Der Dramaturg und Schriftsteller Christian Haller ist am Sonntag im Theater Basel mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet worden. Haller erhielt die mit 30.000 Franken dotierte Auszeichnung für sein Buch "Sich lichtende Nebel".
Der mit 30.000 Franken dotierte Schweizer Buchpreis ist am Sonntag dem Schweizer Autor Christian Haller überreicht worden. Haller erhält den Preis für seine in diesem Frühjahr erschienene Novelle "Sich lichtende Nebel". In der Begründung der Jury heißt es: "Christian Haller, studierter Naturwissenschaftler und Autor, nähert sich in seinem Buch Fragen, die für die Literatur wie für die Wissenschaft relevant sind: Wie beschreibt man Unbeschreibliches? Wie sagt man Unsagbares? Wie verlässlich ist unsere Wahrnehmung? Meisterhaft verdichtet er die komplexen Themen zu einer Novelle, die einfach und leicht verständlich daherkommt und dabei durch gedanklichen Tiefgang ebenso überzeugt wie durch sprachliche Eleganz und Klarheit."
"Sich lichtende Nebel"
Hallers Novelle spielt im Jahr 1925 in Kopenhagen. Ein Mann taucht im Lichtkegel einer Laterne auf, verschwindet wieder im Dunkel und erscheint erneut im Licht der nächsten Laterne. Wo ist er in der Zwischenzeit gewesen? Den Beobachter dieser Szene, Werner Heisenberg, führt sie zur Entwicklung einer Theorie, die im weiteren Verlauf ein völlig neues Weltbild schaffen wird: die Quantenmechanik. Der Mann im Dunkel selbst hingegen weiß nichts von der Rolle, die er bei der Entdeckung neuer physikalischer Gesetze gespielt hat – er versucht, den Verlust seiner Frau zu verarbeiten und seinem Leben eine neue Ausrichtung zu geben. Christian Haller, der diese beiden durch den Zufall verknüpften Lebenslinien weiter erzählt, macht daraus ein hellsichtiges literarisches Vexierspiel über Trauer und Einsamkeit, die Grenzen unserer Erkenntnis und die Frage, wie das Neue in unsere Welt kommt. (Verlagsankündigung)
Weitere Nominierte für den Schweizer Buchpreis 2023
Neben Christian Haller waren in diesem Jahr folgende AutorInnen für den Schweizer Buchpreis nominiert:
- Demian Lienhard - "Mr. Goebbels Jazz Band" (erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt)
- Sarah Elena Müller - "Bild ohne Mädchen" (erschienen im Limmat Verlag)
- Adam Schwarz - "Glitsch" (erschienen im Zytglogge Verlag)
- Matthias Zschokke - "Der graue Peter" (erschienen im Rotpunkt Verlag)
Für den Preis konnten deutschsprachige literarische Werke von in der Schweiz lebenden oder Schweizer AutorInnen eingereicht werden, die zwischen Oktober 2022 und September 2023 erschienen sind.
Der Schweizer Buchpreis
Der Schweizer Buchpreis wurde 2008 vom Verein LiteraturBasel und dem Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband (SBVV) initiiert. Ziel ist es, die öffentliche Diskussion über Bücher von deutschsprachigen Schweizer Autorinnen und Autoren zu animieren und mit der aktiven Werbung im Buchhandel sowie mit einer Lesetour durch die Schweiz und Nachbarländer dazu beizutragen, dass diese stärker wahrgenommen, gelesen und gekauft werden.
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