Gelbweiss gepunktet

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Das Licht trifft mich hart, als ich die Augen öffne. Sie sind schwer, klebrig und trocken. Habe sehr spät in den Schlaf gefunden und bin dafür viel zu zeitig wach. Fühle mich wie überfahren, der Rücken schmerzt, alles fühlt sich unflexibel und irgendwie hart an. Schnalze mit der Zunge. Pelzig. Trocken. Bemühe mich, die Augen aufzumachen, über den Schmerz hinweg. Wenn ich das geschafft habe, wird es dann meist schnell besser. Unter meiner gelbweiss gepunkteten Bettwäsche raschelt es vorsichtig. Akela hast sich noch einmal in Position gerückt. Alea liegt neben mir. Wartet bereits, dass ich mich ihr zuwende. Sie ist immer eher wach als ihr Bruder. Der könnte stundenlang im Bett bleiben. Wie ich. Als Alea bemerkt, dass ich sie auch bewusst wahrgenommen habe, beginnt ihre Rute eifrig zu schlagen. Plopp, plopp, plopp. Ich höre das rhythmische Schlagen auf dem Matratze meines Bettes. Sie wackelt mit ihrem kleinen Kopf. Freut sich schrecklich, dass ich nun endlich wach bin, nachdem sie mich vermutlich wieder minutenlang beobachtet hat. Macht sie immer. Sie robbt bäuchlings vorsichtig zu mir und kuschelt sich zwischen Schulter und Kinn ein. Genießt die Nähe. Fordert sie regelrecht ein. Genüsslich begrüßen wir einander im neuen Tag. Schön ist das. Ich beschließe, auch Akela hallo zusagen und krabble unter die Decke. Hier ist es herrlich dunkel und mollig warm. Alea kommt mit mir. Und so liegen wir – zu dritt – wie die Engerlinge unter der gerade entstandenen Bettenbude. Erinnert mich an vergangene Kindheitstage, an denen wir Buden ohne Ende bauten und uns darin versteckten. Einmuckelten und sicher fühlten. Gemütlich ist das und ein sehr tolles Gefühl. Ich genieße es für ein paar Minuten mit den Vierbeinern, dann wird’s mir doch zu warm und ich beschließe, meinen Kopf wieder an die frische Luft zu bringen. Mich überkommt die Lust auf Kaffee. Stehe auf und koche mir einen. Der Duft schwarzer, frisch gemahlener Bohnen tänzelt verführerisch durch meine Wohnung, während ich ins Bad hüpfe und mich für den Tag fertig mache. Auf dem Weg zurück in die Küche wage ich einen verstohlenen Seitenblick ins Schlafzimmer. Ich sehe nur zwei kleine Häufchen auf meinem großen Bett. Einer links, einer rechts. Für mich ist klar: ich genieße meinen Kaffee heute allein. Alea und Akela wollen noch ein bisschen in ihren Buden spielen und sich in Sicherheit wiegen, bevor sie in den lauten Tag starten. Ich gieße mir den dampfenden Kaffee in meine Lieblingstasse mit dem kleinen Gesicht vorne drauf, einen Schuss Sahne dazu und setze mich – dick eingehüllt in meine wärmste Decke – auf den Balkon, wo ich dem Gesang der Vögel lausche und dem Kaffeedampf dabei zusehe, wie er zarte Muster in die Luft malt.

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