Der mit 40.000 Franken dotierte Max Frisch-Preis geht in diesem Jahr an den schweizerisch-deutschen Schriftsteller und Essayisten Jonas Lüscher. Enis Maci erhält den mit 10.000 Franken dotierten Förderpreis. Mit Lüscher werde ein Autor ausgezeichnet, der politische und gesellschaftliche Fragen auf literarisch bezwingende Weise zu gestalten vermag, begründete die Jury ihre Entscheidung.
Jonas Lüscher wurde mit dem Max Frisch-Preis der Stadt Zürich ausgezeichnet. Die Stadt Zürich küre damit einen Autoren, "der in seinen Romanen und Essays die großen Fragen von Politik und Gesellschaft auf literarisch bezwingende Weise zu gestalten vermag: seien es Fragen der Globalisierung, die er auf engstem Raum erzählerisch verdichtet, seien es Fragen der Ideologie, die er in all ihren inneren Widersprüchlichkeiten vorführt, oder seien es Fragen des Populismus, die er aus unterschiedlichsten Perspektiven angeht", so die Jury. In Zeiten der gesellschaftlichen Spaltung setzte Lüscher in seinen essayistischen und literarischen Werken auf Dialog, Diskurs, und auf die vermittelnde Macht der Fiktion.
Jonas Lüscher
Jonas Lüscher wurde 1979 in Schlieren bei Zürich geboren. Seit 2001 lebt er in München. Seine 2013 erschienene, gesellschaftskritische Novelle "Frühling der Barbaren" war für den Deutschen Buchpreis nominiert, und wurde darüber hinaus mit dem Franz-Hessel-Preis sowie mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet. Für seinen Roman "Kraft" erhielt er 2017 den Schweizer Buchpreis. Fernab seines literarischen Werkes sei Lüscher ein "politisch engagierter Citoyen ganz im Sinne von Max Frisch", urteilte die Jury.
Enis Maci erhält den Förderpreis
Die 1993 geborene deutsche Schriftstellerin Enis Maci erhält den mit 10.000 Franken dotierten Max Frisch-Förderpreis. In der Begründung der Jury heißt es:
"Enis Maci nimmt den menschlichen Körper in den Blick und die Bilder, die sich die Gesellschaft von den Geschlechtern macht. Sie schreibt über Gewalt und Befreiung, im Staat, in den Familien, in der Literatur. Indem sie literarische Tradition mit dem Kosmos des Internets verbinden, sind ihre Texte gleichermaßen gegenwärtig und geschichtsbewusst"
Enis Maci debütierte 2018 mit dem Essayband "Eiscafé Europa". Hier beschäftigte sie sich mit gegenwärtigen Frauenbiografien und die Art und Weise ihrer Repräsentation im Netz. Auch Macis Theaterstücke verhandeln die Themen Selbstinszenierung und Darstellung im 21. Jahrhundert; sowie die damit verbundene Fragmentieren des Körpers. Zuletzt erschien ihr Buch "Wunder" im Suhrkamp Verlag.
Der Max Frisch-Preis
Mit dem Max Frisch-Preis zeichnet die Stadt Zürich Autorinnen und Autoren aus, deren Werke sich einschlägig mit den Grundfragen demokratischer Gesellschaften beschäftigen, und diese auf kompromisslose Weise stellen. Insgesamt ist der Preis mit 50.000 Franken dotiert. Zuständig für die Jurieren und die Bestimmung der Preisträgerinnen und Preisträger ist die Max Frisch-Stiftung an der ETH Zürich. Finanziert wird der Preis von der Stadt Zürich.
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