"ttt - titel, thesen, temperamente" sendet am kommenden Sonntag (13. August) Eindrücke von den diesjährigen Salzburger Festspielen. Im Zentrum der außergewöhnlichen Inszenierungen steht in diesem Jahr das Thema Liebe. Es geht um Sex, Verzweiflung, Sehnsucht und Mord.
Unter dem großen Themen "Liebe" versammeln sich bei den diesjährigen Salzburger Festspielen Stücke wie "Macbeth", "LE NOZZE DI FIGARO", "Der leise Jedermann" und "THE GREEK PASSION". Unter der Moderation von Max Moor liefert "ttt - titel, thesen, temperamente" am kommenden Sonntag Eindrücke der Festspiele und beleuchtet einzelne Inszenierungen genauer.
"Macbeth"
Ein Monster aus Machtgier und Blutrausch: Macbeth. Hinter jedem Mann steht eine Frau - Lady Macbeth ist die Frau ohne Gewissen. Sie feiert noch Partys, als er längst von den Dämonen heimgesucht wird. Giuseppe Verdi macht aus dem Shakespeare-Stoff auch ein Befreiungsdrama. In der assoziativ-allegorischen Regie von Krzysztof Warlikowski klingen zudem die Grausamkeiten der Gegenwart an. Erschreckend. Ergreifend. Eine phantastische Inszenierung.
"LE NOZZE DI FIGARO"
Wer mit wem - oben und unten. In Mozarts Oper geht es um Beziehungen und Sex - und die Machtverhältnisse. Zu seiner Zeit war der Stoff ein ungeheurer Affront: Kritik am Machanspruch der - naturgemäß - männlichen Fürsten. Durch die Zensur konnte Mozart sein Stück wohl nur bringen, da er es clever als "Opera Buffa" deklarierte - alles nur Spaß? Nichts ist, wie es scheint, in dieser weltberühmten Oper.
"Der leise Jedermann"
Seit 2017 führt Michael Sturminger Regie beim "Spiel vom Sterben des reichen Mannes". Nicht so ungewöhnlich. Dagegen sehr: er legt dieses Jahr seine bereits dritte Interpretation des Stücks vor. Leiser ist dieser Jedermann, ohne triumphalen Auftritt; das Bankett fehlt. Die Buhlschaft - gespielt von Valerie Pachner - ist eine vertraute Geliebte; kein Pomp, kein Sex - nirgends. Sie gibt auch den Tod. Michael Maertens als Jedermann ist ein Fragender, kein triumphaler Kapitalist. Es ist: eines Mannes lange Reise in die Nacht.
"LIEBE"
Ein Stück nach dem preisgekrönten Film von Michael Haneke. Wie gehen wir damit um, dass der geliebte Mensch nicht mehr der ist, der er war? Nicht mehr leben kann wie zuvor? Vielleicht nicht mehr leben will? Eine ethische Meditation über das, was wir können, dürfen, müssen. Ein Lebensende zwischen Liebe und Gewalt, Mord und Sterbehilfe. Verstörend.
"LIEBE 2"
Was ist Liebe? Wie erleben wir sie? Eine Bestandsaufnahme unter Künstlern. Die Schauspielerin Valerie Pachner etwa sagt über ihr Liebesgefühl: "Vor allem friedlich. Natürlich gibt es auch das Element der Aufregung. Ja, ich glaube, Angst gehört auch dazu.... Als wäre dieses weiße Rauschen des Alltags weg und ausgeschaltet. Und das Wichtige tritt so hervor. Und das kann Liebe für mich."
"THE GREEK PASSION"
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