Götter, die im Rampenlicht leben, Menschen, die sich darin verbrennen – und eine Heldin, die entscheidet, ob Liebe Rettung ist oder Risiko. To Love a God ist Band 2 von Anna Bennings Götterlicht-Trilogie und setzt die Geschichte um Aurora, Colden und die schillernd-brutale Welt von Silver City fort. Der Mittelband erschien im Dezember 2025 und führt die Fäden des Auftakts To Tempt a God weiter; das Finale To Break a God ist für 2026 angekündigt. Wer hier einsteigt, verpasst den Aufbau – die Reihe ist als durchgehender Bogen erzählt.
Handlung von "To Love a God" – Flucht, Verlockung, Verantwortung
Nach den Ereignissen am Hof hat Auroras Zeit als Valet im Divine District ein abruptes Ende. Sie ist auf der Flucht – weit weg von dem einzigen Zuhause, das sie je kannte. Doch die Vergangenheit reist mit: Feinde im Offenen und im Verborgenen, und über allem die Frage, wie weit Colden, der Sohn des Herrschergotts, zu gehen bereit ist, um sein Zielzu erreichen. Der zweite Band zieht die Handlung aus dem höfischen Zentrum heraus, öffnet die Karte der Welt und baut neue Allianzen – mit Menschen, die im Glanz der Götter nur Zaungäste sind, und mit Spielern, die hinter der Bühne alte Rechnungen begleichen. Mehr nicht: Dieser Mittelband lebt von Wendungen, Loyalitätsproben und jenen leisen Szenen, in denen eine Berührung gefährlicher ist als jede Waffe.
Silver City bleibt dabei das ideologische Kraftfeld der Reihe: eine Stadt des Lichts, in der Menschen nur unter strengen Regeln leben dürfen und jeder Fehltritt tödlich enden kann. Die höfische Ordnung ist Bühne und Mühle zugleich – prachtvoll, aber rücksichtslos, ein System, das Liebe nur als Druckmittel kennt. Hier hat Benning bereits im Auftakt die Regeln gesetzt; Band 2 testet, wo sie brechen.
Liebe als Waffe, Macht als Sprache, Menschlichkeit als Wagnis
Liebe gegen Ordnung: Der Marketing-Satz „Im Kampf gegen die Götter ist Liebe die tödlichste Waffe“ ist kein bloßer Slogan: Der Roman verhandelt, ob Zuneigung in einem Herrschaftssystem überhaupt privat sein kann – oder ob sie zwangsläufig politisch wird. Jedes Bekenntnis verschiebt Allianzen, jede Nähe hat Preislisten.
Machtgefälle & Einvernehmen: Zwischen einer sterblichen Protagonistin und einem göttlichen Gegenüber lauert narrative Sprengkraft. Benning nutzt das Power Imbalance-Motiv nicht nur romantisch, sondern ethisch: Wer setzt Regeln? Wer entschuldigt sich? Wer ändert Verhalten – nicht nur Worte? (Eben deshalb trägt die Liebesgeschichte den Plot, statt ihn zu zieren.)
Licht-Metaphorik: „Götterlicht“ ist kein dekoratives Bild. Licht steht für Sichtbarkeit (und damit Verwundbarkeit), für Prunk und Prüfung. Dass Aurora ausgerechnet zwischen Lichtquellen nach Deckung sucht, lässt viele Szenen doppelt lesen: Ist Erleuchtung Aufklärung – oder Scheinwerferverhör?
Found Family & ziviler Mut: Weg vom Hof zeigt der Text, wie Gemeinschaft entsteht, wenn niemand göttliche Protektion hat: Küchen, Hinterhöfe, provisorische Zufluchten. Diese Orte sind politisch, weil sie Bindung gegen Herrschaft setzen.
Warum diese Romantasy jetzt zieht
Die Götter-Fantasy erlebt seit Jahren einen Run – doch Bennings Trilogie schiebt die Regler eigen: All-Age-Romantasymit höfischem Druck, moderner Emotionalität und Sammlerausstattung (Schutzumschlag, veredelter Einband, Farbschnitt & Page Overlay in der ersten Auflage). Das ist kein Nebenaspekt, sondern Teil des Erlebnisses: Die Bücher wollen Objekt sein – und damit den Abstand zwischen Leserin und Welt minimal halten.
Tempo, Takt, Tension
Benning schreibt szenisch und pulsgenau: handlungsnahe Kapitel, klare Setpieces, Dialoge, die Funktion haben (nicht nur Funken). Band 2 zeigt die Tugenden eines guten Mittelstücks: Weltverbreiterung, Konfliktvertiefung, Gefühlsrisiko – und die Geduld, nicht jeden Faden sofort zu verknoten. Leser:innen und Rezensent:innen betonen die Sogwirkung und die Kombination aus Action, Gefühl und Hofpolitik; gelegentlich wird auch auf typische Mittelband-Risiken hingewiesen (Brückenpassagen, Vortakt für den Endkampf).
Für wen eignet sich das Buch?
-
Für Romantasy-Fans ab ca. 16, die große Gefühle wollen – aber nicht ohne Moralfragen.
-
Für Leser die Hofintrigen, verbotene Nähe und Weltentwurf mögen, ohne auf Pageturner-Drive zu verzichten.
-
Für Buchclubs, die über Einvernehmen, Macht, Loyalität diskutieren mögen – hier gibt’s reichlich Textstellen, an denen sich Urteile reiben.
Kritische Einschätzung – Stärken & Reibungen
Stärken
-
Konsequente Prämisse: Lichtstadt, göttliche Hofordnung, menschliche Verletzlichkeit – die Welt hat eigene Logik und trägt die Handlung.
-
Gefühl mit Ethik: Die Romanze verhandelt Zustimmung, Macht, Verantwortung – nicht nur Knistern.
-
Mittelband mit Drive: Neue Orte, klare Antagonismen, spürbarer Risikoanstieg; der Plot arbeitet fürs Finale.
Mögliche Reibungen
-
Brückenpassagen: Wer nur auf Showdowns wartet, findet Abschnitte, die „Tisch decken“. (Das gehört zur Trilogieform.)
-
Ambivalenter Colden: Für manche Lesarten zu charmant, für andere zu kompromisslos – die Uneindeutigkeit ist hier Feature, kein Bug.
-
Cliff-Management: Einige Kapitel enden kantig – Pageturner ja, aber mit kalkulierten Frustrationsspitzen.
Alle drei Teile auf einen Blick
-
Band 1: To Tempt a God– Auftakt, Weltregeln & Figurenaufbau
-
Band 2: To Love a God – Flucht, Loyalität & Love-as-Weapon
-
Band 3: To Break a God – Finale der Götterlicht-Trilogie
Über die Autorin – Anna Benning
Anna Benning (geb. 1988) studierte Literaturwissenschaft, arbeitete als Lektorin und wurde mit der Vortex-Trilogie und Dark Sigils bekannt, bevor sie die Götterlicht-Trilogie startete. Auf ihrer offiziellen Seite führt sie die drei Bände (To Tempt / To Love / To Break a God) samt kurzen Reihen-Teasern; ihre Bücher erscheinen bei FISCHER Sauerländer. Ihre Markenzeichen: atmosphärische Welten, starke Heldinnen, emotionaler Drive – und eine Vorliebe für edle Erstausgaben.
Große Gefühle unter göttlicher Beobachtung
To Love a God ist der seltene Mittelband, der nicht nur überbrückt, sondern vertieft: Er macht die Welt größer, die Figuren kantiger und die moralischen Fragen scharf. Wen höfische Romantasy reizt, die Nähe als Risiko erzählt und Macht nicht verklärt, bekommt hier den vollen Mix: Tempo, Tension, Texturen – und genug Ambivalenz, um im Buchclub vergnügt zu streiten. Dass die Reihe zudem haptisch überzeugt, ist Bonus; der Kern bleibt: Benning baut eine Bühne, auf der Liebe kein Fluchtweg ist, sondern Entscheidung.
Hier bestellen
Topnews
Ein Geburtstagskind im Januar: Edgar Allan Poe – Dichter der Struktur und des Schreckens
Geburtstagskind im Dezember – Emily Dickinson
Ein Geburtstagskind im November: Astrid Lindgren
Geburtstagskind im Oktober: Benno Pludra zum 100. Geburtstag
Das Geburtstagskind im September: Roald Dahl – Der Kinderschreck mit Engelszunge
Ein Geburtstagskind im August: Johann Wolfgang von Goethe
Hans Fallada – Chronist der kleinen Leute und der inneren Kämpfe
Ein Geburtstagskind im Juni: Bertha von Suttner – Die Unbequeme mit der Feder
Ein Geburtstagskind im Mai: Johannes R. Becher
Ein Geburtstagskind im April: Stefan Heym
Ein Geburtstagskind im März: Christa Wolf
Bertolt Brecht – Geburtstagskind im Februar: Ein literarisches Monument, das bleibt
Wie Banksy die Kunst rettete – Ein überraschender Blick auf die Kunstgeschichte
Ein Geburtstagskind im Januar: Franz Fühmann
Zauberberg 2 von Heinz Strunk
100 Jahre „Der Zauberberg“ - Was Leser heute daraus mitnehmen können
Oschmann: Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“ – Umstrittene russische Übersetzung
Überraschung: Autorin Han Kang hat den Literaturnobelpreis 2024 gewonnen
PEN Berlin: Große Gesprächsreihe vor den Landtagswahlen im Osten
To Tempt a God – Der stürmische Auftakt der Götterlicht-Saga von Anna Benning
To Break a God von Anna Benning – Finale mit Schneid: Wenn Gefühl Politik macht
The Ordeals von Rachel Greenlaw – Eine Akademie, die Talente frisst
Primal of Blood and Bone – Liebe kennt keine Grenzen von Jennifer L. Armentrout - Der Blick nach vorn, wenn alles zurückschaut
Soul and Ash – Liebe kennt keine Grenzen von Jennifer L. Armentrout – Wenn eine Stimme zur Brücke wird
War and Queens – Liebe kennt keine Grenzen von Jennifer L. Armentrout – Wenn Gefühle zum Kriegsgerät werden
Flesh & Fire von Jennifer L. Armentrout – Vom heiligen Schleier in die Welt der Konsequenzen
Blood and Ash – Liebe kennt keine Grenzen von Jennifer L. Armentrout - Eine Auserwählte, die aufwacht
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso – Erinnerungen als Schicksalsmacht
To Cage a Wild Bird – Verlier dein Leben. Oder dein Herz von Brooke Fast
Biss zum Ende der Nacht von Stephenie Meyer – Hochzeit, Blut, Gesetz: Der Schlussakkord mit Risiken und Nebenwirkungen
Heart of the Damned – Ihr Versprechen ist sein Untergang von Julia Pauss –„Auf alle Diebe wartet der Tod. Nur auf mich nicht.“
Quicksilver – Tochter des Silbers. Gefangener der Schatten von Callie Hart – Frost, Fae und Funkenschlag
Silver Elite von Dani Francis – Dystopie-Comeback mit Elite-Faktor
A Dark and Secret Magic von Wallis Kinney - Herbstnebel, Hexenhaus, Geheimnisdruck
Aktuelles
Amazon Charts – Woche bis zum 22. Februar 2026 Die meistgelesenen Bücher im Fokus: Harry Potter, Dan Brown und aktuelle Bestseller im Überblick
Die Lücke im Satz – Die SWR Bestenliste im März 2026 als Gedächtnisraum
Happy Head von Josh Silver – Wellness, Wettbewerb, Wahnsinn
Your Knife, My Heart von K. M. Moronova – Dark-Military-Romance, die nicht nur „spicy“, sondern gefährlich ist
Bald ist es soweit: Die Literaturbühnen der Leipziger Buchmesse starten ins Frühjahr
Demagogie 2.0 – das alte neue Machtprinzip
Frankie von Jochen Gutsch & Maxim Leo – Ein Kater als Erzähler, ein Mensch am Rand
Alexander von Ferdinand von Schirach – Wenn ein Kinderbuch plötzlich über die großen Dinge spricht
Morgan’s Hall: Eisland von Emilia Flynn – Das Finale im Frost
Morgan’s Hall: Schattenland von Emilia Flynn – Wenn Vergangenheit nicht stirbt, sondern nur leiser wird
Morgan's Hall: Schicksalsland – Glück fühlt sich in dieser Reihe nie stabil an
Leonie: Ein Gesicht oder doch vielleicht mein Gesicht?
Erich Kästner: Fabian oder Der Gang vor die Hunde
Zwischen Gedicht und Geopolitik – Die Shortlist des Sheikh Zayed Book Award 2026
Erfolgreiche Lernkultur gestalten: Wie Unternehmenskultur nachhaltige Kompetenzentwicklung ermöglicht
Rezensionen
Morgan’s Hall: Ascheland von Emilia Flynn – Nach der großen Liebe kommt der Alltag
Morgan’s Hall: Niemandsland von Emilia Flynn – Wenn das „Danach“ gefährlicher wird als das „Davor“
Morgan’s Hall: Sehnsuchtsland von Emilia Flynn – Wenn Sehnsucht zum Kompass wird
Morgan’s Hall: Herzensland von Emilia Flynn – Wenn Geschichte plötzlich persönlich wird
Real Americans von Rachel Khong – Was heißt hier „wirklich amerikanisch“?
Ostfriesenerbe von Klaus-Peter Wolf – Wenn ein Vermächtnis zur Falle wird
Wir Freitagsmänner: Wer wird denn gleich alt werden? von Hans-Gerd Raeth – Männer, Mitte, Mut zum Freitag
Planet Liebe von Peter Braun – Ein kleiner Band über das große Wort
Die Rache trägt Prada von Lauren Weisberger – Was kommt nach dem „Traumjob“?
Der Teufel trägt Prada von Lauren Weisberger – Glamour als Arbeitsvertrag mit dem schlechten Gewissen
Box Hill von Adam Mars-Jones – Zärtlichkeit mit Stacheln