Vor 75 Jahren wurde das Tagebuch der Anne Frank erstmals veröffentlicht. Bis heut treiben die Aufzeichnungen, die Anne im Alter von 13 Jahren niederzuschreiben begann, Leserinnen und Leser um. Auch auf jüngere Generationen haben die dokumentarischen Einträge eine prägende, identitätsstiftende Wirkung, wie der Leiter der Anne Frank Bildungsstätte in Frankfurt, Meron Mendel, bestätigt.
"Anne Franks Kampfgeist und die humanistische Botschaft ihres Tagebuchs inspirieren Kinder und Jugendliche, die sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung empören genauso wie Erwachsene, die dem erstarkenden Rechtspopulismus etwas entgegensetzen wollen, oder die Fridays-for-Future-Bewegung, die ihr Engagement für Klima- und Umweltschutz mit Fragen nach Gerechtigkeit verbindet", sagt Meron Mendel, Leiter der Anne Frank Bildungsstätte in Frankfurt. Seine Erfahrung zeigt: Die Auseinandersetzung mit dem Leben und Leiden Anne Franks ist gerade mit Blick auf gegenwärtige Probleme für jüngere Generationen hilfreich. Um sich dem Thema zu nähern, gibt es mittlerweile ganz unterschiedliche Möglichkeiten.
Comic, Film, Instagram und TikTok
"Die Verheerung muss schrecklich sein, ganze Straßenzüge liegen in Trümmern. Man hört von Kindern, die verloren in den schwelenden Ruinen ihre toten Eltern suchen. Mir läuft es noch kalt den Rücken hinunter, wenn ich an das dumpfe, dröhnende Donnern in der Ferne denke."
Anne Frank schreibt in ihrem Tagebuch aus einer Perspektive, die junge Menschen gut nachvollziehen und nachempfinden können. Die Dokumentation der täglichen Erlebnisse in Form eines Tagebuches würde den Jugendlichen gut gefallen, sagt auch Mendel. Dies sei keineswegs nur bei der "Generation Selfie" der Fall. Jede Generation finde einen ganz eigenen, neuen Zugang zu Anne Frank, konfrontiert sich auf andere Weise mit dem Leidensweg des Mädchens. Das liegt zum einen daran, dass das Thema heutzutage überall, auf sämtlichen Plattformen vertreten ist. Zu anderen bietet der Teenager Anne Frank einen Zugang für die Auseinandersetzung mit Konflikten der Gegenwart, und hat gerade daher ein hohes Identifikationspotential.
Jugendliche sehen sich heute immer früher mit wichtigen, existenziellen Fragen konfrontiert, reden über demokratische Werte und Menschenrechte, engagieren sich politisch, beschäftigen sich mit Aus- und Abgrenzung, mit Verachtung und Gewalt. Anne Frank bietet zu vielen diesen Themen nach wie vor einen Zugang. "In ihrem Tagebuch beschäftigt sie sich mit Antisemitismus und verschiedenen Formen der Ausgrenzung, mit Fragen nach Krieg und Frieden, nach einer besseren Welt, mit Menschenrechten und Demokratie", so Mendel.
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