Der britische Autor Martin Amis ist am Freitag im Alter von 73 Jahren gestorben. Amis galt nicht nur als einer der bedeutendsten britischen Schriftsteller der Gegenwart, sondern auch als einer der größten Autoren des 20. Jahrhunderts.
Der britische Schriftsteller Martin Amis ist tot. Wie der Buchverlag Penguin Random House UK am Samstag mitteilte, starb Amis bereits am Freitag im Alter von 73 Jahren. Zunächst hatte die New York Times unter Berufung auf die Frau des Autors (die Schriftstellerin Isabel Fonseca) über den Todesfall berichtet. Amis galt als einer der großen Schriftsteller der vergangenen hundert Jahre. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Gierig" (1984) und "London Fields" (1989)
Im Laufe seiner Karriere fiel der Autor immer wieder mit polarisierenden Meinungen auf, die er gnadenlos vertrat und für die er ebenso gerühmt wie kritisiert wurde. Insbesondere seine Romane der der achtziger und neunziger Jahre hatten ein enormes Echo erhalten und prägten die englischsprachige Literaturszene nachhaltig. Seinen Debütroman, The Rachel Papers ("Die Rachel-Tagebücher") veröffentlichte Amis 1973 im Alter von 24 Jahren. In einem Nachruf bezeichnete der Verlag Penguin Random House den Autor als "literarisches Wunderkind"; die Lektorin Michal Shavit würdigte Amis als "brillant witzigen" und "furchtlosen" Schreiber.
Martin Amis Werdegang
Amis wurde 1949 als Sohn des ebenfalls gefeierten und mit dem Booker-Prize ausgezeichneten Autors Kingsley Amis geboren. Obgleich Martins Debütroman "Die Rachel-Tagebücher" einigermaßen breit rezipiert wurde, fiel es ihm schwer, sich aus dem Schatten des Vaters herauszuschreiben, der Anfangs nur wenig Notiz von dem literarischen Schaffen seines Sohnes nahm. Unter anderem sagte Martin Amis über die schwierige Beziehung zu seinem Vater:
"Mein Vater, nicht zuletzt – wie ich denke – auch wegen einer gewissen Trägheit, nahm von meinen frühen Schreibversuchen keine Notiz, bis ich ihm endlich die Korrekturfahne meines ersten Romans auf den Schreibtisch warf."
Mit Roman wie "London Fields" (1989) oder "Gierig" (1984) erlangte Amis größere Anerkennung und konnte sich einen Namen als "eigenständiger" Schriftsteller machen. Heute zählt er als einer der prägendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Insgesamt hat er 14 Romane, zwei Sammlungen von Erzählungen sowie acht Sachbücher hinterlassen.
Kontroversen
Die Werke Amis riefen immer wieder Kritiker auf den Plan, die dem Autor vorwarfen, Grenzen zu übertreten. So kritisierte man beispielsweise in dem Roman "Interessengebiet" die kontroverser Darstellung des Lebens in dem Konzenteationslager Auschwitz. In "London Fields" entdecken Kritiker eindeutig misogyne Tendenzen. Auch Amis´ letztes Buch "Inside Story" - in welchem der Tod eine entscheidende Rolle spielt - erntete gemischt Kritiken.
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