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Im besten Falle drückt das Individualitätsstreben sich in Eifersüchteleien aus. Etwa dann, wenn Talente oder Herangehensweisen Anderer dem Individuum das Gefühl geben, mit seinem selbigen Talent kein Unikat zu sein oder gar schlimmer noch!- wenn Andere es wagen, sich ein Talent oder eine Herangehensweise erfolgreich zu Nutzen gemacht zu haben, die dem ersterwähnten Individuum zeigt, dass es nicht im Besitz der einzig guten oder wahren Idee sei. Schlimmer noch kann das Streben nach Individualität sich in Isolation des Individuums und der Herabwürdigung Anderer ausdrücken. Denn das Individuum strebt so sehr nach einer unabhängigen und einzigartigen Energiesignatur und Lebensweisheit, dass es zu dem Irrglauben verleitet sein kann, die eigene Identität sei wichtiger als alle anderen, die eigene Ideenvielfalt sei um jeden Preis zu kultivieren. Ihrer zu jeder Gelegenheit Ausdruck zu verleihen ward sogleich das größte Ziel und somit kann und wird sich das Individuum konsequent von der Masse abzuheben versuchen.

Dies überhebliche Unterfangen mündet zwangsläufig in Isolation. Denn jeder Kontakt mit dem Konventionellen bedeutet eine Beleidigung, eine Ernüchterung, Ermüdung. In diesem Falle hat das Individuum das rechte Maß verloren und es bedarf einer Besinnung weg von dem energetisch Yin-geprägten Drang, herauszustechen – hin zu einer eher Yang-geprägten Auffassung, also dem Verständnis von Einheit und Gemeinschaft. Das Abrücken der Gesellschaft von dem Wissen um das Alleinende mag den Vorteil des gesunden Bewusstseins um das Selbst mit sich bringen. So gesehen war die Aussage René Descartes nicht verkehrt, die da lautete „Ich denke, also bin ich!“. Diese muss für ihr korrektes Verständnis in den Kontext des Zeitgeistes einer - seitens sakraler Institutionen (die von einigen wenigen zur Unterdrückung der Massen genutzt wurden) kollektiv in die Irre geführten - Gesellschaft gerückt werden.


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