28 Jahre nach der Wiedervereinigung werden die kritischen Stimmen im Osten immer lauter. Es tut sich was in Politik und auf der Strasse. Pepiga und AfD sind die neuen Nachwendekinder, die den einen Hoffnung geben und die anderen beunruhigen. Dem Thema Ostdeutschland widmet sich jetzt das Buch „Wer wir sind“ , geschrieben von dem Soziologen Wolfgang Engler und der Journalistin Jana Hensel.
Das Buch
„Wer wir sind“ ist ein Buch über die Erfahrung, ostdeutsch zu sein. Warum sind Pegida und AfD in Ostdeutschland so stark? Es liegt nicht an der DDR-Erziehung, sondern an den demütigenden Nach-Wende-Erlebnissen, die die Menschen in den neuen Bundesländern gemacht haben - das ist jedenfalls die Ausgangsthese von Engler und Hensel. So geschockt sie vom rechtsnationalen Charakter der Demonstrationen in Dresden und Chemnitz sind - so sehr verstehen sie den Revolte- und Protestgeist, der die Menschen auf die Straße bringt. Sind Pegida und AfD also sogar Emanzipationsbewegungen der Ostdeutschen?
Die Autoren
Wolfgang Engler wurde 1952 in Dresden geboren und war von 2005 bis 2007 Rektor an der Schauspielhochschule „Ernst Busch“ in Berlin. Die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen hat Engel bereits in Büchern wie „Unerhörte Freiheit. Arbeit und Bildung in Zukunft“, „Lüge als Prinzip. Aufrichtigkeit im Kapitalismus“, „Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land“, „Die Ostdeutschen als Avantgarde“ und „Bürger, ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft“ bewiesen.
Jana Hensel, geboren 1976 in Leipzig, wurde 2002 mit ihrem Porträt einer jungen ostdeutschen Generation „Zonenkinder“ bekannt. Ihr letzter Roman „Keinland“ sorgte 2017 für große Resonanz. Hensel arbeitet als Autorin für Zeit Online und Die Zeit im Osten .
Termin
„titel thesen temperamente“ wird am Sonntag, dem 7. Oktober 2018, um 23:05 Uhr im Ersten ausgestrahlt.
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