ebook Reader Kindle Voyage: Lohnt sich der Umstieg in die Luxus-Klasse?

Mit einem Startpreis ab derzeit rund 190 € gehört Amazons Kindle Voyage zu den Top-Modellen der reinen E-Book-Reader. Im Lesering-Test zeigt sich, dass das Gerät viel komfortabler als der selbst bereits gut ausgestattete Kindle Paperwhite 3 ist.

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Foto: Amazon Luxus? Ja bitte! Kindle Voyage ist die beste Lösung für Kettenleser.

Seit Amazon im Juni überraschend den überarbeiteten Kindle Paperwhite 3 mit verbessertem Display auf den Markt gebracht, diskutiert die gesamte E-Book-Reader-Gemeinde, ob die Evolution der Endgeräte nicht gerade ihre Kinder frisst. Tatsächlich hat Amazon beim neuen Kindle Paperwhite 3 die Auflösung des bei beiden Geräten hintergrundbeleuchteten Displays von 221 auf 300 ppi wie beim Voyage erhöht.

 

Trotz Preis-Chaos: Amazon Voyage bleibt das Flaggschiff

Zwar variiert Amazon regelmäßig die Hardwarepreise und fährt gerne mal eine Aktion, um zeitweise den Absatz anzukurbeln. Sie können aber davon ausgehen, dass Sie für einen Kindle Voyage trotzdem rund 190 €; also etwa 50 € mehr hinlegen als für den E-Book-Reader der Komfortklasse. Aktuell liegt die WLAN-Version bei 189,99 €. Mit dem bei allen Versionen 60 € teurem Modul für Gratis-3G landet man bei 249,99 €.

Super-komfortabel: Ein daumenfreundlicher Ein-Aus-Schalter statt des fummeligen Power-Pinökels vergangener Generationen.Foto: Lesering.deDer auffälligste Vorteil des Luxusreaders von Amazon ist natürlich der Bildschirm mit der höheren Auflösung von 300 ppi. Dies fällt beim direkten Vergleich mit dem Standard-Kindle (167 ppi) oder dem Kindle Paperwhite 2 (221 ppi) schnell auf: Die Buchstaben wirken nicht nur insgesamt schärfer, sondern auch erheblich schwärzer. Das innovative Display des Amazon Voyage bewirkt, dass die optische Haptik eines gedruckten Buchs perfekt nachgeahmt wird. Keine Frage: Was der Kindle Voyage an Schriftbild bietet, macht ihm so schnell keiner nach. Lediglich HD-Displays der Tablets bringen noch schwärzere Buchstaben, hinken aber aufgrund der bekannten Spiegeleffekte der Displays im reinen Reader-Betrieb klar hinterher.

Diese Innovationen ergeben ein bestechendes Schriftbild und einen bislang nicht bekannten Lesekomfort. Die Bildschirmqualität wirkte sich dabei im Lesering-Test subjektiv deutlich fühlbar auf Textverständnis und Rezeption aus. Nach wie vor sind Lesegeschwindigkeit und Textverständnis meist beim physischen Buch besser, aber der Bildschirm des Kindle Voyage ist hier sehr nah dran.

Ostsee-Urlaub auf Usedom


Im Gegensatz zum Kindle Paperwhite 3 und älteren Modellen verfügt der Kindle Voyage über zwei intelligente Frontlichtsensoren, die ständig die Qualität des Umgebungslichtes analysieren und den Bildschirm entsprechend beleuchten. Dies funktionierte im Lesering-Test hervorragend und hat den merkwürdigen Effekt des Regen- oder Lichtsensors beim Auto: Man tut sich schwer, es wirklich zu wollen, möchte es aber nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Selbstverständlich können Sie die Beleuchtung wie bei den anderen Readern auch manuell einstellen. Im Test geriet diese Funktion jedoch aufgrund der stets passend reagierenden Automatik schnell in Vergessenheit.

Amazon verspricht darüber hinaus, dass sich das mikrogeätzte Glas-Display wie Papier anfühlt. Dazu bedarf es viel Phantasie. Wir meinen: Das mikrogeätzte Glas-Display fühlt sich an wie ein mikrogeätztes Glas-Display, aber das ist haptisch nicht schlecht.

Die beste Detailverbesserung des Kindle Voyage, wenn man mal vom Display im Vergleich zum Kindle Paperwhite 2 absieht, ist jedoch die PagePress-Funktion.

PagePress: Das Ritsch-Ratsch-Klick des Kindle

Da Sie beim Kindle Paperwhite und Vorgängern die Seite mit leichtem Wischer am Seitenrand umblättern müssen, bewegen Sie bei jeder neuen Seite den Daumen einmal seitwärts zur Seite hin, blättern um und bewegen den Finger schließlich wieder zurück in die Ausgangsstellung.

Schärfer geht´s nicht: Die 300 ppi des Kindle Voyage bieten ein überragendes Schriftbild.Foto: Lesering.deBeim Kindle Voyage finden Sie links und rechts am Rahmen einen silbrig schimmernden Streifen neben dem Display. Man drückt einfach die Seite des Geräts leicht zusammen und blättert um. Das geschieht geräuschlos, aber im Daumen spüren Sie ein Gefühl, als hätten Sie eine winzige Sprungfeder betätigt. Das ist überhaupt nicht so ablenkend, wie es sich anhört, sondern ein vollkommen neuartiges Feedback - nur vergleichbar mit der legendären "Sensor-Taste" der Agfamatic 4000 Ritsch-Ratsch-Klick. Dabei haben Sie tatsächlich unterbewusst ein haptisches Erlebnis, als würden Sie die Geräteseite mit den Spitzen des Daumens und des Zeigefingers leicht zusammen drücken. Physikalisch spielt Ihnen da der Hersteller freilich einen Streich. Die Unterseite besteht aus äußerst hautsympatischem Kunststoff, der sich Druck unmerklich flexibel anpasst.

Im Hardcore-Lesebetrieb - und was läuft bei Lesering anderes -- ergibt sich ein ermüdungsfreies Lese-Erlebnis. Das Umblättern durch leichten Druck ist auf Dauer tatsächlich weitaus angenehmer als die Wischerbewegung mit dem Daumen, die natürlich mit dem Voyage nach wie vor möglich, aber zukünftig garantiert unnötig sein wird.

Mit Abmessungen von nur 162 x 115 x 7,6 mm bietet der Kindle Voyage die gleiche Screen-Diagonale von 6 Zoll oder 15,2 Zentimeter wie jeder der drei angebotenen E-Book-Reader.

Bei einem Gewicht von 180 Gramm oder mit 3G 188 Gramm ist der Voyage aber noch dazu das leichteste aller Kindle-Modelle. Da dies wie bei den Alternativen deutlich weniger ist als bei einem gedruckten Taschenbuch, scheint diese homöopathisch wirkende Einsparung kaum ins Gewicht zu fallen. Glauben Sie uns: Bei einem Pageturner wie Harlan Coben oder einem unendlichen Epos von Lucinda Riley werden Sie den Unterschied merken.

Ist der Luxus wirklich nötig?

Da man die Notwendigkeit von Luxus per se nicht diskutieren kann, ist die Frage natürlich nur auf die jeweiligen Leser bezogen zu beantworten. Selbstverständlich ist der Umstieg vom Einsteigs-Kindle für 70 Euro, dem Kindle Paperwhite 2 oder gar noch älteren E-Book-Readern auf den Kindle Voyage ein ganz erhebliches Plus an Komfort. Aber selbst im Vergleich zum Kindle Paperwhite 3, der aktuell für alle Zielgruppen komfortablesten gemeinsamen Nenner, raten wir Hardcore-Lesern zur großen Lösung.

Wenn es um die Hardware an sich geht, steht fest: Kindle Voyage ist das Non-Plus-Ultra für Kettenleser, Page-Turner und Happy-End-Spezialisten.

Kindle: Die Stadt der träumenden Bücher

Aber auch wenn Amazon ein konzeptionell fehlerfreies Produkt liefert, nutzt das schönste Hightech-Gadet nichts ohne Bücher. Amazons Kindle eReader erlauben es nämlich nicht, andere als bei Amazon angebotene E-Books problemlos zu lesen. Damit hadern überraschend viele Deutsche und greifen zu offenen Plattformen wie den Tolino.

Amazon hat aber mit weit mehr als vier Millionen E-Books das bei weitem größte Angebot aus einer Hand. Auf die vier Millionen Titel kommen Sie vielleicht bei allen anderen E-Book-Stores insgesamt, und längst nicht jeder Store ist so kundenfreundlich organisiert wie Thalia.de. Wer im Urlaub gern bei den Bouquinisten am Pariser Seine-Ufer stöbert, ist mit einem offenen Reader sicherlich gut bedient. Fans von gängiger Unterhaltungsliteratur liegen mit Kindle richtig.

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