Die schwedische Akademie scheint sich von dem wohl größten Skandal ihrer Geschichte erholt zu haben. In diesem Jahr sollen gleich zwei Literaturnobelpreise vergeben werden.
Alles wieder beim Alten? Die schwedische Akademie hat in den eigenen Reihen aufgeräumt und reformiert. Interne Probleme habe man beseitigt und gleich mehrere wichtige Maßnahmen ergriffen, um das verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen, hieß es als Begründung für die Doppel-Verleihung. Die Statuten wurden klarer gefasst, neue Mitglieder wurden ernannt und die bisherigen, bislang auf Lebenszeit angestellten, könnten nun freiwillig zurücktreten und/oder ausgeschlossen werden.
Die Kriese der Akademie
Seit Ende 2017 steckte die Akademie in einer tiefen Kriese. Grund dafür war das (mitlerweile) Ex-Akademiemitglied Katarina Frostenson und ihr Ehemann Jean-Claude Arnault, der im Dezember wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Neben der Verurteilung kam es außerdem zu Vorwürfen, die beiden hätten Literaturnobelpreisträger vorab ausgeplaudert.
Die Kriese schwächte die gesamte Struktur des Gremiums so sehr, dass 2018 kein Literaturnobelpreis vergeben werden konnte. Man müsse zunächst das vertrauen zur Öffentlichkeit wieder herstellen, hieß es damals als Begründung. Dies scheint nun geschafft.
Externe Fachleute im Komitee
Der Vorsitzende der schwedischen Akademie, Anders Olsson, bestätge letzte Woche Dienstag: „Es werden zwei Nobelpreise, so wie wir es erhofft haben.“ Dem Komitee, welches über die Vergabe des Literaturnobelpreises entscheidet, werden nun fünf externe Fachleute - schwedische KritikerInnen und AutorInnen - angehören.
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