Das Literaturhaus Hamburg hat verkündet, dass Nora Schramm für ihren Debütroman Hohle Räume mit dem Mara-Cassens-Preis 2024 ausgezeichnet wird. Diese Ehrung, die mit 20.000 Euro dotiert ist, gilt als der höchstdotierte Literaturpreis für einen deutschsprachigen Erstlingsroman. Eine ehrenamtliche Leserjury des Literaturhauses wählte Schramms Werk aus insgesamt 74 eingereichten Titeln. Die feierliche Preisverleihung findet am 15. Januar 2025 im Literaturhaus Hamburg statt.
Das Literaturhaus Hamburg gibt bekannt: Nora Schramm gewinnt den Mara-Cassens-Preis 2024
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Ein preisgekrönter Debütroman
Mit ihrem Erstlingswerk Hohle Räume, das im März 2024 im Verlag Matthes & Seitz Berlin erschienen ist, hat Nora Schramm die Leserjury durch ihre sprachliche Präzision und die feinfühlige Darstellung innerfamiliärer und materieller Dynamiken beeindruckt. Der Roman behandelt die Rückkehr der Protagonistin Helene in das Elternhaus und ihre Auseinandersetzung mit emotionalen und physischen Altlasten, die das Leben der Familie prägen.(Leseprobe)
Eine Geschichte von Rückkehr und Auseinandersetzung
Im Zentrum des Romans steht Helene, eine erfolgreiche Künstlerin, die in das Elternhaus zurückkehrt, als ihre Eltern nach vier Jahrzehnten Ehe ihre Scheidung ankündigen. Das Haus der Familie wird zur Bühne für eine intensive Auseinandersetzung mit dem gesammelten Besitz und emotionalen Altlasten, die das Leben der Protagonisten prägen.
Die Eltern, die einerseits von gesellschaftlichen Normen, andererseits von persönlichen Konflikten gezeichnet sind, bewegen sich in einem Spannungsfeld unausgesprochener Erwartungen und unvollendeter Lebenspläne. Helene selbst reagiert auf die familiären Spannungen vor allem durch ihre Kunst. Mit ihren Rauminstallationen versucht sie, das Chaos greifbar zu machen, ohne sich den direkten Konfrontationen zu stellen.
Eine unerwartete Wendung erhält die Handlung durch die Rückkehr von Molly, einem ehemaligen Pflegekind der Familie. Diese Figur bringt eine zusätzliche Komplexität in die Geschichte, indem sie alte Konflikte aufdeckt und neue Perspektiven auf die familiären Strukturen eröffnet.
Die Stärke des Textes
Die Leserjury lobte Hohle Räume für die „meisterhafte Sprache“ der Autorin, die sowohl die äußerliche Ordnung als auch die innere Zerrüttung der Figuren präzise einfängt. Der subtile Humor des Textes verleiht der oft melancholischen Handlung Leichtigkeit, während Schramms genaue Beobachtungsgabe eine authentische und vielschichtige Darstellung einer bürgerlichen Kleinfamilie ermöglicht.
Besonders eindrucksvoll ist, wie es Schramm gelingt, den Alltag ihrer Figuren mit Tiefe und Nachhall zu schildern. Die Geschichte sei, so die Jury, sowohl traurig als auch berührend und bleibe nachhaltig im Gedächtnis.
Über die Autorin
Nora Schramm, geboren 1993 in der Südpfalz, studierte Fremdsprachen und Kulturwissenschaften in Gießen und schloss ein Studium im professionellen Schreiben in Köln an. Ihr Talent wurde bereits durch mehrere Stipendien und Preise gefördert, darunter der Kranichsteiner Literaturförderpreis. Hohle Räume ist ihr literarisches Debüt und zeugt von einem außergewöhnlichen Gespür für Sprache und zwischenmenschliche Dynamiken. Heute lebt und arbeitet sie in Köln.
Der Mara-Cassens-Preis
Der Mara-Cassens-Preis wird jährlich von einer ehrenamtlichen Leserjury des Literaturhauses Hamburg vergeben. Die Auszeichnung dient dazu, Debütautor:innen Zeit und Raum zu geben, sich auch nach ihrem ersten Werk weiterhin der Literatur zu widmen. Die feierliche Preisverleihung findet am 15. Januar 2025 im Literaturhaus Hamburg statt.
Mit 74 eingereichten Debütromanen im Wettbewerb des Jahres 2024 war die Wahl von Hohle Räume eine Entscheidung, die die Bedeutung des Werks für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur hervorhebt.
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