Schach dem König. Friedrich der Große und Albert von Hoditz. Eine ungewöhnliche Freundschaft

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Schach dem König. Friedrich der Große und Albert von Hoditz. Eine ungewöhnliche Freundschaft Schach dem König. Friedrich der Große und Albert von Hoditz. Eine ungewöhnliche Freundschaft Friedrich der Große dtv Verlag

In "Schach dem König. Friedrich der Große und Albert von Hoditz. Eine ungewöhnliche Freundschaft" beleuchtet der Schweizer Publizist Hans-Peter Kunisch eine ungewöhnliche Freundschaft, die das 18. Jahrhundert prägte. Dieses Buch bietet einen tiefen Einblick in die kulturellen und persönlichen Verbindungen zwischen dem preußischen Monarchen Friedrich dem Großen und dem mährischen Grafen Albert von Hoditz.

Kunisch erzählt die faszinierende Geschichte des Grafen Hoditz, eines exzentrischen Lebemanns und Kunstliebhabers, der in seinem Schloss Rosswald eine Künstlerkolonie gründete. Diese einzigartige Gemeinschaft, bestehend aus Sängern, Schauspielern, Tänzern und Malern, zog die Aufmerksamkeit des europäischen Adels auf sich, darunter auch die des Preußenkönigs Friedrich II. Kunisch beschreibt: „Das Schloss Rosswald, ein Arkadien in Mähren, war eine lebendige Bühne der Künste und der Freiheit.“

Mitten im Siebenjährigen Krieg besuchte Friedrich das Schloss des Grafen Hoditz incognito und war von der kreativen Atmosphäre und der extravaganten Lebensweise des Grafen begeistert. Kunisch beschreibt, wie diese Begegnung den Grundstein für eine anhaltende Korrespondenz und Freundschaft zwischen den beiden Männern legte. Ein besonders denkwürdiges Ereignis ist das Freiluftschachspiel der beiden mit „lebenden Figuren“, bei dem die Spielfiguren von Menschen dargestellt wurden, die auf dem Spielfeld agierten. Diese extravagante Inszenierung verdeutlicht die kreative und theatralische Natur der Begegnungen zwischen Friedrich und Hoditz. Die Beziehung zwischen Friedrich und Hoditz, über den Friedrich zwei Gedichte schrieb, zeigt den sonst strengen und pflichtbewussten König von einer überraschend anderen Seite. Friedrich war bekannt für seine Disziplin und seinen militärischen Ernst, doch in der Gesellschaft des „exzentrischen Epikureers“ Hoditz offenbarte er eine verspieltere und offenere Seite.

Hoditz, der für seine Liebe zur Kunst und für seinen unkonventionellen Lebensstil bekannt war, führte Friedrich sogar in seinen orientalischen Harem ein, eine Erfahrung, die für Friedrich außergewöhnlich und faszinierend gewesen sein muss.

Diese Begegnungen und die daraus resultierende Freundschaft bieten eine neue Perspektive auf Friedrichs Charakter und seine Fähigkeit, sich in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten zu bewegen. Diese Facette des Königs enthüllt selbst für Kenner eine neue Dimension seines Lebens und seiner Persönlichkeit.

Kunisch gelingt es, die kulturelle und historische Bedeutung dieser Beziehung lebendig darzustellen. Er verbindet historische Fakten mit lebhaften Erzählungen und bietet dem Leser einen neuen Blickwinkel auf Friedrich den Großen. Das Buch zeigt, dass Friedrich nicht nur ein erfolgreicher Militärstratege und Staatsmann war, sondern auch ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber und Förderer der Künste. Diese Seite des Königs wird oft übersehen, doch Kunisch beleuchtet sie mit viel Einfühlungsvermögen und Detailgenauigkeit.

Der Autor, Hans-Peter Kunisch, ist ein angesehener Schweizer Publizist und Autor. Er hat bereits mehrere Bücher und zahlreiche Artikel zu historischen und kulturellen Themen veröffentlicht. Kunisch zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, komplexe historische Zusammenhänge verständlich und spannend darzustellen, und bringt so dem Leser die vielschichtigen Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts näher. Mit "Schach dem König" liefert er ein beeindruckendes Porträt zweier außergewöhnlicher Männer und ihrer Zeit.

Dieses Buch ist eine wertvolle Bereicherung für alle, die sich für die Geschichte, Kultur und Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts interessieren.


Friedrich der Große

Geburt und Familie

Friedrich der Große, geboren am 24. Januar 1712 in Berlin, war der Sohn von König Friedrich Wilhelm I. von Preußen und Sophie Dorothea von Hannover. Seine Geburt und Erziehung fanden in einem strengen und militärisch geprägten Umfeld statt, das seinen Charakter und seine späteren Handlungen stark beeinflusste.

Herrschaft

Friedrich II. regierte Preußen von 1740 bis 1786. Seine Regierungszeit war geprägt von bedeutenden militärischen Erfolgen und territorialen Erweiterungen. Besonders hervorzuheben ist der Siebenjährige Krieg (1756-1763), in dem er Preußens Stellung als europäische Großmacht festigte. Die Siege in Schlachten wie Rossbach und Leuthen zeugen von seiner militärischen Brillanz.

Reformen und Verwaltung

Friedrich führte umfassende Reformen in verschiedenen Bereichen durch. Er förderte das Bildungswesen und setzte sich für die Modernisierung der Verwaltung ein. Auch im Justizwesen führte er bedeutende Reformen ein, die zur Effizienz und Gerechtigkeit beitrugen. Seine Regierungszeit war geprägt von einem rationalen und aufgeklärten Ansatz, der das Ziel hatte, Preußen zu einem modernen Staat zu entwickeln.

Kulturelle Beiträge

Friedrich der Große war nicht nur ein erfolgreicher Militärstratege, sondern auch ein leidenschaftlicher Förderer der Künste. Seine literarischen Werke, darunter Gedichte, Essays und philosophische Schriften, verfasste er hauptsächlich auf Französisch, der bevorzugten Sprache des europäischen Adels. Er war ein talentierter Flötist und Komponist, der regelmäßig Konzerte spielte und zahlreiche Flötenwerke komponierte. Friedrich unterstützte Künstler und Philosophen der Aufklärung und trug maßgeblich zur kulturellen Blüte Preußens bei.

Religiöse Toleranz

Ein weiterer bedeutender Aspekt seiner Herrschaft war die Förderung der religiösen Toleranz. Friedrich setzte sich für die Freiheit verschiedener religiöser Gruppen ein und förderte die Ansiedlung von Hugenotten (französischen Protestanten) in Preußen. Diese Politik, die bereits unter seinem Großvater Friedrich Wilhelm I. begonnen hatte, trug zur wirtschaftlichen und kulturellen Stärkung Preußens bei.

Persönliche Merkmale

Friedrich der Große war ein herausragender Intellektueller seiner Zeit. Stark von den Ideen der Aufklärung beeinflusst, stand er in engem Kontakt mit bedeutenden Denkern wie Voltaire. Seine literarischen und philosophischen Werke zeigen seine tiefe Liebe für die Künste und Geisteswissenschaften. Trotz seiner strengen Disziplin und militärischen Pflichten fand er stets Zeit für seine intellektuellen Interessen. Eine besondere Zuneigung hatte Friedrich zu seinen Hunden, insbesondere zu seinen Windhunden, die ihn oft begleiteten. Er wurde sogar mit einigen seiner Hunde in seinem bevorzugten Schloss Sanssouci beigesetzt.

Tod und Erbe

Friedrich der Große starb am 17. August 1786 in Potsdam. Sein Erbe ist ein modernisiertes und erweitertes Preußen, das als bedeutende europäische Macht anerkannt wurde. Friedrich wird oft als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte angesehen. Sein intellektuelles Erbe und seine Beiträge zur Kultur und Aufklärung haben einen nachhaltigen Einfluss auf die europäische Geschichte und das moderne Deutschland.


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