Die Phantastische Akademie hat die Nominierungen für den Literaturpreis SERAPH 2026 bekannt gegeben. Zum 15-jährigen Jubiläum des Preises werden erstmals Auszeichnungen in vier Kategorien vergeben. Neben Bestes Buch, Bestes Debüt und Bester Independent-Titel wird 2026 erstmals auch der SERAPH für das Beste Jugendbuch verliehen.
Der SERAPH gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise für deutschsprachige Phantastik und wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2026 vergeben.
Vier Kategorien und 32.000 Euro Preisgeld
Insgesamt wurden für den SERAPH 2026 knapp 300 Titel eingereicht. Daraus hat die Jury 38 Romane nominiert. Die vier Preiskategorien sind jeweils mit 8.000 Euro dotiert, was zu einem Gesamtpreisgeld von 32.000 Euro führt. Nach Angaben der Phantastischen Akademie handelt es sich dabei um die bislang höchste Gesamtsumme, die im Rahmen eines deutschen Literaturpreises an Autoren der Phantastik vergeben wurde.
Die Aufstockung der Preisgelder wurde durch einen Spenden-Stream der Bestseller-Autorin und Content Creatorin Liza Grimm ermöglicht, bei dem 27.500 Euro gesammelt wurden.
Jury mit 28 Experten aus verschiedenen Subgenres
Über die Nominierungen und späteren Preisträger entscheidet eine 28-köpfige Fachjury, die sich aus Experten unterschiedlicher Phantastik-Subgenres zusammensetzt. Bewertet werden die Einreichungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.
Hanka Leo, Vorsitzende der Phantastischen Akademie, betonte die Qualität der Auswahl:
„Alle nominierten Autoren können stolz sein, auf diesen Listen zu stehen. Und wer nach aktuellen Phantastik-Empfehlungen sucht, sollte hier zugreifen.“
Neue Kategorie: Bestes Jugendbuch
Erstmals wird 2026 ein SERAPH für das Beste Jugendbuch vergeben. Die neue Kategorie stieß bereits bei ihrer Premiere auf große Resonanz.
„Auch die neue Kategorie Jugendbuch wurde gut angenommen, was zeigt, dass ein grundsätzliches Interesse besteht, Phantastik-Bücher für diese Altersgruppe gesondert auszuzeichnen“,
erklärte Christoph Hardebusch, zweiter Vorsitzender der Phantastischen Akademie.
Die Nominierungen decken ein breites Spektrum ab – von klassischer Fantasy über dystopische Stoffe bis hin zu genreübergreifenden Erzählformen.
Überblick über die nominierten Titel
Bestes Debüt
- Denise Février: The Death God's Name (Realm & Rune)
- Christian Hübner: Forsaken – Der letzte Schwur (Theil)
- Anna Knopf: What the Night Hides (Knaur)
- Josefine Lyda: Als Erstes stirbt die Hummelkönigin (Realm & Rune)
- Sebastian Schmidt: Powerschaum (Wunderhorn)
- Jenna T. Scriver: Drachenseelensplitter – Demons within (Weltenbaum)
Bestes Jugendbuch
- Akram El-Bahay: Foxfighter – Angriff des Schattens (Baumhaus)
- Flix: Immerland – Die Stadt der Ewigkeit (Hanser)
- Christian Handel: Beneath the Ivy – The Witches of Silvercrest Coven (Ueberreuter)
- Sarah M. Kempen: Lichterloh – Stadt unter Ruß (Magellan)
- Julia Krause: Banished But Loud
- Andreas Langer: They Are Everywhere (Ueberreuter)
- Judith Mohr: Stadt der Magier und Diebe (Carlsen)
- Jenny Rubus: Fabelherz – Die Jagd nach dem Glatisant (Drachenmond)
- Franziska Szmania: Talita – Gefangen zwischen Eis und Sternen
Bester Independent-Titel
- Evelyne Aschwanden: Die Arcyrion-Akten – Fall 1: Die Straße im Nichts
- Jo Brode und Michaela Meyer: Leuchten des Universums
- G. S. Foster: Parasit – Er frisst deinen Verstand …
- Marie Meier: Seelengrube – Der letzte Schlüssel
- Marion Meister: Schwarzes Glas
- Tibor Merlak: Der magische Wels
- Odine Raven: Das Haus an der Hollerheide
- Ryan Rockwell: Resonanz
- L. U. Sanders: Glow in the Dark – Wie weit kannst du rennen?
- Yola Stahl: Eine Blume aus Gift und Eisen
- Joshua Tree: Die Frequenz
Bestes Buch
- Julia Dippel: Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Loomlight)
- Akram El-Bahay: Die Buchreisenden – Ein Weg aus Tinte und Magie (Lübbe)
- Wieland Freund: Die Kathedrale der Vögel (Klett-Cotta)
- Peter Friedrich: Kafkarabesken oder Die Ermittlungen (duotincta)
- Lara Große: If We Were Gods (Leaf)
- Faye Hell: Destruktion (ohneohren)
- Tom Hillenbrand: Thanatopia (KiWi)
- Stefanie Lasthaus: Der Onyxpalast – Wo die Toten tanzen (Penhaligon)
- Sarah Scheumer: Herz aus Moos und Schatten (Piper)
- Andreas Suchanek: Das vergessene Museum – Der Siegelwahrer von London (dtv)
- Lisanne Surborg: Nachtlügen (Klett-Cotta)
- Nils Westerboer: Lyneham (Klett-Cotta)
Preisverleihung und Lange Nacht der Phantastik
Die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt am 20. März 2026 ab 16 Uhr auf der großen Bühne in Halle 5 der Leipziger Buchmesse. Im Anschluss lädt die Phantastische Akademie ab 19 Uhr zur Langen Nacht der Phantastik im Leipziger Kulturzentrum Anker ein.
Neben den SERAPH-Preisträgern lesen dort Liza Grimm, Markus Heitz und Oliver Plaschka aus ihren aktuellen Werken. Eintrittskarten sind über eventim.de erhältlich.
Über die Phantastische Akademie
Die Phantastische Akademie e. V. wurde 2011 gegründet und verfolgt das Ziel, phantastischer Literatur in all ihren Spielarten zu einem höheren Ansehen im Literaturbetrieb zu verhelfen. Neben der jährlichen Vergabe des SERAPH organisiert sie Treffen, Seminare und Workshops für Autoren sowie Einsteiger in den Literaturbetrieb.
Topnews
Unser Geburtstagskind im Mai: Novalis - Die Blaue Blume und die Wiederverzauberung der Welt
Unser Geburtstagskind im April: Samuel Beckett
Unser Geburtstagskind im März: Heinrich Mann
Unser Geburtstagskind für den Wintermonat Februar: Gertrude Stein
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
Selfpublishing-Buchpreis 2025/26: Drei Bücher und die Frage nach Form, Stimme und Sichtbarkeit
Die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2026
Miljenko Jergović erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2026
Bald ist es soweit: Die Literaturbühnen der Leipziger Buchmesse starten ins Frühjahr
Leipziger Buchmesse 2026: Maximilian Krah im Spiegel der Medien
Leipziger Buchmesse 2026: Literatur zwischen Strom, Streit und Öffentlichkeit
Bekanntgabe des Deutschen Buchhandlungspreises 2025
Wenn die Literatur spazieren geht: Leipzig liest 2026
Junge Stimmen, große Bühne: Der „aspekte“-Literaturpreis 2025
Aktuelles
Die gute Tochter von Karin Slaughter: Ein Thriller über Trauma, Familie und die Gewalt, die niemals verschwindet
Sebastian Fitzeks „Die Einladung“ wird 2027 als Theaterproduktion auf Tournee gehen
Das Buch Henoch: Die zensierte Apokryphe der Bibel – Rezension: Zwischen religiösem Geheimwissen und populärer Geschichtserzählung
Selfpublisher-Umfrage 2026: Neue Einblicke in die Entwicklung des Selfpublishings
Petra Morsbach: Orion
Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello von Melanie Pignitter: Eine Reise nach Italien – und zurück zu sich selbst
Die Kinder des Wüstenplaneten von Frank Herbert: Der Roman, in dem die Dune-Saga ihre wahre Dimension entfaltet
Nathan Devers erzählt in „Gegen sich selbst denken“ von der Freiheit der Philosophie – und von einer Sprache, die den Glauben überlebt
Dunkle Sühne von Karin Slaughter: Ein düsterer Thriller über Schuld, Gewalt und die Geheimnisse einer Kleinstadt
Der Herr des Wüstenplaneten von Frank Herbert: Die geniale Fortsetzung, die den Mythos des Helden zerstört
Dune von Frank Herbert: Warum dieser Science-Fiction-Klassiker bis heute das Genre prägt
Wer wärst du ohne deine Sorgen? – Martin Wehrle sucht den Ausgang aus dem Gedankenkarussell
John Fowles’ „Magus“: Der Roman, der seinen Lesern misstraut
Stiftung Lesen warnt vor früher Bildungsungleichheit und fordert stärkere Leseförderung
Elisa Hoven: Feine Risse – Schuld, Wahrheit und die Grenzen des Urteils
Rezensionen
Positive Psychologie von Johanna E. Kappel: Kann positives Denken das Leben wirklich verändern?
Die 4-Stunden-Woche von Tim Ferriss: Das Buch, das unsere Vorstellung von Arbeit und Freiheit verändert hat
Rabih Alameddine: Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)
Die Frauen, die bleiben – Rafik Schamis spätes Mosaik der Erinnerung
Powerless – Die Flucht von Lauren Roberts: Die düstere Fortsetzung der BookTok-Sensation