsprachigen Raum statt. (Infos dazu finden Sie hier)
Neben Österreich will sich auch Portugal auf der Messe präsentieren. Nach der pandemiebedingten Absage konnte das geplante Programm bisher nicht gezeigt werden. In diesem Jahr können BesucherInnen nun ausgewählte Programm-Elemente erleben, und portugiesische Autorinnen und Autoren auf der Bühne erleben.
"Nie war es dringender als jetzt miteinander zu reden."
Im Zentrum der Leipziger Buchmesse 2023 wird der Diskurs stehen. "Nie war es dringender als jetzt miteinander zu reden, auch miteinander zu streiten, aber immer einander zuzuhören", so Buchmessdirektor Oliver Zille. "Wenn das Wort eines kann, so ist es neue Sichtweisen zu eröffnen, zu überraschen und – im besten Fall – einander besser zu verstehen. Wenn das der Buchmesse im kommenden Jahr gelingt, so haben wir unser wichtigstes Ziel erfüllt. Dafür stehen wir und dafür setzen wir uns ein!"
Zu erleben sein wird Literatur aus Südosteuropa. Das Traduki-Netzwerk präsentiert im Rahmen der Leipziger Buchmesse Literatur aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien. Im Gespräch mit Autorinne und Autoren lädt das Netzwerk darüber hinaus ein, Differenzen und Ähnlichkeiten zu entdecken und zu besprechen.
Forum für eine offene Gesellschaft
Erstmals wird in diesem Jahr das sogenannte "Forum für eine offene Gesellschaft" auf der Bücherschau präsent sein. Hier sind einstündige Spots geplant, in denen gesellschaftliche Themen rund um Vielfalt und Diversität diskutiert werden. Autorinne und Autoren treffen dabei auf Politiker, Wissenschaftler und Journalisten. Weitere - auch internationale - Diskussionen ermöglichen Programme wie "Café Europa" oder das "Forum Weltweit". Eine separate Bühne ist für Verleger und AutorInnen aus der Ukraine geplant.
"Leipzig liest" vereint neue und bewährte Formate
Auch das größte Lesefest Europas - "Leipzig liest" - wirft in diesem Jahr wieder einen Blick auf die Literaturwelt. Dabei werden bereits bewährte Formen mit neuen, facettenreichen Bühnenprogrammen verbunden. Ein neu geschaffenes Forum beschäftigt sich mit den Echokammern der Medien. Im Halbstundentakt wird es Gespräche mit Autorinnen und Autoren über ihre Frühjahrsnovitäten geben. Zusätzlich planen ARD und ZDF große Bühnenauftritt mit den Denkerinnen und Denkern unserer Zeit. Flankiert werden diese Programme von offenen Paneldiskussionen und Büchertischen, die zum Gespräch mit den AutorInnen einladen. Und natürlich wird in der gesamten Stadt gelesen: An vielen Orten öffnen am Abend Bibliotheken, Kinos, Museen, Galerien zum Rendezvous mit Literatur.
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