Es kommt vor, dass Freunde und Bekannte sehr junge Menschen, die gerade genötigt werden, über ihren beruflichen Werdegang nachzudenken, zu mir schicken.
Während ich in “Was bin ich?” auftreten könnte, gilt für sie noch “Was will ich werden?”.
Ein großer Teil der weiblichen Fraktion antwortet auf meine Frage “Was möchtest du werden?” wie aus der Pistole geschossen: Irgendwas mit Kinderbüchern!
Ich frage dann weiter und locke sie auf’s dünnere Eis: Heißt das, du möchtest zu Hause arbeiten, an einem großen Zeichentisch mit Blick in den Garten, dir lustige Geschichten mit Kätzchen und jungen Hunden und Hasen, vielleicht auch mit zum Leben erweckten Puppen ausdenken, malen, zeichnen und dichten? Mit freundlichen Kinderbuchverlegern zusammenarbeiten, die an dein Talent glauben und auch daran, dass gutes Geld verdient werden kann, wenn deine Buchideen verlegt werden?
Jajaja! Genauso stelle ich mir das vor, rufen sie dann, ertappt und vor Überraschung errötend.
Denn spätestens seit dem wunderbaren englischen Film “Miss Potter” scheinen alle Mädchen, die nicht Supermodel oder Wissenschaftlerin werden wollen zu wissen, wie es sich anfühlt, eine Kinderbuchautorin zu sein.
Es gehört nicht zu meinen geheimen Wünschen, Träume junger Menschen wie Seifenblasen zum Zerplatzen zu bringen... Ich bin keine Sadistin! Aber ich bin, neben meiner durchaus zu Träumen neigenden Seelenhelfte auch Realistin genug, nicht an die Unfehlbarkeit des Papstes zu glauben ebenso wie an die schöne Vorstellung, mein Leben im rosenumrankten Landhäuschen irgendwo im englischen Lake District malend und dichtend zu verbringen.
So plaudern wir dann über dies und jenes und ich hoffe sehr, die jungen Mädchen überlegen sich, zuerst etwas Handfesteres zu erlernen, als Lebensgrundlage, statt mit aller Kraft zu versuchen, bunten Träumen Gestalt verleihen zu wollen.
Wenn sehr junge Männer kommen, sagen sie auf die Frage, was sie gerne machen würden, in ihrer Zukunft: Irgendwas mit Film! Und dann erzähle ich ihnen die Geschichte von einem mir gut bekannten jungen Mann, der diesen Wunsch ebenfalls äußerte. Er wollte Tontechniker beim Film werden, Geräusche aufnehmen faszinierte ihn schon immer, technische Geräte ebenfalls, wie alle Jungen. Sein Vater verschaffte ihm nach dem Beenden der Schule eine Lehrstelle, aber als der junge Mann den Ausbildungsvertrag unterschreiben sollte, was stand da als angestrebter Beruf angegeben? Gebäudereiniger!
Schock! Was sollte er dort? Der Vater, ein Spinner, oder was? Das fragte er sich wütend auf dem Heimweg.
Sein Vater blieb ruhig und sagte dies: Erst lernst du, dir die Flausen aus dem Kopf zu fegen, dann sehen wir weiter!
Väter haben manchmal kein Fünkchen Verständnis!
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