Ernährung & Gewissen Stop eating animals!

Wenn man bedenkt, dass für jeden Einwohner Deutschlands am Ende seines Lebens durchschnittlich 661 Nutztiere, Fische und andere Meerestiere nicht mitgerechnet (Quelle: Beschissatlas, Ludwig Verlag) gestorben sein werden, dann müsste man sich sofort an dieses Stoppschild ketten. Und wenn man bedenkt, dass manche von uns gar keine Tiere verspeisen, so muss es welche geben, die das Doppelte vertilgen. Ist das nicht gruselig?

Vegetarier
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  	  	ISBN 978-3941087712
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  	  	Tiere
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  	  	Veganer
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  	  	Leipziger Lerche
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  	  	Yvonne Kuschel
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  	  	Kochen
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  	  	Fleisch
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  	  	Ernährung
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  	  	Leipzig
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© Yvonne Kuschel Mahnschild in Leipzig-Plagwitz

Eine Nachbarin erzählte mir mal, sie hätte eine Krähe beobachtet, die einen halb abgenagten Kotteletknochen, aus der Mülltonne des angrenzenden italienischen Restaurant rausgefischt und in die Dachrinne unseres Hauses geschickt eingeklemmt, mit ihrem Schnabel so lange bearbeitete, bis der Knochen nackt wie ein Finger in den Garten purzelte. Wie gruselig ist das denn?, sagte sie und schüttelte sich, fleischfressende Vögel, in unserem Garten!!

Und ich sagte: Ja, und erst die fleischfressenden Nachbarn, hier im Haus!

Das verstand sie aber nicht, ließ mich im Treppenhaus stehen und verschwand in ihrer Wohnung.

Die Krähe ist wirklich sehr geschickt, sie macht beim Picken Geräusche wie ein Specht. Der übrigens auch in unserem Garten wohnt und Fleisch verspeist, sogar lebendiges. Vielleicht würde er die Maden, die er hinter der Baumrinde findet, gegrillt lieber fressen, aber sie stehen nun mal nicht auf der italienischen Speisekarte.

Kannibalen gibt es in unserer Nachbarschaft sicher auch, aber ich traue mich kaum, nach abgekauten Fingernägel Ausschau zu halten...

Jetzt muss ich hier gestehen, dass, obwohl ich mich größtenteils vegetarisch ernähre, ich ab und an Gelüste auf köstliche Frikadellen bekomme... Und wer jetzt auch Appetit bekommt, für den schreibe ich hier mein Rezept auf:

Man braucht ca 700 Gramm Rindergehacktes (oder halb und halb, wer es mag), 4 nicht zu kleine Zwiebeln, Meersalz (einen gestrichenen Teelöffel voll), frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, 2 rohe Eier (eins weniger geht auch) und 1 Tüte gekochten Reis.

Zuerst setze ich den Reis auf (Wurzener Langkornreis 12 Minuten eignet sich bestens dafür, aber jeder andere geht sicher auch). Dann schneide ich die Zwiebeln klein und dünste diese in Butter im kleinen Töpfchen, bis sie glasig und goldgelb werden. Während der Reis köchelt und die Zwiebeln brutzeln (und mit ihrem Duft die Nachbarn in die Küche locken), vermenge ich das Hack mit den Eiern, Salz und Pfeffer. Dann füge ich den gekochten Reis hinzu (Vorsicht, heiß!) und zum Schluß die ebenfalls heißen Zwiebeln. Aus der weichen Masse Kugeln formen und diese in nicht zu heißer Butter in der Pfanne (etwas platt gedrückt) wie gewohnt braten. Von beiden Seiten bei mittlerer Hitze ein paar Minuten, zusätzlich zum Schluss mit einem großen Deckel die Pfanne leicht schließen und noch ein paar Minuten dünsten, auf sehr kleiner Flamme.

Überraschend ist der würzig-süße Geschmack (die Butterzwiebeln!) und die angenehm weiche Konsistenz (der Reis!). Der Fleischklops zergeht im Mund.

Das Gericht sollte, je nach Größe der Familie, für 2 Tage reichen. Dazu schmeckt bestens selbstgekochter Kartoffelbrei (kinderleicht!) und in Butter gedünstete, mit etwas Wasser abgelöscht und schwarzem Pfeffer abgeschmeckte Möhren. Herrlich!

Und am Ende einer solchen Mahlzeit sage ich immer: Danke, liebes Tier, dass wir ein Stück von Dir kosten durften.

Und dann gebe ich unseren gefiederten Gartenbewohnern noch eine extra große Portion Vogelfutter aus. Aber das bekommen sie sowieso jeden Tag.

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