Der Häfft-Verlag vertreibt Hausaufgabenhefte, Terminkalender, Familienplaner und weitere Produkte, die Funktionalität, Spaß und Unterhaltung auf raffinierte Weise verbinden. Die Idee dahinter: Dem lieblosen Layout und den grauen Zeilen den Kampf ansagen. "Häfft" bringt Farbe und Abwechslung in den Schul-, Familien und Büroalltag. Wir haben mit Stefan Klingberg - einen der Geschäftsführer des Verlags - über die "Häfft"-Gründung, über junge innovative Ideen und über Zukunftspläne gesprochen. Für interessierte Leserinnen und Leser gibt es am Ende des Interviews außerdem "Häfft"-Produkte zu gewinnen.
Herr Klingberg, wie kam es zu dem Entschluss, den „Häfft“-Verlag zu gründen? Wie gestaltete sich der Weg bis zu ersten Exemplaren?
Wir hatten 1990 als 14-jährige Schülerzeitungs-Macher die Idee, für unsere Mitschüler:innen ein schönes und gleichzeitig lustiges Hausaufgabenheft zu machen, mit witzigen Zeichnungen und Lehrersprüchen, viel Platz für praktische Funktionalitäten und Spielen wie Käse-Kästchen und Schiffe-Versenken. Unsere Mitschüler:innen waren sofort begeistert. Im vierten Jahr, und mit dem Führerschein in der Tasche, haben wir dann das „Münchner Hausaufgabenheft“ erfunden, das wir an einigen Nachbarschulen verkauft haben. Der Name „Häfft“ kam erst 1996 dazu, die „Häfft-Verlag GmbH“ wurde sogar erst 2005 gegründet.
Was würden Sie jungen Leuten mit auf den Weg geben, die ihre eigenen kreativen Ideen (vielleicht auch ohne Studium) erfolgreich umsetzen wollen?
Wie man sieht, ist das bei uns auch nicht sofort durch die Decke gegangen. Die tolle Idee zu einem unterhaltsamen „Hausaufgabenheft mit Herzblut“ hat sich zwar sofort verfangen, aber dazwischen haben wir geduldig immer weiter daran gearbeitet, bis wir uns ein Büro und immer mehr Mitarbeiter:innen leisten konnten. Und ebenso wichtig, es geht auch nicht immer nur bergauf, wir hatten zwischendrin viele Rückschläge. Wir hatten Glück, dass wir die New Economy-Krise 2001 gerade so überstanden hatten!
Wie bleibt der „Häfft“-Verlag auf der Höhe der Zeit? Könnte man sich beispielsweise eine Art "digitales Hausaufgabenheften“ vorstellen, beziehungsweise weitere Schulsachen in digitaler Form. Sehen sie ihre physischen Produkte durch digitale Angebote in Gefahr?
Es gibt bereits ein sehr erfolgreiches „digitales Hausaufgabenheft“ namens „WhatsApp“! Vermutlich werden über diesen Messenger-Dienst jede Woche in Deutschland mit Abstand am meisten Hausaufgaben koordiniert (und getauscht). Daneben wird es aber immer auch Platz für Offline-Angebote geben, denn handschriftlich und jede(r) für sich hat einfach weiterhin große Vorteile. Zumal an vielen Schulen deutschlandweit Handys im Unterricht noch verboten sind, von Strommangel oder schlechtem Internet ganz zu schweigen.
Sie haben Ihr Projekt stets weiter vorangetrieben, wollten sehen, wie weit Sie kommen. Heute sind "Häfft"-Produkte überaus beliebt, der Verlag sehr erfolgreich. Gibt es noch ein nächstes „großes Ziel“ das Sie ansteuern, oder planen Sie bereits die Übergabe an die nächste Generation?
Wir streben eher auf kleine Ziele hin. Aktuell sind die Rahmenbedingungen mit den sehr hohen Papierpreisen sowie dem Verschwinden vieler Schreibwaren-Fachhändler:innen sehr schwierig. Insofern versuchen wir aktuell weiterhin, uns im Markt zu behaupten. Noch sind wir beiden Häfft-Gründer Andy Reiter & Stefan Klingberg nicht „Häfft-müde“, aber vielleicht wird ja tatsächlich später mal ein Familien-Unternehmen aus dem ehemaligen Schülerzeitungs-Projekt „Häfft“.
Im vergangenen Jahr wurde das "Häfft"-Führungsteam neu besetzt. Wie kam es dazu? Stecken hinter dieser Entscheidung eventuell andere Verlagsinteressen?
Wir haben den langjährigen Key-Account-Manager André Simon zum Prokuristen ernannt, und die vakante Stelle des Verkaufsleiters mit Hermann Hopf besetzt. Wir hatten aber schon in den Jahren zuvor konsequent Führungspositionen in allen Bereichen besetzt, ob in der Grafik, in der Produktion oder im Vertrieb. Als kreativer & dynamischer Verlag sind wir auch überproportional jung und haben etliche Elternzeiten organisiert bekommen, was dank flexibler Teilzeit-Lösungen auch immer einfacher geht. Wir haben ein tolles Team, die Mitarbeiter:innen geben uns das Gefühl, dass sie sich auch wirklich gerne mit und beim Häfft-Verlag weiter entwickeln. Nur mit diesem motivierten Team können wir unsere Innovationskraft als kreativer Verlag bewahren!
Die vergangenen zwei Jahre waren für die Buchbranche keine leichte Zeit. Mit den coronabedingten Lockdowns gingen auch Schulschließungen einher. Wie haben Sie diese Zeit erlebt, und inwiefern hat die Pandemie das Geschäft für Sie verändert?
Der Häfft-Verlag war zum Glück schon vor der Pandemie technisch sehr gut aufgestellt. So konnten wir sehr rasch allen Mitarbeiter:innen Tele-Arbeitsplätze im Home-Office einrichten. Dadurch konnten wir nach dem ersten Corona-Schock recht schnell wieder produktiv arbeiten. Im Fachhandel und in unserem Kalender-Geschäft gab es natürlich aufgrund der Schließungen einen deutlichen Rückgang. Es hat uns sehr geholfen, dass wir schon vorher vertrieblich recht breit aufgestellt waren, denn schnell hatte sich einiges – bei geringerer Sortiments-Tiefe – in Richtung Supermärkte, Drogeriemärkte und E-Commerce verlagert. Wir erwarten aber, dass die Kund:innen auch in Zukunft gerne in Läden gehen werden, um unsere haptischen Häfft-Produkte zu erkunden und vor Ort zu kaufen.
"Häfft"-Produkte zu gewinnen!
Wir verlosen drei "Family-Timer 2022-2023" und "To-do-Blöcke" an interessierte Leserinnen und Leser. Wie genau ihr am Gewinnspiel teilnehmen könnt, erfahrt ihr auf unserem Instagram-Account.
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