Mit seinem Buch "Wir sind dann wohl die Angehörigen" ließ der Autor Johann Scheerer die Republik 2018 mit anderen Augen auf die Entführung seines Vaters, den Philologen und Sozialforscher Jan Philipp Reemtsma, blicken. Der NDR verfilmte den Titel. Die gleichnamige Kino-Produktion von Autor und Regisseur Hans-Christian Schmid eröffnet am 29. September mit einer Weltpremiere das Filmfest Hamburg.
Mehr als vier Wochen lang musste der damals 13-jährige Johann Scheerer im Frühjahr 1996 um das Leben seines entführen Vaters, den Publizisten Jan Philipp Reemtsma, bangen. Zwei Betreuer der Polizei, der Anwalt der Familie und ein enger Freund bildeten damals eine Schicksalsgemeinschaft. Etwas mehr als 20 Jahre Später schrieb Scheerer auf mitreißende und berührende Weise von jenen 33 Tagen in seinen Leben. Sein Debüt "Wir sind dann wohl die Angehörigen" bot eine neue Perspektive auf die Reemtsma-Entführung und traf die Republik tief. Der NDR hat das Buch unter gleichem Titel verfilmt. Am 29. September eröffnet der Film das Filmfest in Hamburg.
Zum Inhalt
Am 25. März 1996 wird der Publizist Jan Philipp Reemtsma von zwei Tätern überwältigt und anschließend entführt. Am Tatort - in der Straße Krumdals Weg in Hamburg-Blankenese - hinterlassen die Täter einen mit einer Handgranate beschwerten Brief mit einer Lösegeldforderung von 20 Millionen D-Mark. Nachdem zwei polizeilich durchgeführte Geldübergabeversuche scheiterten, organisierte Reemtsmas Angehörige die erfolgreiche Übergabe ohne Wissen der Polizei.
Sein Sohn Johann und seine Frau Ann Kathrin erleben bis dahin, wie sich ihr Zuhause über Nacht in eine Einsatzzentrale verwandelt. Mehr als vier Wochen lang wird Johann Zeuge, wie zäh das Ringen mit den Entführern ist, und wie die quälende Ungewissheit allen im Haus zu schaffen macht. Wie hält man die Sorge, die Angst und die Langeweile aus? Wie füllt man die Tage, wenn jederzeit alles passieren kann, man aber gleichzeitig zum Warten gezwungen wird?
Die Besetzung
"Wir sind dann wohl die Angehörigen" ist eine Produktion der Firma 23/5 Filmproduktion GmbH in Koproduktion mit NDR, BR und in Zusammenarbeit mit ARTE. Hans-Christian Schmid inszenierte das gemeinsam mit Michael Gutmann entwickelte Drehbuch. Britta Knöller und Hans-Christian Schmid produzierten zusammen für die 23/5 Filmproduktion. Neben Claude Heinrich als Johann und Adina Vetter als Ann Kathrin Scheerer spielen Justus von Dohnányi, Hans Löw, Yorck Dippe, Enno Trebs und Fabian Hinrichs.
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