Die Schriftstellerin Ulrike Kolb wird mit dem Kunstpreis des Saarlandes 2024 im Bereich Literatur ausgezeichnet. Der mit 7500 Euro dotierte Preis würdigt Kolbs „anspruchsvolles, von Vielfalt geprägtes literarisches Werk“, wie die Jury in ihrer Begründung hervorhob. Die feierliche Preisverleihung ist für den 6. Juni geplant.
Würdigung einer literarischen Heimatstimme
Mit Ulrike Kolb ehrt das Saarland eine Autorin, die – obwohl sie heute in Berlin lebt – literarisch wie biografisch tief in ihrer saarländischen Herkunft verwurzelt ist. 1942 in Saarbrücken geboren, hat Kolb immer wieder die Geschichte und Gegenwart ihrer Herkunftsregion thematisiert. Ihr Roman Schönes Land etwa gilt als eindrückliches Zeugnis einer literarischen Auseinandersetzung mit der Nachkriegszeit im Saarland.
Die Jury hebt hervor, dass Kolbs Werk durch eine bewusste Reflexion gesellschaftlicher Entwicklungen geprägt ist, die stets aus dem Blickwinkel weiblicher Erfahrung und kultureller Herkunft geschieht. Ihre Literatur sei vielstimmig, empathisch und zutiefst human – Qualitäten, die sich nicht nur im Erzählton, sondern auch in Kolbs langjährigem Engagement für die deutsch-jüdische Verständigung und Aussöhnung zeigten.
Eine biografische Vielschichtigkeit
Ulrike Kolbs Lebensweg spiegelt eine Vielfalt wider, die sich auch in ihrer literarischen Arbeit zeigt. Nach dem Abitur absolvierte sie Stationen in Paris, London und Berlin – unter anderem als Schülerin einer Haushaltsschule und später als Fremdsprachenkorrespondentin. Ein Pädagogikstudium und ihre Tätigkeit als Journalistin (unter anderem für die Frankfurter Rundschau) gingen ihrer freiberuflichen Autorinnentätigkeit voraus. Seit vielen Jahren lebt und schreibt sie in Berlin.
Bereits 1995 wurde Kolb mit dem Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb geehrt, 2007 folgte die Eugen-Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung.
Der Kunstpreis des Saarlandes
Der Kunstpreis des Saarlandes wurde 1959 gestiftet und ist die bedeutendste Auszeichnung des Bundeslandes im kulturellen Bereich. Alle zwei Jahre würdigt er herausragende künstlerische Leistungen aus den Bereichen Musik, Literatur und Bildende Kunst (inklusive Architektur). Verliehen wird er durch die saarländische Kulturministerin – derzeit Christine Streichert-Clivot (SPD) – und folgt einem formalisierten Auswahlverfahren.
Voraussetzung für die Auszeichnung ist ein nachweisbarer Bezug zum kulturellen Leben des Saarlandes – sei es durch Geburt, Wohnsitz oder ein über Jahre gewachsenes künstlerisches Engagement. In Kolbs Fall verbindet sich all dies in einer bemerkenswerten Weise: eine in Saarbrücken geborene Autorin, deren Werke die Region nicht nur literarisch durchdringen, sondern deren kulturelles Gedächtnis mitprägen.
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