Sachbuch Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock: Nächstes Ziel ist die Masterarbeit

Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock steht seit einigen Wochen unter Beschuss. Erst machten Berichte über ungenaue und falsche Details in ihrem Lebenslauf die Runde, anschließend startete die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft eine Werbung, in der Baerbock als Moses mit Verbotstafeln unter den Armen zu sehen war. Seit Dienstag rauschen nun neue Anschuldigungen durch die Sozialen Medien: Baerbock, heißt es, habe Teile ihres Buches "Jetzt: Wie wir unser Land erneuern" abgeschrieben. Der Mann hinter diesen Anschuldigungen ist der Medienwissenschaftler Stefan Weber.

Die Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock steht seit einiger Zeit unter Beschuss. Auslöser vieler Debatten war österreichische Medienwissenschaftler und selbsternannte "Plagiatsjäger" Stefan Weber, der Baerbock jetzt Urheberrechtsverletzungen vorwirft. Foto: Olaf Kosinsky - Eigenes Werk / Wikipedia

Ein neuer Schuss in Richtung Annalena Baerbock. Der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber wirft der grünen Kanzlerkandidatin vor, in ihrem Buch "Jetzt: Wie wir unser Land erneuern" Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben. Stellenweise, so Weber, habe Baerbock darin Passagen aus dem Internet übernommen, ohne auf die entsprechenden Quellen zu verweisen. Die besagten Stellen habe er mit einer Plagiatsprüfung-Software ausfindig machen können.

 

Besonderes Interesse an Baerbock

Es ist nicht das erste mal, dass sich der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber etwas genauer mit den Texten Baerbocks befasst. Der selbsternannte "Plagiatsjäger", der auch Privatdetektive beschäftigt, hatte bereits den Lebenslauf der Kanzlerkandidatin der Grünen detailliert auseinandergenommen. Ein weiterer auf Baerbock zielender Eintrag auf seinem Block ist mit "Ungereimtheiten um den Bachelor-Abschluss" überschrieben.

Die aktuellen Vorwürfe haben mittlerweile ein Feuer entfacht, welches durch Twitter und anderen Sozialen Netzwerken peitscht. Die Grünen sprechen von einer gezielten "Kampagne". Auch der Begriff "Rufmord" (Andreas Kappler) ist bereits gefallen. Weber hatte Vorwürfe dieser Art bisher zurückgewiesen. Fest steht jedoch: Seit Mai befassen sich die Einträge auf seinem Blog ausschließlich mit Baerbock. Mal geht es um den Lebenslauf, dann um die Master- bzw. Bachelor-Arbeit der Kanzlerkandidatin.

Nächstes Ziel: Masterarbeit

In seinem neusten Blog-Eintrag unterstellt Weber Baerbock, einige in ihrem Buch anzutreffende Formulierungen stammen nicht von ihr. Es seien knapp ein halbes Dutzend Textpassagen zu finden, die sie zum Teil ohne Quellenverweis übernommen und niedergeschrieben haben soll. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur versicherte Weber, bei seiner Arbeit handele es sich nicht um einen Auftrag. Er habe sich "... in das Thema Baerbock verbissen, weil da einiges zusammen kommt.“ Als nächstes wolle er sich die Masterarbeit der Kanzlerkandidatin genauer anschauen, teilte Weber in einem Gespräch mit der "Neuen Züricher Zeitung" mit. Dafür habe er bereits die London School of Economics um Einsicht gebeten.

Annalena Baerbock: "Jetzt: Wie wir unser Land erneuern"

In ihrem aktuellen Buch unterlegt Annalena Baerbock das Wahlprogramm ihrer Partei Bündnis 90/Die Grünen mit Erfahrungen und Begegnungen aus ihrem eigenen Leben. Mittels kurzen biografischen Anekdoten gewährt Baerbock darin Einblicke, die den Leserinngen und Lesern näher bringen sollen, worin ihr politischen Engagement gründet. Gegenwärtig steht "Jetzt: Wie wir unser Land erneuern" auf Platz 14 der SPIEGEL Bestsellerlist.



 
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