Literaturpreis Isabella Straub und Rolf-Bernhard Essig erhalten Walter-Serner-Preis

Der vom Kulturradio vom rbb und dem Literaturhaus Berlin vergebene Walter-Serner-Preis geht an Isabella Straub für ihre Kurzgeschichte "Sibirien". Sie erhält ein Preisgeld in Höhe von 4000,- Euro. Einen Sonderpreis in Höhe von 1000,- Euro bekommt Rolf-Bernhard Essig für seinen Text "Überfahren".

Quelle: rbb/Stefan Schweiger Schriftstellerin Isabella Straub erhält den Walter-Serner-Preis.

"Sibirien"

In "Sibirien" erzählt Isabella Straub die Geschichte einer Hochstaplerin namens Jacky, die versucht ist, sich aus einer schwierigen Lebenssituation zu befreien. Die Geschichte spielt in einem Hochaus, in dem Jacky sowohl wohnt, als auch arbeitet. Im Erdgeschoss befindet sich ein Supermarkt. Dort luchst die Protagonistin den Kunden die Euromünzen aus den Einkaufswagen. Übernachten tut sie im 22. Stock, bei einem Andrej auf dem Sofa; und im selben Haus befindet sich auch die Praxis eines Arztes, bei dem sich Jacky Botox spritzen lässt. Die Kurzgeschichte überzeiugte die Jury, da sie das Schicksal einer modernen Unbehausten erzählt, und dies in einer sprachlich versierten, individuellen und sehr literarischen Form tut.

"Überfahren"

In Rolf-Bernhard Essigs Kurzgeschichte "Überfahren" begegnet uns ein junger Berliner, der sich in fremden Haushalten durchfuttert. Der Junge gibt stets vor, einen Unfall gehabt zu haben, um ins Haus gelassen zu werden. Der Witz, mit dem diese Kurzgeschichte geschrieben ist, hat die Jury überzeugt. Ein Text, der, in einem überzeugenen Berliner Dialekt geschrieben, sprachmächtig einen jungen Simulanten porträtiert.

Über die Autoren

Isabella Straub wurde 1968 in Wien geboren und lebt in Klagenfurt. Nach dem Studium der Germanistik und der Philosophie arbeitete sie als Journalistin und Werbetexterin. 2013 debütierte sie mit dem Roman "Südbalkon" (Blumenbar Verlag), für den sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Seither erschienen zwei weitere Romane: "Das Fest des Windrads" (2015) und "Wer hier schlief" (2017).

Rolf-Bernhard Essig wurde 1963 in Hamburg geboren und lebt in Bamberg. Er arbeitet u. a. als Autor, Dozent und Entertainer und hat zahlreiche Sachbücher geschrieben, zuletzt "Ich kenn doch meine Pappenheimer. Wunderbare Geschichten hinter sprichwörtlichen Orten" (Duden 2018). Er gilt als "Sprichwortpapst" und ist besonders bekannt geworden mit seiner Radiokolumne "Essigs Essenzen".

Der Preis

Der Walter-Serner-Preis wurde dieses Jahr für unveröffentlichte Kurzgeschichten vergeben, die, in der Tradition Walter Sterners, sprachmächtig und scharfsinnig von "Hochstaplern" berichten. Kulturradio vom rbb und das Literaturhaus Berlin vergeben den mit 5000,- Euro ausgeschriebenen Preis jährlich. Dieser wird am 10. Dezember 2018 im Literaturhaus in der Fasanstraße Verliehen.

Die Jury setzte sich zusammen aus: André Kubiczek (Schriftsteller); Sonja Longolius, Janika Gelinek, Nadine Kreuzahler (rbb), Anne-Dore Krohn (Kulturradio vom rbb)

Am Samstag, dem 15. Dezember, sendet Kulturradio vom rbb Auszüge der Siegertexte und der Laudatio von André Kubiczek in der Sendereihe "Kulturtermin Literatur" um 19.04 Uhr.



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